7 Tipps wie Sie gute Pflanzenhändler im Internet erkennen.

Gepostet in Pflanzen bestellen, Testberichte

Es hat eine ganze Weile gedauert, doch inzwischen gibt es eine Reihe durchaus guter Pflanzenhändler im Internet. Bleibt die Frage, wie ein Gartenfreund gute von weniger guten Anbietern unterscheiden kann.

1. Professionell gemachte ehrliche Pflanzenfotos

Wie sieht die Pflanze aus? Ein Foto zeigt es, sollte man meinen. Doch gerade Pflanzenfotos werden oft geschönt:

  • Rote Rosen blühen roter
  • Blumen blühen üppiger
  • Proportionen zwischen Blüten und Pflanze stimmen nicht.
  • Junge Containerbäumchen tragen abnorm viele Früchte, ohne dass ihre Ästchen unter der Last zusammenbrechen
  • Selbst junge Gehölze blühen überreich

Seien Sie wachsam und misstrauen sie optisch geschönten Pflanzenporträts. Online-Gärtner sollten trotzdem bzw. gerade deswegen in richtig gute Fotos investieren. Zielvorgabe ist jedoch nicht Schönfärberei mit Photoshop, sondern von Natur aus schöne Pflanzen zu präsentieren. Gute Fotografen können das.

2. Pflanzenhändler verwenden gut lesbare, informative Texte


Wie heißt die Pflanze und was sollte der Käufer über sie wissen? Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Ein Blick in die Angebote zeigt jedoch: oft wird geschlammt, geschummelt, schön geredet oder verheimlicht.

Egal wie die Pflanze auf Deutsch heißt: der botanisch korrekte Name, inklusive Sorte und Familienname gehören unbedingt dazu. Nur so können Sie sich selbst schlau machen und müssen sich nicht blind auf die mitunter dürftigen Angaben der Online-Gärtnerei verlassen.

Lobenswert sind Infokästen mit den wichtigsten Details zu den einzelnen Pflanzen. Dazu gehören:

  • Wuchshöhe, Wuchsbreite und Pflanzabstand
  • Empfindlichkeiten und Besonderheiten 
  • Ansprüche an Standort, Boden, Licht, Winterhärtezone 
  • Anfällig für bestimmte Krankheiten
  • Blütenfarbe und Blütezeit
 
 
  • Empfehlungen zu Pflanzpartnern
  • Empfindlichkeit was Schneckenfraß angeht
  • Bienen- und Insektenweide ja oder nein
 
 

3. Guter Service ist das A und O

In einer guten Gärtnerei vor Ort werden Sie normalerweise gut beraten. In der Online-Gärtnerei sollte dies nicht anders sein. Telefonnummer oder Kontaktformular sind Pflicht, teure Service mit 0900er- oder 0180er-Vorwahl sind dagegen völlig indiskutabel. Lobenswert sind Pflanzenhändler im Internet, die Ihre Kunden zum offenen Dialog im Forum, auf Facebook, Twitter oder Google+ einladen oder dazu auffordern, Fragen zur Pflanze direkt auf der Website zu stellen. Schön wenn diese Fragen dann auch zeitnah beantwortet werden.

4. Kurze Reaktions- und Lieferzeiten

Zwei oder drei Wochen Lieferzeit sind heutzutage nicht mehr drin. Gartenfreunde mögen geduldig sein, wenn es um ihre Pflanzenlieblinge geht, Online-Kunden sind es jedoch nicht. Eine gut geführter, erfolgreicher Gartenversand kommt nicht aus ohne Warenwirtschaftssystem. Das heißt: Schon bei der Bestellung muss klar sein, ob oder wann ein Artikel lieferbar ist. Es ist damit völlig indiskutabel, wenn der Pflanzenhändler drei Wochen nach der Bestellung Mitte Mai die Nachricht schickt "Dahlien sind leider ausgegangen". So etwas darf nicht sein und führt unweigerlich zum Nimmerwiedersehen.

Gleiches gilt für Online-Gärtnereien, die in der Saison zwei Wochen und länger fürs Versenden ihrer Pflanzen benötigen. Die Betonung liegt auf "innerhalb der Saison". Jedem Hobbygärtner ist klar, dass nicht jede Pflanze jederzeit zu haben ist. Aber zur Pflanzzeit und dann wenn die Online-Gärtnerei selbst "grünes Licht" für die Bestellung gibt, sollte der Versand tatsächlich innerhalb weniger Tage zu schaffen sein. Von seltenen Ausnahmen (plötzlicher Frost, ein Überfall überaus gefräßiger Schnecken) abgesehen.

Die gute Online-Gärtnerei sorgt vor und stockt zur Saison das Personal auf. Weniger gute Online-Gärtnereien baden ihre hausgemachten Engpässe auf dem Rücken ihrer Kunden aus.

Blumenbild romantisch verspielte Mandelblüten

 

5. Beste Pflanzenqualität

So erkennen Sie Qualität im Blumentopf:

  • Bei wurzelnackten Rosen kommt es auf die Anzahl der Triebe an. Bei Güteklasse A sollten neben einem gut verzweigten Wurzelwerk mindestens drei kräftige Triebe vorhanden sein, zwei davon sollten der Veredlung entspringen.
  • Wurzelwerk im Staudentopf: Auch in der Ruhephase, also wenn oben herum kein oder nur wenig Grün zu sehen ist, muss der Topf gut ausgefüllt mit Wurzeln sein. Wachsen allerdings bereits Wurzeln unten schon aus den Abzugslöchern und ist nur Wurzelfilz im Topf, ist die Pflanze überfällig. Ob diese Pflanze im Garten gut anwächst, ist nicht abzusehen.
  • Wenn beim Austopfen der Wurzelballen komplett auseinander fällt, stand die Pflanze noch nicht lange genug im Topf. Sie hat noch keinen festen Wurzelballen gebildet. Es besteht die Gefahr, beim Auspflanzen die Feinwurzeln zu beschädigen. Die Pflanze ist jünger als gedacht und braucht länger sich zu erholen bzw. im Beet Fuß zu fassen. Lediglich Stauden mit kräftigen Speicherwurzeln, beispielsweise Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora), können im Frühling in den Garten ohne zuvor einen festen Wurzelballen gebildet zu haben.
  • Stauden im Topf: Je mehr gesunde Triebe / Sprosse / Erneuerungsknospen zu sehen sind, desto besser. Die Triebe müssen fit aussehen und auf keinen Fall matschig. Wenn man einem der Sprosse vorsichtig zieht, muss sich das fest anfühlen. Gibt der Spross jedoch allzu leicht nach oder reißt dabei ab, ist vermutlich etwas faul. Im wahrsten Sinn des Wortes. Bei immergrünen Pflanzen sollten Blätter vorhanden sein, wenn diese leicht braun sind, ist dies im Winter normal.

Im Video "How to be a Gardener. Planting Schemes & Themes" erklärt der britische Gärtner Alan Titmarsh mehr über die Qualität von Pflanzen.

6. Optimale Verpackung

Gute Online-Gärtnereien fragen bevor Sie eine Kiste voll mit Biomüll versenden und wickeln ansonsten Töpfe und Pflanzen in Papier. Weniger gute Gärtnereien müllen ihre Kunden zu mit Stroh und Heu. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Selbst wenn man Stroh im Garten unter die Erdbeeren legen könnte: Die Saison ist zu kurz um dem sperrigen Zeug hinterher zu fegen.

7. Einsicht und schnelle Abhilfe bei fehlerhaften Lieferungen.

Fehler sind menschlich und einer Pflanze sieht man ihre Sortenzugehörigkeit nicht immer an. Die Verwechslungsgefahr ist denkbar groß. Pflanze A entpuppt sich erst zur Blüte als Pflanze B. Bei Gehölzen fällt dieser Fehler mitunter erst nach zwei, drei Jahren auf, nämlich dann, wenn sie zum ersten Mal am neuen Standort blühen. Gut wenn Sie dann noch einen Beleg über Ihre Bestellung haben und auch zeigen können, dass es sich ganz offensichtlich um eine vertauschte Pflanze handelt.

Gute Pflanzenhändler reagieren sofort und bieten Ihnen die kostenfreie Lieferung der verwechselten Pflanze an. Die weniger gute Online-Gärtnerei (er)findet Ausreden und übernimmt keinerlei Verantwortung. Im Höchstfall speist man Sie mit einem kleinen Einkaufsgutschein ab.

Nachdem das alles geklärt ist: Welche Kriterien legen Sie selbst an bei Online-Gärtnereien? Wo kaufen Sie gerne immer wieder ein und welche Anbieter haben Sie enttäuscht. Ich freue mich auf Ihre Kommentare.


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