Allgäuer Krautspätzle. Heiß geliebtes Pfannengericht für die ganze Familie.

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Allgäuer Krautspätzle ist eines dieser Gerichte, das ich das ganze Jahr über immer wieder für meine Familie kochen muss. Und sitzen Freunde bei Tisch, fragen sie anschließend garantiert nach dem genauen Rezept. Ich selbst wurde seinerzeit von meiner zukünftigen Schwiegeroma in die Allgäuer Küche eingeführt und seither ist auch dieses deftige Gericht aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken.

I. Sauerkraut kochen.

1 EL Zucker in etwas Margarine in einem Topf blond karamellisieren. Eine mittelfein gehackte Zwiebel dazu geben und anschwitzen. Ablöschen mit einer Dose Sauerkraut. Wasser dazu geben (3/4 der Sauerkrautdose). Würzen mit Lorbeerblatt, zwei-drei Nelken, fünf zerdrückten Wacholderbeeren und Kümmel nach Geschmack (ca. 1 gestrichener EL für eine kleine Dose Sauerkraut).

Das Sauerkraut aufkochen lassen und dann bei kleiner Hitze etwa 15-20 Minuten kochen lassen und anschließend über einem Sieb abtropfen lassen. Derweil ist Zeit für die Spätzle.

II. Spätzle hobeln.


Nach Grundrezept für Allgäuer Spätzle braucht man für jede Person 100 Gramm Mehl, eine gute Prise Salz, 1 Ei und etwa ein Schnapsglas Wasser. Wenn ich Spätzle für drei oder vier Personen koche, ersetze ich das Wasser lieber mit einem zusätzlichen Ei. So gehen die Spätzle schöner auf.

Mehl, Eier, Salz und etwas Wasser mit dem Knethaken des Handmixers schlagen und rühren bis der Teig Blasen wirft. Achtung: Gerät der Teig zu fest, lässt er sich kaum mit dem Hobel schaben. Die Konsistenz des Teiges ist reine Gefühlssache. Es ist immer besser, einen zu weichen Spätzleteig mit etwas Mehl fester zu machen, als umgekehrt.

Spätzlehobel mit kaltem Wasser abspülen.

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, Salz dazu geben.

Kocht das Wasser, nassen Spätzlehobel auf den Topf setzen und den Teig portionsweise einfüllen und hobeln. Arbeiten Sie dabei so zügig wie sie können. Sobald die erste Portion im Wasser ist, umrühren und die oben schwimmenden Spätzle mit einem Schaumlöffel abschöpfen und in einem Sieb gut abtropfen lassen bis alle Spätzle fertig sind.

III. Ab in die Pfanne und fertig sind die Allgäuer Krautspätzle

In einer geräumigen Pfanne mit hohem Rand 1 große gehackte Zwiebel in Butterschmalz auslassen. Sobald die Zwiebelwürfel glasig sind, Speck- oder Schinkenwürfel dazugeben, fleißig rühren und dann die fertigen Spätzle obendrauf verteilen.

Alles zusammen ein paar Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Umrühren nicht vergessen. Würzen nach Geschmack mit Kümmel, Pfeffer und Salz. Sobald die Spätzle Farbe angenommen haben, kommt das gut abgetropfte Sauerkraut mit in die Pfanne. Weitere fünf Minuten anbraten und direkt in der Pfanne servieren. Guten Appetit.

Frisch aus der Pfanne: Allgäuer Krautspätzle

Frisch aus der Pfanne: Allgäuer Krautspätzle

1. Tipp: Füllen Sie das Spülbecken mit kalten Wasser und weichen Sie alle Utensilien, die mit dem Spätzleteig in Berührung kamen, SOFORT nach Gebrauch darin ein.

2. Tipp: Während des Anbratens ist tatsächlich Zeit genug, um das Spätzle-Geschirr komplett zu spülen. Es sitzt sich einfach netter bei Tisch, wenn man weiß, dass bis auf die Pfanne praktisch alles schon wieder fertig ist.

3. Tipp: Wenn Sie Krautspätzle für vier oder mehr Personen kochen, wird die handelsübliche große Pfanne mit dem hohen Rand schnell zu eng. Eine zweite Pfanne wirkt da sehr entspannend.

4. Tipp: In manchen süddeutschen Regionen (beispielsweise im Raum Stuttgart), werden Spätzle nicht gehobelt, sondern durch eine Handpresse ins kochende Wasser gedrückt. Und es gibt „gelochte Platten“, durch die man den (noch weicheren) Spätzleteig ins Wasser schabt. Ob nun diese oder jene Methode die besseren Spätzle hervorbringt, möge bitte jeder für sich entscheiden. Wichtig für das Gelingen guter Krautspätzle ist: sie müssen frisch und von Hand gemacht worden sein! Getrocknete Spätzle aus der Tüte sind eine Zumutung für den guten Geschmack und haben mit echten Spätzle nichts zu tun.

5. Tipp: Krautspätzle schmecken auch mit frischem Weißkraut (Rezept). Dazu am besten einen kleinen (türkischen) Weißkohlkopf erst achteln, dann in Streifen schneiden. Anschließend zusammen mit Zwiebeln und Speck 10 Minuten bei milder Hitze anschwitzen. Erst kann Spätzle dazugeben und fertig braten.

6. Tipp: Kein Speck im Haus dafür jedoch Bratenreste vom Wochenende? Einfach kleinschneiden und ab in die Pfanne zu den Zwiebeln und danach weitermachen, wie oben beschrieben.

 


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