Ist jammern erlaubt angesichts des langen Winters, eines zu kalten März, eines viel zu nassen Mai und drei Tagen Hitze afrikanischen Ursprungs? Ja, sagen viele und berichten über ausgewinterte Hortensien, nicht reifen wollende Erdbeeren oder, schlimmer noch, gänzlich ertrunkenen Gärten. Und ja, die Menschen in den Hochwassergebieten tun mir wirklich leid. Alles scheint verloren und selbst wenn es „nur“ ein Garten ist, ohne ihn ist das Leben doch wirklich nur halb so schön.

Garten ist immer wieder Neuanfang

Die Hoffnung jedoch stirbt zuletzt und deswegen mag auch ich nicht klein beigeben, sondern schau mir an, was nach den Unbilden des Wetters im Garten tatsächlich gut gedeiht. Dieses Jahr sind die Rosen an Üppigkeit kaum zu überbieten, was an dem richtigen Alter der Rosen liegen mag. Drei- bis Fünfjährig zeigen die meisten Rosen ihr volles Potenzial und das ist wunderbar.

Auch Hostas machen derzeit nichts als Freude. Meter um Meter bedecken sie riesige Flächen, so dass dort kein Unkraut mehr hochkommt. Frauenmantel tun es ihnen gleich und begleiten Rosen quasi auf Augenhöhe. Die Gärtnerin muss aufpassen, dass die Rosen in  ihrem Meer aus Frauenmantel nicht ertrinken und pflückt deshalb jeden zweiten Tag einen üppigen Blumenstrauß.

Bei Stauden nicht Zaudern, lieber ändern, was zu ändern ist.

Bei gemischt gepflanzten Staudenbeeten sehen Sie den Erfolg schon wesentlich früher. Schon ein halbes Jahr nach der Pflanzung zeigt sich, ob alle Stauden an der richtigen Stelle und neben den richtigen Nachbarn wachsen und, ganz wichtig, ob alle Pflanzen gut über den Winter gekommen sind. Wenn nicht: Zögern Sie nicht, sondern greifen Sie zur Pflanzschaufel und pflanzen Sie an einem kühlen, regnerischen Tag falsche gesetzte Stauden um oder pflanzen neue hinzu. Das klappt sogar noch bis Ende Juni. Stichtag ist Johannis am 24. Juni. Scheiden Sie verblühte Stauden bis zu diesem Tag zurück, treiben sie noch einmal wunderbar aus – manche blühen im Herbst sogar ein zweites Mal. Wobei dieses Jahr alles ein bisschen später ist. In der Hoffnung auf einen schönen Herbst, können Sie Rittersporn, Salbei, Katzenminze und Co bestimmt noch bis Anfang / Mitte Juli zurückschneiden. Und für Containerpflanzen gelten ohnehin ganz andere Regeln: Gepflanzt wird immer, solange der Boden nicht gefroren (oder ertrunken) ist.

Containerpflanzen gehen immer, solange der Boden offen ist.

Das Schöne an sommerlichen Pflanzaktionen ist: Man kann Größe, Wuchsform und Charakter der Stauden, Kräuter und Gräser viel besser einschätzen als wenn sie, wie im zeitigen Frühjahr oder Herbst, praktisch nackig im Topf stehen. Für den unerfahrenen Hobbygärtner ist das ein wichtiges Plus.

In den ersten Wochen brauchen neu gesetzte Pflanzen im Garten dann nur noch ein wachsames Auge und genügend Wasser. Ich sag’s nur weil es ja auch Leute geben soll, die zwar viel Geld in die „professionelle Planung und Anlage“ ihres Gartens stecken, dann aber vergessen, ihn zu wässern. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Nur gute Gärtnereien liefern Qualität

Bleibt noch die Frage, wo Sie neue Pflanzen für Ihren Garten bekommen. Gut sortierte Staudengärtnereien sind leider nicht überall zu finden und selbst wenn: die Auswahl ist im Sommer naturgemäß etwas ausgedünnt. Nach meiner Erfahrung sind viele Gartencenter und Baumärkte  inzwischen besser als ihr Ruf. Zwar ist die Auswahl an Sorten nicht so groß und nicht so speziell, wie bei ausgewiesenen Staudenzüchtern und Baumschulen. Andererseits: Oft beziehen beide Anbieter „Lizenzware“ vom selben Großhändler. Eine Hortensie Endless Summer ist überall eine Endless Summer, egal ob vom Gärtner um die Ecke oder vom Baumarkt. Einen Unterschied merken Sie höchstwahrscheinlich nur im Preis – wenn überhaupt.

Der Onlineshop für Pflanzen ist die dritte Alternative für alle, die auf der Suche nach neuen Pflanzen für ihren Garten sind. Bequemer geht’s nicht und ob die Qualität stimmt, wissen Sie spätestens wenn ihr Pflanzenpaket unversehrt bei Ihnen angekommen ist. Insofern: Klicken Sie zu den Angeboten und probieren Sie einfach mal aus. Achten Sie unbedingt auf realistische Bilder und ordentliche Pflanzenbeschreibungen. Sollte Ihr Anbieter in diesen beiden wichtigen Punkten schludern oder schummeln: Hände weg!

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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