So finden Sie eine schöne Kletterrose für ihren Garten.

Gepostet in Gartenwissen kompakt

Tante Auguste war eine herzensgute Frau. „Alles, was wir als Kinder zu Hause nicht durften, ging bei ihr durch.“ So schwärmte Mutter von der Schwester meiner Großmutter, die irgendwo südlich von Düsseldorf ein Häuschen mit Garten hatte. Ich war als Kind nur ein einziges Mal im Garten der Großtante doch dieser Ausflug in den frühen 1960er Jahren ist bis heute fest verankert in meiner Erinnerung. Schuld daran war ein Rosenbogen, der das Gartentor umspannte und der damals über und über mit rosa Rosenblüten bedeckt war. Ein Traum!

Tante Augustes Kletterrosen haben schon früh meine Leidenschaft für Rosen geweckt. Im nachhinein ist es kaum verwunderlich, dass viele Jahre später meine allererste Rose eine Kletterrose namens Rosarium Uetersen war.

James Galway und Ghislaine de Felingonde am Obelisken

James Galway und Ghislaine de Felingonde am Obelisken

Ein Garten ohne Rose ist kein Garten.


Auch in meinem jetzigen Garten spielen Rosen eine tragende Rolle. Es hat zwar eine Weile gedauert, bis ich nach dem Hausbau auch an ordentliche Kletterhilfen für Rosen denken konnte, aber inzwischen steht am hinteren Garteneck ein großes Klettergerüst aus Metallstreben und Wildzaungeflecht. Drei Meter daneben lenkt ein breiter Rosenbogen den Blick von der Terrasse aus raus auf die Kirschgärten oben am Lindelberg.

Überlassen Sie die Wahl der richtigen Kletterrose besser nicht dem Zufall.

Sich für eine bestimmte Kletterrose zu entscheiden, ist nicht einfach. Immerhin gehen drei bis fünf Jahre ins Land, bis aus einer jungen Kletterrose eine prächtige und gesunde große Kletterrose heranwächst. Fällt die Wahl auf ein Sensibelchen, ärgert man sich darüber wohlmöglich jahrelang. Entscheidet man sich für ein Stachelmonster, ist die Freude ganz sicher auch getrübt. Zumal bei Kletterrosen an Durchgängen  sollte man schon darauf achten, dass die Zweige leicht biegsam und wenig bestachelt sind.

Klug gewählte Farben sorgen für mehr Harmonie im Rosen- und Staudenbeet

Persönliche Vorlieben für bestimmte Farben spielen bei Wahl der richtigen Kletterrose eine wichtige Rolle. Jeder liebt die roten Kletterrosen des Nachbarn, nur ich persönlich mag sie nicht. Rote Rosen sind mir zu profan, behaupte ich, wohlwissend, dass kaum jemand das verstehen kann. Ich mag lieber Rosen in Rosa, Pink, Aprikot, Gelb und Weiß. Oder eben geflammte Rosen. Diese kann ich wunderbar miteinander und zusammen mit Stauden kombinieren, ohne dass eine einzelne Rose das Zepter im Beet komplett übernimmt. Sie fügen sich ein im Rosen- und Staudenbeet und genauso soll es sein – auch am Rosenbogen.

Mein Rosengarten mit Pink Parade, Alnwick Castle, Winchester Cathedral und vielen Rosen mehr im Hintergrund.

Mein westliches Rosenbeet mit Pink Parade am Klettergerüst, Alnwick Castle, Winchester Cathedral, Brother Cadfael und vielen Rosen mehr. Dazu ein weißes Tränendes Herz, Hortensien und jede Menge Frauenmantel im Hintergrund und zwischen den hinteren Rosen.

Auch die Farbe der Hauswand kann eine wichtige Rolle bei der Auswahl einer Kletterrose sein. Ist die Wand weiß oder hell getüncht, darf die Rose ruhig einige Nuancen dunkler sein. Vor einer dunklen Holzwand kommen dagegen helle Rosen besser zur Geltung.

Alles auch eine Frage des Standorts.

Gute Rosenschulen listen Rosen auch anhand der bevorzugten Lage auf. Diese Listen sind freilich nicht auf Ewigkeiten festgezurrt, doch die Erfahrung der Spezialisten ist mir persönlich schon sehr wichtig, zumal Rosen ja über einen langen Zeitraum hinweg im Garten wachsen und gedeihen sollen. Bis eine schlechte Erfahrung im Rosengarten wettgemacht ist, dauert es mitunter Jahre. Ja, ich weiß aus leidvoller Erfahrung, wovor ich warne.

Im Spätherbst 2012 kam nach langen Überlegungen Kletterrose New Dawn in meinen Garten. Begleitet von Graciosa zur linken und zartrosa blühenden englischen Strauchrosen zur rechten Seite behütet sie an einem zwei Meter breiten Rosenbogen den imaginären Ausgang des Gartens. Im Sommer 2013 erschienen bereits die ersten Blüten: Hübsch und auffallend groß sind sie und sie wirken fast wie aus feinstem Porzellan gemacht und duften herrlich fruchtig. Die schlanken, spitz zulaufenden rosaroten(!) Knospen der New Dawn erinnern zudem stark an Edelrosen. Zur Größe und zur Wuchskraft kann ich leider noch nicht viel sagen. Meine New Dawn ist  noch jung und ihre Triebe sind bislang keine ein Meter fünfzig lang. Ich leite sie von außen an den Rosenbogen erst heran, deswegen war bis zum letzten Herbst mehr als Kniehöhe leider nicht drin.

Ich bin mir allerdings sicher, dieses Jahr sieht das schon ganz anders aus. New Dawn ist schließlich ein Klassiker unter den robusten Kletterrosen. Widerstandsfähig gegen die üblichen Rosenkrankheiten und sehr winterhart. Ihre langen biegsamen Triebe lassen sich gut leiten und da sie kaum bestachelt sind, bleiben beim Bändigen der Triebe die Arme wohl vor den meisten Kratzern verschont. Wenn Sie mal einen Eindruck haben wollen, wie New Dawn aussieht, wenn sie erst einmal erwachsen ist, schauen Sie bitte kurz hier. Schön, nicht wahr.

Blüte der Kletterrose New Dawn

Rosenblüte der Kletterrose New Dawn im Oktober 2013

 


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