Gesünder Gärtnern trotz Allergien

Gepostet in Gartenwissen kompakt

Aufs Gärtnern verzichten, nur weil man Allergiker ist? Nicht mit mir. Zugegeben, es gibt Zeiten, in denen Allergiegeplagte vor lauter Schnupfen, tränende Augen und Kurzatmigkeit sich kaum vor die Türe trauen. Dann heißt es nur noch: Ab ins Bett und versuchen, zur Ruhe kommen.

Blumenbild Küchenschelle

Schön aber giftig: Pulsatilla, die Küchenschelle

Garten2Null.de hat das Problem Gärtnern trotz Pollenallergie kurz angerissen und warnt insbesondere vor Beifuß und Ambrosia. Ich unterschreibe das und füge hinzu: Lassen Sie sich den Spaß am Gärtnern trotzdem nicht vermiesen. Moderne Antiallergika helfen ungemein und wenn die handelsüblichen Medikamente aus der Apotheke nicht wirken: Gute und verständnisvolle Ärzte finden auch verschreibungsfähige, tatsächlich wirksame Antiallergika, die ein fast normales Leben trotz Allergie ermöglichen.

Allergien ändern sich im Laufe der Jahre


Noch ein (schwacher) Trost: Allergien ändern sich. Wer in jungen Jahren vielleicht unter Gräserallergien litt, leidet im Alter möglicherweise unter Kräuterpollen oder entwickelt eine Nahrungsmittel- oder Kontaktallergie. Insbesondere eine Desensibilisierung kann so einen Wechsel des Allergieauslösers auslösen oder zumindest begünstigen. Dies mit aller Vorsicht gesagt, denn ich bin keine Medizinerin, sondern eine Allergikerin, die fast keine ärztlich empfohlene Therapie ausgelassen hat. Von der Desensibilisierung über Eigenbluttherapie, Antiallergika bis hin zur Kur in Nordseeluft.

Was bei Allergien tatsächlich hilft

Sehr wirksam ist der Einbau einer Zwangsbe- und entlüftungsanlage inklusive Pollenfilter. So eine Baumaßnahme bietet sich natürlich nur bei der Planung eines Neubaus an. Bei dieser Gelegenheit achtet man besser auch darauf, möglichst keine belastende Werkstoffe zu verwenden. Baubiologen helfen bei der Auswahl der richtigen Materialien. Auf Staubfänger, Teppiche, Teppichböden, dicke Vorhänge, Federkernmatratzen, Federbetten etc. sollten Sie auch unbedingt verzichten. Aber das wissen Sie bestimmt schon längst.

Blumenbild Eisenhut

Sein Gift wirkt auch über Hautkontakt: Eisenhut.

Zurück zur ursprünglichen Frage: Gärtnern mit oder trotz Allergie? Ja, das geht! Auf Beifuß sollten Sie allerdings im Garten verzichten und den direkten Hautkontakt zu hochallergenen Pflanzen sollten Sie ebenfalls vermeiden. Dazu nun eine kleine Auswahl dieser kritischen Kontaktallergie auslösenden Pflanzen:

  • Ackergauchheil (Hautreizungen)
  • Arnika (Hautreizungen)
  • Astern (Hautreizungen, höchst allergen)
  • Bärenklau (Verbrennungen, Blasen, Hautreizungen)
  • Brennessel (Hautreizung)
  • Buschwindröschen (Entzündungen)
  • Chrysanthemen (Blasen, Rötungen)
  • Dahlien (Kontaktallergie)
  • Diptam (Verbrennungen und Blasen)
  • Efeu (Blasen, Rötungen)
  • Efeutute (Hautreizungen)
  • Eisenhut (hochgiftig für jeden)
  • Erdbeeren (Ausschläge)
  • Hahnenfuß (Geschwüre, Rötungen)
  • Fetthenne (Hautreizungen)
  • Juniperus / Sadebaum (Hautreizungen)
  • Kamille (Kontaktallergie)
  • Liguster (Ekzeme)
  • Lilien (Kontaktallergie)
  • Löwenzahn (Hautreizungen)
  • Maiglöckchen (Rötungen der Augen)
  • Narzissen (Schleim, gegen alle aggressiv)
  • Orchideen (Hautreizungen)
  • Primeln, Becherprimeln (Rötungen, Blasen)
  • Rainfarn (Hautreizungen)
  • Schafgarbe (Hautreizungen)
  • Schneeglöckchen (Saft aggressiv)
  • Seidelbast (Hautrötungen)
  • Sonnenblumen (Hautrötungen)
  • Sonnenröschen (Hautreizungen)
  • Studentenblume (Hautreizungen)
  • Tagetes (Hautreizungen)
  • Thuja, Lebensbaum (Ekzeme)
  • Tagetes (Hautreizungen)
  • Tomaten (Kontaktallergie, juckende Blasen)
  • Tulpen (Tulpenfinger u. nach 10-12 Stunden juckende Blasen)
  • Vergissmeinnicht (Hautreizungen)
  • Weinraute (Blasen, Hautreizungen)
  • Wolfsmilch (Blasen, Hautreizungen)
  • Zaunrübe (Blasen, Rötungen)
  • Zwiebeln (Saft aggressiv)

Etwa 200 heimische Heil-, Wild-, Zier- und Zimmerpflanzen können bei bestimmten, so disponierten Menschen zu Allergien führen, schätzen Experten und alleine diese große Anzahl macht klar: An guten Handschuhen führt beim gesunden Gärtnern kein Weg vorbei. Das häufige Waschen dieser Handschuhe kommt hinzu. Und da liegt derzeit noch vieles im Argen. Denn: Gute Gartenhandschuhe, die waschbar, griffig, nicht zu klobig, haltbar und auch noch bezahlbar sind, sind äußerst rar gesät. Diesbezügliche Tipps sind herzlich willkommen.

 


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