Nicht hacken bringt Segen: 10 pflegeleichte Pflanzen für Faule.

Gepostet in Gartenwissen kompakt

Einen Garten zu besitzen ist das Eine. Einen Garten pflegen und zum Blühen zu bringen, das Andere. Mit Fulltimejob, Familie und zeitintensiven Hobbys fehlt vielen einfach die notwendige Zeit (und auch das Wissen). Deshalb mal auf die Schnelle ein paar ultimative Tipps und

Pflegeleichte Pflanzen für faule Gärtner Hobbygärtner in Zeitnot.

Platz 1: Die Spornblume.

Eine pflegeleichte Pflanze, die sogar auf Schotter wächst: Spornblumen

Spornblume im Schotter

Eine krautige Pflanze, die scheinbar weder Gießwasser noch Erde zum Leben braucht. Je trockener der Standort, desto üppiger blüht sie und das bis zum ersten Frost. Dabei kann sie gut einen Meter hoch und ebenso breit werden. Wenn man sie lässt. Anderfalls greifen sie einfach zur Schere. Die Spornblume eignet sich netterweise auch als Schnittblume für die Vase und dient als Lückenfüller in bunten Sommerblumensträußen.


Der Nachteil der Spornblume ist zugleich ein Vorteil: Einmal im Garten etabliert, sät sie sich gerne überall aus. Doch keine Angst. Die Spornblumensämlinge- und Jungpflanzen lassen sich auch ganz einfach wieder aus dem Boden ziehen.

Noch ein Vorteil der pflegeleichten Spornblume: Sie ziehen Schmetterlinge und das seltene Taubenschwänzchen wie magisch an. Wenn Sie also trockene Flächen schnell, einfach und üppig begrünen wollen, Spornblumen gibt es in Rot und Weiß.

Platz 2: Thymian und Steppensalbei.

Was wäre mein Garten ohne diese beiden tollen Kräuter. Thymian und Salbei breiten sich gerne aus und blühen dabei üppig, sofern man sie in Ruhe in der Sonne braten lässt. Nicht gießen, nicht düngen. Nur warten und die Sämlinge breiten sich ungeniert aus. Platz zum Wachsen finden sie in der kleinsten Pflasterritze.

Steppensalbei entlang der Gartentreppe

Thymian wächst bei mir an manchen Stellen bereits als Ersatz für den nicht gedeihen wollenden und viel zu arbeitsintensiven Rasen. Der hohe blaue Salbei gedeiht äußerst prächtig am Rand der Treppe (dort wo eigentlich nur Schotter unter einer hauchdünnen Sandschicht ist) und breitet sich von dort immer weiter in die Wiese aus. Steppensalbei besitzt meterlange Wurzeln und sichert mit ihnen den Sonnenhang.

Thymian in Gehwegritzen

Einzige Pflege: Nach der Blüte 10 cm über dem Boden abschneiden. Beim Thymian erledigt dies teilweise der Rasenmäher. Der Salbei blüht danach noch ein zweites Mal und erfreut das Auge bis zum Frost. Noch ein dickes Plus für den Thymian: Die Küchenchefin freut sich stets über die kurzen Wege vom „Kräutergarten“ zur Küche. Frischen Thymian für mediterrane Fleisch- und Gemüsepfannen sind praktisch das ganze Jahr über zu haben. Es sei denn, es liegt Schnee.

Platz 3: Sedum alba

Sedum alba

 

Ein ungemein praktischer Bodendecker, den ich an dieser Stelle bereits ausgiebig gelobt und besprochen habe. Sieht auch blühend sehr hübsch aus, wie oben im Bild zu sehen ist. Diese kleine Teppichsedum macht sich auch als Unterpflanzung nützlich für Kübelpflanzen, die gerne eine schattigen Fuß haben, beispielsweise das Afrikanische Blauflügelchen. Am Beetrand entlang gepflanzt helfen die pflegeleichten Pflanzen, Gartenwege sauber zu halten. Ein wichtiger Zusatznutzen, der insbesondere entlang von Hangbeeten nicht zu unterschätzen ist.

Sedum alba

Platz 4. Die Wüstenaster

Gelbe Blüten und silbergraues Laub machen diese ausdauernde dekorative Staude so interessant. 20 Zentimeter Wuchshöhe und dazu ein dichter horstartiger Wuchs. Bei der Wüstenaster ist ihr Name Programm: Sie verträgt sehr trockene Standorte und viel Sonne ohne zu murren. Pflege: Nach der Blüte im Juni bodennah abschneiden. Sie treibt wieder aus. Die Wüstenaster kann man gut teilen, so dass man schnell große Flächen mit ihr bedecken kann. Außerdem sät sie sich ebenfalls gerne und zuverlässig aus. Sofern man sie lässt und die Hacke nicht zu oft verwendet. Die leichteste Übung für faule Gärtner.

Platz 5. Die Japanische Herbstanemone

Überlegen Sie es sich gut, wie viel Platz sie dieser Schönen einräumen möchten. Denn wenn sie einmal Fuß gefasst hat, bleibt sie – am liebsten für immer. Die Herbstanemone wurzelt sehr tief und jedes einzelne Wurzelstück treibt zur komplett neuen Pflanze wieder aus. Die rosanen Herbstanemonen sind in dieser Beziehung noch viel stärker als die etwas manierlicheren weißen Sorten.

Blumenbild rosa Herbstanemone

Herbstanemonen säen sich auch gerne aus und sind dann mit dem Standort absolut nicht wählerisch. Es darf ruhig trocken und mager sein. Ist der Boden fetter und feuchter, wächst die Pflanze allerdings deutlich üppiger. 1,5 bis 1,8 Meter hoch sind da durchaus drin.

Im Laufe der Jahre bildet die Japanische Herbstanemone durch Wurzelausläufer stattliche Horste aus und eignen sich dadurch hervorragend für den Hintergrund von Staudenbeeten. Denn bis die ersten Blätter im Frühling erscheinen, dauert es ein Weilchen. Das bedeutet: Zwiebelgewächse, die im zeitigen Frühling blühen, können sie gerne dazu und dazwischen setzen. Beide verstehen sich und stehlen einander nicht die Show.

Platz 6. Taglilien

Am besten sind m. E. die kleinen und mittelgroßen Sorten. Von Juni bis September blüht fast täglich eine neue Blüte auf. Die genügsamen, absolut pflegeleichten Pflanzen halten sogar den beengten Platz von Betonpflanzsteinen aus und wirken, sofern man in einer mit Betonpflanzsteinen gebauten Mauer die Pflanzen in größeren Verbänden über- und nebeneinander setzt, richtig klasse aus. In Beeten und freistehend können es gerne auch die größeren Sorten sein. Einziger Nachteil der Taglilie: Auch Schnecken mögen manche Sorten (nicht alle) zum Fressen gern. Dagegen helfen auch nur rabiate Methoden wie das Durchschneiden der Kriechtiere und/oder das regelmäßige Streuen von Schneckenkorn.

Taglilie Frans Hals

Taglilie Frans Hals

Die Pflege ist einfach: Etwas Dünger im zeitigen Frühjahr und noch einmal im Juni, ersatzweise ein bisschen (!) Kompost oder Depotdünger. Und: Komplett verblühte Blütenstiele bitte abschneiden.

Platz 7. Rosen sind meine persönliche Nummer eins

Jawohl! Rosen sind ideal für Gärtner in Zeitnot. Warum: Der Pflegeaufwand ist vergleichsweise gering und sofern Sie Standort gerechte robuste Sorten auswählen, machen Rosen wirklich wenig Mühe. Sie wurzeln enorm tief und daher halten gut etablierte Rosen auch längere Trockenperioden problemlos aus. Sternrußtau und Mehltau sind bei vielen modernen Rosen so gut wie kein Thema mehr. Zumindest dann nicht, wenn der Standort stimmt und wenn der Gärtner nicht den Fehler macht, die Rose komplett falsch zu düngen.

Larissa vor Lavendel

Larissa blüht im Hangbeet zu Füßen von Lavendel

Fragen Sie einen guten Rosenzüchter, Baumschule bzw. Gärtnerei, welche Sorte sich für Ihren speziellen Standort empfiehlt und achten Sie unbedingt auf die Angaben zur Krankheitsresistenz. Wenn Sie Ihre Rose dann auch noch richtig einpflanzen und dabei gute Rosenerde verwenden, wird alles gut. Und wer weiß: Vielleicht ist das der Beginn Ihrer lebenslangen Liebe zu Rosen.

Achten Sie bei den Rosenzüchtern auf den Hinweis „Anfängerrosen“ oder „Für Anfänger geeignet“. Diese Rosen sind besonders pflegeleicht und zudem meistens dankbare Dauerblüher.

Platz 8: Die Katzenminze (Nepeta)

Die Staude des Jahres 2010. Für die Südseite wählen Sie am besten die Sorten mit kleinen graugrünen Blättern, für halbschattige Plätze großblumige Sorten mit dunkelgrünen Blättern. Im verlinkten PDF steht alles, was Sie über Nepeta wissen sollten.

Nachbars Katzen sind übrigens tatsächlich von meiner Katzenminze begeistert. Sie setzen sich oft daneben und kauen auf den Blättchen herum, aber scheinbar ohne ganze Stängel abzubeißen. In meinem früheren Garten sah ich Katzen der Nachbarschaft, die sich mitten in die Katzenminze legten und sich dabei offensichtlich sehr wohl fühlten. Bei den niedrigen, eher kriechenden silbergrünblättrigen Katzenminzen ist dies auch weiter kein Problem. Steht die Katze auf, erholt sich das Kraut.

Platz 9: Hosta / Funkien / Herzlilie

Die beste Wahl für halbschattige und schattige Plätze. Funkien decken mit ihren teilweise riesigen Blättern große Flächen ab und was daran das Beste ist: Diese Flächen bleiben darunter weitgehend unkrautfrei, sofern Sie im Frühjahr rechtzeitig ringsherum gejätet haben. Hostas haben nicht nur ein überaus schönes Laub, sie blühen auch. Blasslila und weiße Blüten stehen im hoch über den Blättern und betören sogar mit leichtem Duft. Sofern der Standort richtig gewählt ist, sind Hostas einfach nur schön. Besonders Sorten mit panachierten Blättern leuchten attraktiv und werten dadurch selbst das hinterste und dunkelste Eck im Garten auf.

Pflegeleichte Pflanzen für Schattenbereiche: Hosta / Funkien

Pflegeleichte Pflanzen für Schattenbereiche: Funkien

Platz 10: Dickmännchen (Pachysandra terminalis)

Ein Bodendecker und Unkraut-Verhinderer, aber einer, der auch im Schatten, unter Bäumen und Büschen bestens gedeiht. Wo das Dickmännchen steht, kommt kein anderes Kraut mehr durch und das ist wirklich toll und spart Arbeit ohne Ende. Faule Gärtner wissen genau das sehr zu schätzen.


    2 Kommentare

  1. Ich danke für diesen schönen Rat! Ich hab da noch so ein paar Fleckchen frei…

  2. Super ganz herzlichen dank!!!

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