Oma Agnes Allgäuer Krautkrapfen

Gepostet am Mai 25, 2013 in Rezepte

Meine Schwiegeroma Agnes war eine sehr warmherzige Frau, die wunderbar kochen und auch erzählen konnte. Als ich sie kennenlernte war ich 16 und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie sich schon bald anschickte, mich, die „Feel des Bua“, in die Geheimnisse ihrer guten Küche einzuführen. Immerhin musste sie ja dafür sorgen, dass ihr einziger Enkel auch ohne ihr Dazutun seine Lieblingsgerichte aufgetischt bekommt. Wenn man bedenkt, dass ich bis dahin weder einen Sinn fürs Kochen hatte, noch – bis auf die obligatorischen Spätzle - Allgäuer Rezepte kannte, war das schon ein ziemlich großes Unterfangen. Denn bei meiner Mutter wurde traditionell rheinische Küche gekocht und dazu Gerichte aus den Regionen und Ländern, in denen meine Eltern bis dahin gelebt hatten.

Agnes war Zeit ihres Lebens nicht aus Marktoberdorf herausgekommen. Was sie brauchte, wurde im Ort und noch zu Fuß besorgt. Dafür hatte ihr Hans, ihr Mann, einen Handwagen gebaut. Mit luftgefüllten Reifen, stabilem Rahmen und breiter Ladefläche – ein wendiges Gefährt, mit dem Agnes selbst mehrere Getränkekisten bequem nach Hause schieben konnte. Hans war Werkzeugmacher und konnte einfach alles. Agnes hielt trotz der Einkaufsmöglichkeit vor Ort nichts davon, Mehl in „winzigen“ Ein-KiloTüten heimzutragen. Sie hatte extra eine große Mehlschublade im Küchenbuffet. Und statt umständlich eine Waage zu befragen, griff sie lieber mit der Hand in diese Mehlschublade und holte sich so viel Mehl, wie sie gerade brauchte. Deswegen war’s anfangs für mich eine gewisse Herausforderung, die richtigen Mengen für alle Zutaten ihrer Gerichte herauszufinden.

Zutaten und das Rezept für Oma Agnes Krautkrapfen

Für den Strudelteig 2 Eier, 2 halbe Eierschalen Wasser, 2 Esslöffel Öl, 1 Prise Salz mit einander verquirlen und dann zusammen mit 250 Gramm Mehl zu einem festen Strudelteig kneten. Agnes machte dies immer von Hand. Mit der großen Küchenmaschine geht’s noch besser, finde ich. Nach dem Kneten den Teig in eine bemehlte Schüssel legen, mit Öl einpinseln und mit einem Teller abdecken. Der Teig muss jetzt mindestens eine halbe Stunde lang ruhen – besser noch länger.


In der Zwischenzeit wird das Sauerkraut gekocht: Eine gehackte Zwiebel in Fett andünsten, 1 EL Zucker darüber geben und leicht karamellisieren lassen, dann eine Dose Sauerkraut dazugeben und eine 3/4 Dose Wasser. Würzen mit Nelken, Wacholderbeeren, Kümmel, Lorbeerblatt. Aufkochen lassen und dann bei milder Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen. Anschließend das Sauerkraut über ein Sieb abgießen aus auskühlen lassen.

Tipp: Es lohnt sich, Strudelteig und Kraut schon morgens vorzubereiten, wenn es mittags Krautkrapfen geben soll.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche Strudelteig möglichst dünn ausrollen. Je dünner, desto besser. Ist der Teig geschmeidig, legt man ihn auf ein Geschirrtuch über den Arm und zieht den Teig noch weiter bis er die richtige Länge und Breite erreicht hat.

Ist der Strudelteig fertig, belegt man ihn dünn mit dem abgetropften und ausgekühlten Sauerkraut. Dazu kommt nun, je nachdem was der Kühlschrank hergibt: fein gewürfelter Braten vom Wochenende, gewürfelter durchwachsener Speck (am besten schon ausgelassen und auf Küchenpapier vom überflüssigen Fett befreit) oder Bacon. Gewürzt wird mit Pfeffer aus der Mühle und reichlich Kümmel.
Strudel von einer Seite her aufrollen und anschließend den Strang mit einem scharfen Messer in etwa handbreite Scheiben schneiden.
In einer hohen, beschichteten Pfanne fingertief Wasser zum Kochen bringen, ein gutes Stück (2 Esslöffel) Butterschmalz dazugeben und schmelzen lassen. Krautkrapfen nebeneinander in die Pfanne setzen, mit einem Deckel gut verschließen und 15 Minuten bei milder Hitze köcheln.

Nach etwa 15 Minuten „schwätzen“ die Krapfen. Das heißt, das Wasser dürfte nun verdampft bzw. von den Krapfen aufgesogen worden sein und sie beginnen unten braun zu werden. Schauen Sie vorsichtig nach, ob der mittlere Krapfen schon bereit zum Wenden ist. Wenn ja, alle Krapfen umdrehen und für weitere zehn Minuten bei kleiner Flamme und ohne Deckel weiter braten. Ggf. noch etwas Butterschmalz oder Öl nachgeben, damit die Krautkrapfen nicht anbrennen.

Direkt in der Pfanne und heiß servieren. Allgäuer Krautkrapfen schmeckt allen, auch Kinder, die sonst bei Sauerkraut gerne herummäkeln.

Guten Appetit.

Tipp: Reste lassen sich gut langsam in der Pfanne und sogar in der Mikrowelle aufwärmen. 

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    2 Kommentare

  1. Hallo,
    wir stießen bei der Bildrecherche auf diese sehr ansprechenden Krautkrapfen-Bilder.

    Frage: stehen diese Bilder zur einmaligen Veröffentlichung in einem Kochbuch in unserem Verlag zur Verfügung?

    Bitte melden Sie sich doch kurz diesbezüglich bei uns. Wir würden uns sehr freuen.

    MfG
    Oertel+Spörer Verlag

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