Die Wildblumenwiese, wo Hase und Fuchs sich gute Nacht sagen.

Gepostet am Jul 5, 2013 in Landleben

Bei uns auf der großen Wildblumenwiese, sagen sich Hase und Fuchs gute Nacht. Deshalb wundere ich mich schon lange nicht mehr, wenn morgens Hasen keine fünf Meter hinter der Terrasse entlang hoppeln und Rehe zum Äsen erscheinen. Tirilierende Lerchen und grasende Stare in großen Scharen, jagende Katzen (viel zu viele, wenn Sie mich fragen) und ab und an eine Herde mit Schafen ... all' das ist ganz normal. 

Kirschbaum auf der großen Löwenzahnwiese

Doch je höher das Gras im Sommer wächst, desto wahrscheinlicher, dass der Betrachter nur einen Bruchteil des Geschehens auf der großen Wiese überhaupt bemerkt. In trockenen heißen Sommern ähnelt die Wiese der afrikanischen Savanne. Wenn es dann irgendwo raschelt und Gräser sich plötzlich anders als die anderen bewegen, ist vermutlich ein unsichtbarer Wiesenbewohner unterwegs. Ob Löwe, Stubentiger, Hase oder Fuchs bleibt ein Geheimnis - zumindest solange bis der Bauer mit seinem Mäher kommt.  

Anfang Juni stehen die Gräser meterhoch auf der großen Wiese

Anfang Juni verbergen sich viele Geheimnisse im hohen Gras.


Falken rütteln für Minuten in der Luft und jagen anschließend mit einem Affenzahn quer durchs Gelände. Nichts ist vor ihnen sicher, noch nicht einmal ich. Bei ihrer Jagd schießen sie gerne mal im Tiefflug ums Eck - nur Zentimeter über meinem Kopf hinweg. Sperber sind nicht weniger frech. Einer hat sich im Winter sogar auf meine Gartenbank vor der Haustüre gesetzt, um bequem sein Frühstück am Futtersilo abzufangen und direkt an Ort und Stelle zu zerlegen. Ein Gemetzel, das nur blutige Federn hinterlässt. Natur ist grausam bisweilen.


Nach Sonnenuntergang kommen dann die Fledermäuse aus ihren Schlafplätzen und jagen alles, was ihnen vors Maul geflogen kommt. Faszinierend, ihnen dabei zuzusehen. Igel rangeln lautstark miteinander und ein Iltis, der in der benachbarten Scheune wohnt, schaut ihnen neugierig zu.

Anfangs fand ich das Rufen der Füchse etwas unheimlich, doch inzwischen habe ich mich auch daran gewöhnt. Schließlich beweist das nur, dass bei uns im Dorf die Welt noch so ziemlich in Ordnung ist. Obwohl oder gerade weil rund um Igensdorf das größte zusammenhängende Kirschenanbaugebiet Europas ist und Streuobstwiesen, Kirschgärten, Hopfengärten, Äcker und Wiesen landwirtschaftlich so intensiv genutzt werden.

Mein neuestes Naturerlebnis: Ein prächtiger Fasan stolziert in etwa 50 Metern Entfernung vor dem Kirschgarten des Nachbarn umher. Was für ein schönes Tier! Vermutlich gehört die Wiese schon lange zu seinem Revier, doch solange das Gras hoch gewesen ist, blieb er für meine neugierigen Blicke unsichtbar.

Landschaftbild blühender Kirschbaum auf der Löwenzahnwiese

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Feldhase frühmorgens auf der Wiese

Meister Lampe hoppelt im März gut sichtbar auf seiner Wiese

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Stieglitz (Distelfink) erntet Sauerampfersamen

Ein Stieglitz erntet Sauerampfersamen

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Fasan am Rande des Kirschgartens

Wer hier wen beobachtet, wird erst bei der Vergrößerung sichtbar.

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Ein stolzer Fasan

Ein Fasan stolziert zwischen Gemüsebeet und Kirschgarten ...

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Greifvogel beobachtet neugierig den Spaziergang des Fasans

... und ein neugieriger Greifvogel beobachtet den Spaziergang des Fasan

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Mitte März zieht eine riesige Schafherde vorbei und weidet das erste frische Grün.

Mitte März zieht eine riesige Schafherde vorbei und weidet das erste frische Grün.

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Hase, Fasan und Greif kommen leider ein bisschen unscharf daher. Ich bitte um Nachsicht.


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  1. Löwenzahnwiese mit blühendem Kirschbaum - Mein Blumenbild des Tages - […] tatsächlich noch Hase und Fuchs gute Nacht und über allem kreisen wachsame Falken. Ein wahres Idyll, schauen sie […]

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