So bepflanzen Sie Hangbeete schön und abwechslungsreich.

Pflanzen in der Ebene kann jeder. Wenn Sie allerdings im Hang Stauden, Gehölze oder Rosen pflanzen möchten, müssen Sie sich schon etwas einfallen lassen, damit Gießwasser bei den Wurzeln der neu gesetzten Pflanzen überhaupt ankommt. Abrutschende Erde ist ein zusätzliches Problem am Hang, das Sie jedoch recht gut mit Böschungsmatten in den Griff bekommen.

Ideal für große Flächen: Böschungsmatten aus Jute oder Kokosfasern

Für große Böschungen oder Uferzonen sind mehr oder minder grobmaschige Schutzmatten aus Jute oder Kokos einfach ideal. Sie werden mit Eisenhaken im Boden fest verankert und verhindern Erosion. Wo Pflanzen stehen sollen, wird die Matte einfach kreuzweise eingeschnitten und anschließend die Pflanze gesetzt. Einige Schutzmatten haben zum Bepflanzen auch richtige „Taschen“, geräumige Ausbuchtungen für Erde und Wurzelballen. Im Laufe der Jahre verrottet die Matte und liefert dann quasi eine Lage Kompost für die inzwischen eingewachsenen Pflanzen.

Bodendecker am laufenden Band

Wenn ein Hang besonders schnell begrünt werden soll, helfen Erosionsschutzmatten, die fix und fertig mit Bodendeckerpflanzen bewachsen sind oder in die spezielles Saatgut verwoben wurde.  Fleißiges Gießen in den ersten Wochen ist oberste Pflicht, ebenso das gründliche Vorbereiten der Fläche, inklusive möglichst tiefes Ausgraben aller Unkräuter sowie Einarbeiten von gut abgelagerten reifen Kompost.

Der größte Vorteil der Pflanzmatten ist: Sie unterdrücken das Auflaufen von Unkraut, zumindest eine Weile lang. Wie lang, ist abhängig von der Webdichte des Gewebes, Bewuchs und davon, wie oft der Gärtner die Bepflanzung wechseln oder ergänzen möchte. Je mehr Schlitze für Pflanzen (auch Blumenzwiebeln) geschnitten werden, desto größer die Angriffsfläche für anfliegende Beikräuter.

So bepflanzen Sie kleine Böschungen gut und sicher

Auch kleine abschüssige Beete und Böschungen sind bisweilen schwierig zu bepflanzen. Wenn der Boden eher sandig ist oder quasi nur aus Schotter besteht, haben es Pflanzen besonders schwer Fuß zu fassen. Einerseits weil Regen und Gießwasser schneller vorbeirauscht, als es bei den Wurzeln ankommt. Andererseits weil ihnen anfangs noch die notwendige Bodenhaftung fehlt. Hinzu kommt: höhere Pflanzen kippen vorne leicht über, weil die Schwerkraft nun mal nach unten weist.

Ein bodenlosen Blumentopf sorgt von Anfang an für mehr Stabilität.

Ein bodenlose Topf ist ideal um Rosen, Hortensien und größere Stauden in ein Hangbeet zu pflanzen. Und so geht’s: Besorgen Sie sich einen geräumigen, das heißt im Verhältnis zur Pflanze ausreichend großen Blumentopf, Kübel oder Baueimer aus Kunststoff und schneiden Sie unten den Boden heraus. Zurück bleibt eine Art Kunststoff-Kragen. Jetzt nur noch ein ausreichend großes Loch in den Hang graben, Kragen (senkrecht) einsetzen und darin nun mit guter Pflanzerde die Pflanze setzen. Auch wenn es anfangs komisch aussieht: Lassen Sie einen kleinen Gießrand stehen, Sie tun sich beim Gießen  einfach leichter.

Auf die richtige Auswahl der Pflanzen kommt es an

Mehr als anderswo im Garten kommt es bei einem Hangbeet auf die richtige Auswahl der Pflanzen an. Besonders anspruchsvoll ist ein Südhang: Die Sonne brennt im Sommer den ganzen Tag, der Hang selbst speichert zusätzlich Wärme und das Gießwasser rauscht ungebremst an den Wurzeln vorbei.  Die Hangbepflanzung muss das alles aushalten und bestenfalls dabei noch gut aussehen.

Sedum – ideal am Hang und am Wegrand entlang

Unentbehrlich für alle Böschungen, die nach Süden zeigen, ist Sedum, also niedrige Fetthennen. Das sind teppichbildende dickfleischige Pflanzen, die alles überwuchern, sogar Steine und Mauerritzen und dabei ohne jegliche Pflege auskommen. Was sie nicht mögen ist Staunässe.  Sedum am Fuß oder entlang eines Hanges und am Gartenweg entlang gepflanzt, hält Erde zurück und hält so den Weg immer schön sauber.

Bodendecker und weitere Stauden für das sonnige Hangbeet. Eine kleine Auswahl.

  • Teppich-Johanniskraut, Hypericum calycinum
  • Katzenminze, Nepata, besonders die niedrigen Sorten machen sich gut als Erosionsschutz und blühen unermüdlich vom Frühling bis zum Frost. Sobald sie verblüht sind und nicht mehr schön aussehen, einfach abschneiden und die Katzenminze treibt munter aus und blüht in kürzester Zeit.
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri, hat lange Pfahlwurzeln, wirkt federleicht und hat dabei eine tolle Fernwirkung.
  • Steppensalbei. Meterlange Wurzeln halten die Erde fest und versorgen die Pflanze stets mit ausreichend Wasser. Blüht zweimal zwischen Juni und September.
  • Spornblume. Ein Schmetterlingsmagnet von enormer Robustheit. Wächst problemlos auch im blanken Schotter und ohne gießen. Selbst lange Trockenperioden übersteht die Spornblume klaglos.
  • Taglilien (Hemerocallis), ganz besonders lobenswert: die kleine, gelb und früh blühende Sorte Stella d‘ Oro oder die zweifarbige Sorte Frans Hals. Im Grunde funktioniert jede Taglilie am Hang, sie sollte nur nicht zu hoch sein.
  • Herbst-Anemonen. Sie bildet starke Ausläufer und ist sehr robust, übersteht auch Trockenzeiten, sofern sie nicht allzu lange dauern. Auf halbschattigen, gut feuchten, humosen Boden gedeiht die Herbst-Anemone jedoch deutlich besser als in einem trockenem Südhang.
  • Frauenmantel, Alchemilla mollis. Vielseitig zu verwenden, auch als grünes Beiwerk für Blumensträuße. Wächst in jedem Boden, je feuchter und je besser der Boden, desto üppiger.
  • Bergenie, robust, langlebig und mit schönen Blüten im Frühling.
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht, Brunnera macrophylla, übersteht auch Trockenzeiten. Um üppige Blüten und Blätter auszubilden, sollte man bei lang anhaltender Trockenheit mit Wasser allerdings nicht sparen. Brunnera zeigt allerdings sehr deutlich an, wenn sie durstig ist.
  • Storchschnabel, Geranium, bei der Auswahl in der Staudengärtnerei Ihres Vertrauens fragen Sie am besten nach trockenheitsverträglichen Sorten.
  • Purpurblauer Steinsame, Lithospermum purpurocaeruleum.
  • Rosa Nachtkerze, Oenothera speciosa. Sie bildet dichte Polster, wenn man sie lässt und zeigt hübsche, etwa fünf Zentimeter große Trichterblüten in einem sehr zarten Rosé.
  • Missouri-Nachtkerze blüht den ganzen Sommer über. Ihre riesigen gelben Blüten ziehen Nachtschwärmer magisch an.
  • Rosen, Bodendeckerrosen wie beispielsweise Sommerwind, Sunny, Swany, Sternenflor. Die Auswahl der Rosenzüchter ist riesig. Achten Sie bei der Auswahl auf das ADR-Zeichen und auf die Standort-Empfehlung des Züchters.
  • Gelber Sonnenhut, Rudbeckia fulgida, bildet dichte Ausläufer. Braucht allerdings auch genügend Wasser, insbesondere zur Blütezeit.
  • Wüstenaster. Ihr Name ist Programm. Die kleine Polsterstaude blüht im Mai gelb und hat grau-silbriges Laub.
  • Polsterstauden aller Art (Blaukissen, Steinkraut, Schleifenblumen etc.)
  • Wolfsmilchgewächse, beispielsweise Walzen-Euphorbia
  • Lupinen. Die Tiefwurzler halten sogar Böschungen an Autobahnen aus und wachsen in freier Natur auch in mageren Böden am Waldrand.
  • Blauer und weißer Lein. Die niedrigen Sorten sind fürs Hangbeet am besten geeignet. Die hübschen Dauerblüher haben sehr lange Wurzeln und benötigen kaum Pflege.
  • Kriechspindel oder Teppichspindel, Euonymus, am schönsten sind die Sorten mit panachierten Blättern. Absolut trockenheitsverträglich und zudem immergrün. Wächst überall, auch in schattigen Lagen.
  • Yucca-Lilie. Dieses mächtige Gewächs ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Eine kleine Staudenauswahl für schattige/halbschattige Hangbeete und Böschungen

  • Immergrün, Vinca minor. Das kleine Immergrün wuchert nicht so stark wie sein großer Bruder, bildet dennoch recht zügig dichte, immergrüne Flächen und blüht im Frühling blau.
  • Dickmännchen, Ysander, Pachysandra. Einmal angewachsen bildet Ysander ein sehr dicht geschlossene Pflanzendecke mit einen nahezu undurchdringbaren Wurzelwerk. Dagegen kommt noch nicht einmal Löwenzahn an. Auch geeignet für richtig steile Böschungen. Ysander benötigt meiner Erfahrung nach keinerlei Pflege.
  • Haselwurz, Asarum, mit hübschen glänzenden runden Blättern. Wächst bei uns in lichten Laubwäldern. Haselwurz wächst sehr langsam und braucht viel Zeit, um eine größere Fläche  vollständig zu bedecken. Beim Einkauf also lieber nicht an der Anzahl der Pflanzen sparen.
  • Maiglöckchen, Convallaria majalis, braucht ebenfalls viel Zeit, um sich im Garten einzugewöhnen. Wo es ihm gefällt, bildet es jedoch richtig dichte Wurzelteppiche.
  • Pfingstveilchen, Viola, sehr lobenswert weil dieses überaus wüchsige Veilchen Unkraut unterdrückt und ungeheuer robust ist.
  • Teppich-Ungarwurz oder Horstiges Ungarwurz, Waldsteinia
  • Kriechender Spindelstrauch, Euonymus, am schönsten mit panachierten Blättern. Absolut trockenheitsverträglich und zudem immergrün.
  • Teppichmispel, Kriechmispel, Contoneaster, bestens für Nichtgärtner geeignet. Macht Flächen das ganze Jahr über grün, wächst in Sonne, Halbschatten oder Schatten, braucht – außer einer kleinen Düngergabe im Frühling – keinerlei Pflege und unterdrückt Unkraut. Sieht allerdings auf großen Flächen schnell langweilig aus und sollte nicht in Obstanbaugebieten gepflanzt werden, da Contoneaster anfällig für den Feuerbrand ist und dieser möglicherweise auch an benachbarte Obstgehölze überträgt.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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