So bepflanzen Sie Hangbeete schön und abwechslungsreich.

Gepostet in Gartenwissen kompakt

Pflanzen in der Ebene kann jeder. Wenn Sie allerdings Hangbeete mit Stauden, Gehölze oder Rosen bepflanzen möchten, müssen Sie sich schon etwas einfallen lassen, damit Gießwasser bei den Wurzeln der neu gesetzten Pflanzen überhaupt ankommt. Abrutschende Erde ist ein zusätzliches Problem am Hang, das Sie jedoch recht gut mit Böschungsmatten in den Griff bekommen.

Taglilie

Ideal für große Flächen: Böschungsmatten aus Jute oder Kokosfasern

Für große Böschungen oder Uferzonen sind mehr oder minder grobmaschige Schutzmatten aus Jute oder Kokos einfach ideal. Sie werden mit Eisenhaken im Boden fest verankert und verhindern Erosion. Wo Pflanzen stehen sollen, wird die Matte einfach kreuzweise eingeschnitten und anschließend die Pflanze gesetzt. Einige Schutzmatten haben zum Bepflanzen auch richtige „Taschen“, geräumige Ausbuchtungen für Erde und Wurzelballen. Im Laufe der Jahre verrottet die Matte und liefert dann quasi eine Lage Kompost für die inzwischen eingewachsenen Pflanzen.

Im Frühling punkten Polsterstauden und Zwiebelblüher am Hang.

Im Frühling punkten Polsterstauden und Zwiebelblüher am Hang.

So bepflanzen Sie kleine Böschungen gut und abwechslungsreich.

Auch kleine abschüssige Beete und Böschungen sind bisweilen schwierig zu bepflanzen. Wenn der Boden eher sandig ist oder quasi nur aus Schotter besteht, haben es Pflanzen besonders schwer Fuß zu fassen. Einerseits weil Regen und Gießwasser schneller vorbeirauscht, als es bei den Wurzeln ankommt. Andererseits weil ihnen anfangs noch die notwendige Bodenhaftung fehlt. Hinzu kommt: höhere Pflanzen kippen vorne leicht über, weil die Schwerkraft nun mal nach unten weist.

In einem Hangbeet sitzt jede Pflanze in der ersten Reihe


Die gute Nachricht: Kleine Stauden, Polsterpflanzen, Blumenzwiebelgewächse und Bodendecker werden ganz normal wie in jedem anderen Beet auch gepflanzt. Ein bisschen gute Pflanzerde "unter die Füße", angießen und gut ist. Das Besondere am Hangbeet ist die Optik, die dafür sorgt, dass auch Pflanzen in der zweiten, dritten oder vierten Reihe sehr gut zu sehen sind. Das Beet gleicht einem Amphitheater und alle Blumen sitzen auf ihrem eigenen Präsentierteller in der ersten Reihe.

Ein bodenloser Pflanzcontainer sorgt von Anfang an für mehr Stabilität am Hang.

Ein bodenloser Blumentopf ist ideal um Rosen, Hortensien und größere Stauden in ein Hangbeet zu pflanzen. Und so geht’s: Besorgen Sie sich einen geräumigen, das heißt im Verhältnis zur Pflanze ausreichend großen Blumentopf, Kübel oder Baueimer aus Kunststoff und schneiden Sie unten den Boden heraus. Zurück bleibt eine Art Kunststoff-Kragen. Jetzt nur noch ein ausreichend großes Loch in den Hang graben, Kragen (senkrecht) einsetzen und darin nun mit guter Pflanzerde die Pflanze setzen. Auch wenn es anfangs komisch aussieht: Lassen Sie einen kleinen Gießrand stehen, Sie tun sich beim Gießen  einfach leichter. Wenn der Hang erst einmal zugewachsen ist, werden Sie Ihren Hilfsbehälter nicht mehr sehen.

Tagllilie am Hang

Taglilie, Prachtkerze, Lein, Sedum und Katzenminze säumen die Gartentreppe.

Auf die richtige Auswahl der Pflanzen kommt es an

Mehr als anderswo im Garten kommt es bei einem Hangbeet auf die richtige Auswahl der Pflanzen an. Besonders anspruchsvoll ist ein Südhang: Die Sonne brennt im Sommer den ganzen Tag, der Hang selbst speichert zusätzlich Wärme und das Gießwasser rauscht ungebremst an den Wurzeln vorbei.  Die Bepflanzung des Hangbeets muss das alles aushalten und bestenfalls dabei noch gut aussehen.

Sedum alba blüht

Bodendecker Sedum alba blüht

Sedum – ideal am Hang und am Wegrand entlang

Unentbehrlich für alle Böschungen, die nach Süden zeigen, ist Sedum, also niedrige Fetthennen. Das sind teppichbildende dickfleischige Pflanzen, die alles überwuchern, sogar Steine und Mauerritzen und dabei ohne jegliche Pflege auskommen. Was sie nicht mögen ist Staunässe.  Sedum am Fuß oder entlang eines Hangbeetes und am Gartenweg entlang gepflanzt, hält Erde zurück und hält so den Weg immer schön sauber.

Ideal für den unteren Rand des Hangebeetes: Sedum alba bildet ein dichtes Polster

Sedum alba bildet ein dichtes Polster

Bodendecker und weitere Stauden für das sonnige Hangbeet. Eine kleine Auswahl.

  • Teppich-Johanniskraut, Hypericum calycinum
  • Katzenminze, Nepata, besonders die niedrigen Sorten machen sich gut als Erosionsschutz und blühen unermüdlich vom Frühling bis zum Frost. Sobald sie verblüht sind und nicht mehr schön aussehen, einfach abschneiden und die Katzenminze treibt munter aus und blüht in kürzester Zeit.
  • Prachtkerze Gaura lindheimeri, hat lange Pfahlwurzeln, wirkt federleicht und hat dabei eine tolle Fernwirkung.
  • Steppensalbei. Meterlange Wurzeln halten die Erde fest und versorgen die Pflanze stets mit ausreichend Wasser. Blüht zweimal zwischen Juni und September.
Steppensalbei

Steppensalbei

  • Spornblume. Ein Schmetterlingsmagnet von enormer Robustheit. Wächst problemlos auch im blanken Schotter und ohne gießen. Selbst lange Trockenperioden übersteht die Spornblume klaglos.
  • Taglilien (Hemerocallis), ganz besonders lobenswert: die kleine, gelb und früh blühende Sorte Stella d‘ Oro oder die zweifarbige Sorte Frans Hals. Im Grunde funktioniert jede Taglilie am Hang, sie sollte nur nicht zu hoch sein.
Taglilie Frans Hals

Taglilie Frans Hals

  • Herbst-Anemonen. Sie bildet starke Ausläufer und ist sehr robust, übersteht auch Trockenzeiten, sofern sie nicht allzu lange dauern. Auf halbschattigen, gut feuchten, humosen Boden gedeiht die Herbst-Anemone jedoch deutlich besser als in einem trockenem Südhang.
  • Frauenmantel, Alchemilla mollis. Vielseitig zu verwenden, auch als grünes Beiwerk für Blumensträuße. Wächst in jedem Boden, je feuchter und je besser der Boden, desto üppiger.
  • Bergenie, robust, langlebig und mit schönen Blüten im Frühling.
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht, Brunnera macrophylla, übersteht auch Trockenzeiten. Um üppige Blüten und Blätter auszubilden, sollte man bei lang anhaltender Trockenheit mit Wasser allerdings nicht sparen. Brunnera zeigt allerdings sehr deutlich an, wenn sie durstig ist.
  • Storchschnabel, Geranium, bei der Auswahl in der Staudengärtnerei Ihres Vertrauens fragen Sie am besten nach trockenheitsverträglichen Sorten.
Storchschnabel

Storchschnabel, Geranium

  • Purpurblauer Steinsame, Lithospermum purpurocaeruleum.
  • Rosa Nachtkerze, Oenothera speciosa. Sie bildet dichte Polster, wenn man sie lässt und zeigt hübsche, etwa fünf Zentimeter große Trichterblüten in einem sehr zarten Rosé.
  • Missouri-Nachtkerze blüht den ganzen Sommer über. Ihre riesigen gelben Blüten ziehen Nachtschwärmer magisch an.
  • Rosen, Bodendeckerrosen wie beispielsweise Sommerwind, Sunny, Swany, Sternenflor. Die Auswahl der Rosenzüchter ist riesig. Achten Sie bei der Auswahl auf das ADR-Zeichen und auf die Standort-Empfehlung des Züchters.
  • Gelber Sonnenhut, Rudbeckia fulgida, bildet dichte Ausläufer. Braucht allerdings auch genügend Wasser, insbesondere zur Blütezeit.
  • Wüstenaster. Ihr Name ist Programm. Die kleine Polsterstaude blüht im Mai gelb und hat grau-silbriges Laub.
  • Polsterstauden aller Art (Blaukissen, Steinkraut, Schleifenblumen etc.)
  • Wolfsmilchgewächse, beispielsweise Walzen-Euphorbia
  • Lupinen. Die Tiefwurzler halten sogar Böschungen an Autobahnen aus und wachsen in freier Natur auch in mageren Böden am Waldrand.
  • Blauer und weißer Lein. Die niedrigen Sorten sind fürs Hangbeet am besten geeignet. Die hübschen Dauerblüher haben sehr lange Wurzeln und benötigen kaum Pflege.
  • Kriechspindel oder Teppichspindel, Euonymus, am schönsten sind die Sorten mit panachierten Blättern. Absolut trockenheitsverträglich und zudem immergrün. Wächst überall, auch in schattigen Lagen.
  • Yucca-Lilie. Dieses mächtige Gewächs ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.
Blauer Lein

Blauer Lein

Eine kleine Staudenauswahl für schattige/halbschattige Hangbeete und Böschungen

  • Immergrün, Vinca minor. Das kleine Immergrün wuchert nicht so stark wie sein großer Bruder, bildet dennoch recht zügig dichte, immergrüne Flächen und blüht im Frühling blau.
  • Dickmännchen, Ysander, Pachysandra. Einmal angewachsen bildet Ysander ein sehr dicht geschlossene Pflanzendecke mit einen nahezu undurchdringbaren Wurzelwerk. Dagegen kommt noch nicht einmal Löwenzahn an. Auch geeignet für richtig steile Böschungen. Ysander benötigt meiner Erfahrung nach keinerlei Pflege. 
  • Haselwurz, Asarum, mit hübschen glänzenden runden Blättern. Wächst bei uns in lichten Laubwäldern. Haselwurz wächst sehr langsam und braucht viel Zeit, um eine größere Fläche  vollständig zu bedecken. Beim Einkauf also lieber nicht an der Anzahl der Pflanzen sparen.
  • Maiglöckchen, Convallaria majalis, braucht ebenfalls viel Zeit, um sich im Garten einzugewöhnen. Wo es ihm gefällt, bildet es jedoch richtig dichte Wurzelteppiche.
  • Pfingstveilchen, Viola, sehr lobenswert weil dieses überaus wüchsige Veilchen Unkraut unterdrückt und ungeheuer robust ist. Blüht im Frühling in Weiß oder Purpur.
  • Teppich-Ungarwurz oder Horstiges Ungarwurz, Waldsteinia
  • Kriechender Spindelstrauch, Euonymus, am schönsten mit panachierten Blättern. Absolut trockenheitsverträglich und zudem immergrün.
  • Teppichmispel, Kriechmispel, Contoneaster, bestens für Nichtgärtner geeignet. Macht Flächen das ganze Jahr über grün, wächst in Sonne, Halbschatten oder Schatten, braucht – außer einer kleinen Düngergabe im Frühling - keinerlei Pflege und unterdrückt Unkraut. Sieht allerdings auf großen Flächen schnell langweilig aus und sollte nicht in Obstanbaugebieten gepflanzt werden, da Contoneaster anfällig für den Feuerbrand ist und diesen schnell an benachbarte Obstgehölze überträgt.  

    4 Kommentare

  1. war sehr interresent, da ich meine Gartenanlage (Hang) neu anlegen möchte

  2. Ich möchte meinen Hang im Garten auch neu bepflanzen. Besonders ob die großen Pflanzen nun vorne hin kommen oder hinten war mir nicht ganz klar.
    Konnte diese Frage anhand dem Foto selbst beantworten.

  3. Ich habe bei mir auch Böschungsmatten verwendet. Ich habe die aus Kokos gewählt. Macht sich sehr gut! Sobald die Pflanzen verwurzelt sind, verrottet die Böschungsmatte langsam…

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