So macht das Füttern der Wildvögel richtig Spaß

Gepostet in Gartenpraxis aktuell

Warum ich schon jetzt die Wildvögel füttern würde, wurde ich via Twitter gefragt. Es gibt ja viel Heckmeck um die Frage, ob und wenn ja, ab wann man Wildvögel füttern sollte. Erst wenn die Schneedecke geschlossen ist oder früher oder sogar das ganze Jahr über. Die Experten argumentieren naturgemäß unterschiedlich.

Wildvögel füttern ist Pflicht und Kür zugleich

Letztes Jahr begann der Winter im Oktober und er blieb ein halbes Jahr. Nicht immer lag Schnee, aber es war von Beginn an eisigkalt. Ich wurde genauso vom Winter überrumpelt, wie die Vögel. Und als ich irgendwann den Futtersilo raushing, war es zu spät. Die Vögel waren weg und kamen auch nicht mehr. Zwei, drei Mal sah ich eine Meise – das war’s. Ich vermute, die Futtermischung war nicht ideal. Ich hatte einen Fünf-Liter-Eimer bei Aldi gekauft und blieb komplett darauf sitzen.

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Das wollte ich heuer so nicht mehr erleben und beschloss, den Futtersilo früher aufzuhängen und anderes Futter anzubieten. Und was geschah. Kaum hing der kleine Silo vor meinem Bürofenster, kam auch schon die erste Meise ums Eck geflitzt.


Offensichtlich sprach sich das neue Angebot blitzschnell unter den Vögeln herum, denn schon am nächsten Tag gab es ein Hauen und Stechen um den besten Platz. Dabei ist dieser Silo am Bürofenster eher klein. Zwei Futterlöcher, zwei Anflugstangen, mehr ist da nicht. Kein Wunder, dass die Vögel mehr streiten, als Körner picken.

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Mehrere Futterstellen einzurichten vermeidet Streit und Stress

Deshalb bin ich dem Rat gefolgt und biete den Vögeln inzwischen weitere Futterstellen an. Ein großer Silo hängt unter dem Vordach der Südterrasse, ein mittelgroßer Silo unter dem Dachvorsprung der nördlichen Terrasse. Zusätzlich hängen selbst gemachte Futterglocken im Rosenspalier.

Seither herrscht in meinem Garten ein ständiges Hin und Her. Meisen, Grünfinken, Spatzen, Goldammern, Kleiber, Amseln und ein Buntspecht kommen und picken sich ihre Lieblingskörner aus Silo und Fettfutterglocke heraus. Schon früh am Morgen, noch in der Dämmerung stürzen sich die Piepmätze auf ihr Frühstück. Danach toben sie im Garten zwischen den Rosen herum oder fliegen rüber in die Bäume in Nachbars Garten.

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Noch etwas: Seit Anfang des Jahres hängen fünf Nistkasten im Garten. Erst jetzt, weil es vorher einfach keinen geeigneten Platz für die Nistkästen gab. Jetzt ist das anders: Ein 4 x 5 Meter großes Rosengerüst am Ende des Gartens bietet Platz für je ein Blaumeisen- und Kohlmeisenpaar. Zusätzlich sorgen zwei Halbhöhlen unter der Dachtraufe für einen geschützten Platz für Gartenrotschwänze. Alle Brutpaare brüteten erfolgreich zwei Mal in dieser Saison und hielten dabei meinen Garten ungezieferfrei. Das ist wohl der größte Vorteil meiner Vogelaktion. Die Giftspritze wird arbeitslos und ich spare mir erstens viel Arbeit und zweitens noch mehr Geld. Und die Umwelt wird zusätzlich geschont.

Zum Schluss noch ein letztes Argument, sich ein wenig um die Vögel zu kümmern: Es macht einfach unglaublich viel Spaß. Ist das Wetter da draußen noch so trüb, turnende Piepmätze bringen Spaß und Abwechslung ins graue Einerlei.

 


    2 Kommentare

  1. Warum ich schon jetzt die Wildvögel füttern würde, wurde ich via Twitter gefragt. Darum …

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