Blaubeeren im Kübel kultivieren. So geht’s.

Gepostet in Gartenwissen kompakt

In Frankens Wälder wachsen stellenweise unglaublich viele Blaubeeren. Zur Erntezeit wandern deshalb ganze Heerscharen von fleißigen Pflückerinnen mit Eimern und Milchkannen zu den Blaubeerfelder im Wald, um die leckeren blauen Früchten zu ernten. Mancher Rentner tut dies sogar auf Bestellung und für verhältnismäßig kleines Geld. Es muss also niemand auf Blaubeeren verzichten, nur weil er selbst nicht auf allen Vieren durch den Wald robben will.

Wer süße Blaubeeren liebt, gibt ihnen Saures

Eine weitere Alternative ist der Anbau von Kultur-Heidelbeeren im eigenen Garten. Damit dies gelingt, gilt es jedoch einiges zu beachten. Heidelbeeren brauchen nämlich einen sauren, stets etwas feuchten Boden, wobei Staunässe trotzdem nicht toleriert wird. Ein halbschattiger bis sonniger Standort (ohne pralle Mittagssonne) ist am besten. Jetzt werden Baumschulen und Gartenversender nicht müde zu betonen, wie man einen normalen Gartenboden sauer bekommt, nämlich mit reichlich beigemengtem Torf, Rhododendronerde, sowie jährlichen Aluminiumsulfat- und Eisengaben. All das kann man machen und damit sicher auch kurzfristige Erfolge erzielen. Doch mit jedem Gießen aus dem Wasserhahn, mit jedem Hacken und mit jeder Kompostgabe neutralisiert sich zunehmend der Boden.  Die Kultur-Heidelbeere kümmert, die Blüten fallen vorzeitig ab und die Ernte bleibt klein und bescheiden.

Weiße Glockenblüten der Kultur-Heidelbeere

Weiße zarte Blüten der Kultur-Heidelbeere

So schaffen Sie ideale Bodenverhältnisse für Blaubeeren auf kleinstem Raum

Besorgen Sie sich für jede Kultur-Heidelbeere eine große schwarze Mörtelwanne im Baumarkt und bohren sie unten einige Abzugslöcher hinein. Ganz unten bringen Sie nun eine zehn Zentimeter dicke Schicht Schotter, Kies oder Blähton aus. Darüber legen Sie ein dünnes Vlies, damit sich später Erde und Schotter nicht vermischen und die Wurzeln ggf. die Abzugslöcher verstopfen. Füllen Sie nun die Wanne bis etwa fünf Zentimeter unter dem Rand mit guter Rhododendronerde auf und pflanzen Sie eine Kulturheidelbeere aus der Baumschule Ihres Vertrauens in die Mitte. Angießen und fertig. Die Pflanzung in Mörtelwannen hat gleich mehrere Vorteile: Sie müssen sich zum Pflücken der leckeren Früchte nicht mehr so tief bücken und, sofern Sie stets mit Regenwasser aus der Tonne gießen, die Erde bleibt sauer. Eine dicke Rindenmulchschicht oder eine Abdeckung aus Kokosvlies hilft gegen das Austrocknen der Erde. Zweimal im Jahr, nämlich im März und während der Fruchtreife im Sommer, düngen Sie mit Blaubeer- oder Rhododendrondünger. Ideale Pflanzzeit für wurzelnackte Heidelbeeren ist im Herbst bzw. solange der Boden noch offen und nicht gefroren ist. Oder im zeitigen Frühling. Containerware kann praktisch das ganze Jahr über gepflanzt werden, ist aber auch immer deutlich teurer als die so genannte Wurzelware.


Blaubeeren fruchten über einen längeren Zeitraum hinweg. Durch die richtige Auswahl der Sorte, verlängern Sie diesen Zeitraum zusätzlich. Tipp: Wenn Sie nur wenige Pflanzen haben, sammeln Sie morgens täglich die reifen Früchte und frieren Sie diese ein. Zum Schluss der Erntezeit haben Sie gewiss genügend Früchte für Marmelade beisammen.

Noch ein Tipp: Falls Sie Ihre Blaubeeren nicht mit den Vögeln teilen wollen, spannen Sie ein Netz locker über die Blaubeerbüsche. Stehen diese im Kübel, gelingt dies noch einfacher als im Beet.


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