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Allgäuer Krautspätzle mit frischem Weißkohl.

Wenn Fränkisches Schmelzkraut mit Allgäuer Spätzle zusammenkommen, entsteht Hochgenuss: Deftige, gesunde Hausmannskost und preiswert noch dazu. Grund genug, Ihnen heute ein weiteres Lieblingsgericht meiner Familie vorzustellen. Neulich habe ich an dieser Stelle bereits von meinem neuen französischen gusseisernen Kochtopf La Cocotte geschwärmt. Heute ist es wieder an der Zeit, ihn aus den Schrank zu holen. Auf dem Speiseplan:

Fränkisches Schmelzkraut und Allgäuer Krautspätzle mit frischem Weißkohl.

Pures Kochvergnügen mit La Cocotte. Der schwere Gusseisentopf ist vielseitig einsetzbar.

Ein platter Ur-Kohl sorgt für viel Geschmack.

Doch erst einmal der Reihe nach: Weißkohl gilt als das Wintergemüse schlechthin. Die Deutschen wurden lange Jahre nicht zu Unrecht „die Krauts“ gerufen, denn sämtliche Kohlarten stehen hierzulande hoch im Kurs. Nur eines hat sich inzwischen geändert: Der Anbau von Kohl und seine Zubereitung. Während Kohl in Wirtschaftswunderzeiten als Starkzehrer schnell überdüngt wurde und deswegen beim Kochen eher stank als duftete, kultivieren Bauern heutzutage eher den natürlich geprägten Anbau von Kohl, was nicht nur dessen Geschmack nur zugutekommt. Manch neue Sorte ist auch schneller gar als früher und behält dabei seinen Biss.

Dies gilt insbesondere für Spitzkohl und für Jaroma-Kohl, dem Weißkohl-Urtyp. Letzterer ist fast das ganze Jahr über im Supermarkt zu haben und leicht erkennbar an seinem flachen Kopf. Zudem ist er, im Gegensatz zu den runden dicken Kohlköpfen, in Folie eingepackt. Jaroma-Kohl ist insgesamt kleiner als der klassische runde Kohlkopf und zudem viel lockerer gefüllt. Damit eignet sich Jaroma-Kohl auch prima zum Lösen einzelner großer Blätter für feine Krautwickel bzw. Krautrouladen.

Tipp für Selbstversorger: Sie können Jaroma-Kohl auch selbst anbauen. Saatgut und Infos zur Kultur finden Sie direkt beim deutschen Erzeuger.

Die Vorteile des Jaroma-Kohls sind schnell genannt: Er ist schneller gar, bläht nicht, ist magenschonend und er duftet beim Kochen nicht „kohlig“ sondern richtig frisch und angenehm. Ich verwende ihn gerne für exotisch gewürzte Gemüsepfannen, zum Braten in der Grillpfanne und eben für fränkisches Schmelzkraut, das dann entweder als Beilage dient zum Sonntagsbraten oder zusammen mit hausgemachten Spätzle zu Allgäuer Krautspätzle wird. Los geht’s mit dem Schmelzkraut.

Die Mengenangaben sind für zwei gute Esser ausgelegt.

Jaroma-Kohl in Streifen geschnitten

Braunen Zucker in La Cocotte karamellisieren

Zwiebeln rasch unter den geschmolzenen braunen Zucker rühren.

Tipp: Kohl fällt sehr schnell in sich zusammen. Falls Sie also keinen großen Topf haben, können Sie sich auch mit einem kleineren Topf behelfen und den Kohl einfach nach und nach hineingeben. Schöner und leichter geht das Ganze natürlich mit La Cocotte, sonst hätte ich sie nicht!

Kraut dazu geben, kurz andünsten und mit 2 EL Balsamico ablöschen, mit Pfeffer und Kümmel würzen.

Wer mag und das Schmelzkraut als Beilage zu einem Fleischgericht anrichten will, bindet es zum Schluss mit 1 TL in kaltem Wasser angerührter Speisestärke. Für Allgäuer Krautspätzle ist diese Bindung allerdings weder erwünscht, noch nötig. Statt dessen gibt man das Kraut auf ein Sieb und lässt es kurz abtropfen bevor es ins Finale geht.

Fränkisches Schmelzkraut ist in zwanzig Minuten fertig.

Die besten Spätzle sind immer selbst gemacht.

Nach Grundrezept für Allgäuer Spätzle brauchen Sie für jede Person 100 Gramm Mehl, eine gute Prise Salz, 1 Ei und etwa ein Schnapsglas Wasser. Wenn ich Spätzle für drei oder vier Personen koche, ersetze ich das Wasser lieber mit einem zusätzlichen Ei. So gehen die Spätzle schöner auf.

Jetzt kommt alles zusammen in eine Pfanne.

Ein Grund, sich eine große schwere Gusseisenpfanne mit hohem Rand zuzulegen, sind Krautspätzle. Denn die Menge, was ausgewachsene gute Esser so verzehren, ist schon enorm. Eine normale, 28 cm große Pfanne reicht für maximal 2-3 Personen. Wer für mehr Esser kocht, stellt am besten gleich eine zweite Pfanne dazu und dann geht’s los:

Direkt in der Pfanne servieren, so bleiben die Krautspätzle bei Tisch länger heiß. Guten Appetit!

Allgäuer Krautspätzle in der Gusseisenpfanne

Weitere Tipps zum Thema Spätzle hobeln finden Sie beim 1.Krautspätzle-Rezept.

Tipp: Sollten tatsächlich Reste bleiben, schmecken diese auch noch am nächsten Tag. Einfach kurz aufbraten oder abgedeckt in der Mikrowelle erwärmen.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
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