Was automatische Bewässerungsanlagen versprechen, welche Bewässerungstechniken es gibt und für welche Einsatzbereiche sich die unterschiedlichen Systeme am besten eignen.

Es gibt keine Rundum-Sorglos-Bewässerungsanlage, die für jeden Garten, Balkon oder Zimmer-oder Topfgarten gleichermaßen gut passt. Wer den Sommer über weniger Gießkannen schleppen will, kommt daher nicht umhin, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen – und wird dabei schnell erschlagen von den Möglichkeiten moderner Bewässerungstechnik, ihren Vor- und Nachteilen – und unterschiedlich hohen Kosten. Mit oder ohne Zisterne, mit oder ohne Computersteuerung, Wasser von oben oder nur tröpfchenweise – Maßstab für alles ist das eigene Anforderungsprofil.

Bepflanzung und Gartengröße bestimmen die Bewässerungstechnik

Wer nur seinen Rasen regelmäßig beregnen will, baut dafür am besten eine unterirdisch verlaufende, automatische Beregnungsanlage ein, die nur bei Betrieb einzelne Regner herausfährt und in Gang setzt. Bei manchen Versenkungsreglern muss man dazu noch selbst den Wasserhahn aufdrehen, andere Bewässerungsautomaten öffnen und schließen die Wasserzufuhr selbst und prüfen dazu vorab die Bodenfeuchtigkeit. Diese einfachen Überkopf-Bewässerungsanlagen eignen sich vorwiegend für Rasenflächen bis zu 140 Quadratmetern.

Bewässerungsleitungen dürfen keine Stolperfallen im Garten sein.

Die Tücke der Beregnung von oben ist allerdings, dass sie bei vielen Pflanzen den Befall von Pilzerkrankungen fördert. Zudem verbraucht gleichmäßiges Beregnen von oben weitaus mehr Wasser, als eine zielgenaue Tröpfchenbewässerung, die an jeder Zapfstelle nur ein bestimmtes Quantum an Wasser spendet. Von 100 ml bis 2 L Wasser pro Stunde und Zapfstelle sind, je nach Gerät und Ausführung möglich. Eigentlich optimal, um einzelne Pflanzen, Jungpflanzen oder größere Stauden wohl dosiert, sparsam und automatisch mit Wasser zu versorgen, wären da nicht die oberirdisch verlegten Schläuche und Tropfer. Ungünstig verlegt werden sie schnell zu Stolperfallen, nicht nur für Senioren. Achten Sie bei der Anlage darauf, dass die Hauptleitung nicht die Arbeitswege quert, sondern möglichst an der Seite oder entlang eines festen Gartenwegs läuft.

Je überschaubarer die Fläche, desto einfacher das Bewässerungssystem.

In kleineren, klar abgegrenzten Beeten, im Gemüsegarten, im Topfgarten, Hochbeet oder auf dem Balkon ist eine automatische Tröpfchenbewässerung auch für den Laien gut umsetzbar und spart im Sommer tatsächlich viel Gießarbeit und Wasser. Voraussetzung ist allerdings eine nahe gelegene Wasserzapfstelle, ein Regenfass oder ein größeres Wasserreservoir mit Wasserpumpe.

Sehr praktisch und flexibel einsetzbar sind kleinere solarbetriebene Bewässerungsanlagen mit integrierter Wasserpumpe. Auch kleinere Modelle sind bereits mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet und wässern nur bei Trockenheit. Akkus sorgen dafür, dass sie auch pumpen, wenn die Sonne mal nicht scheint. Ein Hochbeet, Balkonpflanzen oder Kübelpflanzen auf einer Terrasse werden mit dieser Bewässerungstechnik jedenfalls bestens versorgt – und ersparen jede Menge Zeit, Gießkannenschlepperei und Mühe.

Hortensie Annabell braucht zur Blüte viel Wasser

Hortensie Annabell braucht zur Blüte sehr viel Wasser. Gut, wenn sie automatisch gegossen wird.

Automatische Bewässerungs-Sets für Zimmerpflanzen und kleines Geld.

Manchmal reicht ja schon ein ganz kleines Topfbewässerungs-Set, das bis zu 10 Zimmer- oder Balkonpflanzen mit einzeln regulierbaren / programmierbaren Tropfern versorgt. Die dazu gehörende App steuert das System (Kärcher) und gibt Wasser exakt nach vorhergehender Programmierung ab. Ein System für Handy-Nerds und solche, die es werden wollen.

Sogenannte Bewässerungsspikes aus Ton sind auch sehr praktisch. Sie verwandeln jede Wasserflasche in ein Wasserreservoir. Kopfüber in den Blumentopf gesteckt, geben Bewässerungsspikes tropfenweise und nach Bedarf das Wasser an die Pflanzen ab.

Ebenso einfach funktioniert das Tonkegel-Bewässerungssysteme Blumat. Es saugt Wasser aus einem Vorratsbehälter an und gibt es bei trockener Erde automatisch an die Pflanze ab. Auch dieses System kommt erfreulicherweise ohne Strom und ohne Steckdose aus und funktioniert zuverlässig – aber nur solange noch Wasser im Vorratsbehälter ist.

Ihre Zimmerpflanzen werden mit diesen einfachen und preiswerten Bewässerungs-Sets ein paar Urlaubstage sicher gut überstehen.

Zyperngras braucht viel Wasser und sollte nicht austrocknen

Zyperngras braucht viel Wasser, ist robust, sollte aber nicht austrocknen.

Je anspruchsvoller der Garten, desto ausgeklügelter das Bewässerungskonzept.

Schon bei der Planung einer Bewässerungsanlage liegt die Tücke im Detail. Klären Sie vorab:

  • Woher kommt das Wasser? Wasserhahn, Zisterne oder Wassertank? Wie groß ist das Reservoir?
  • Wie kommt das Wasser zur Pflanze? Unterirdisch verlegte Hauptkanäle mit einzelnen Zapfstellen oder Tröpfchenschlauch?
  • Haben Sie einen frei bepflanzten weitläufigen Hanggarten oder ist Ihr Garten eine zusammenhängende Ebene? Haben Sie viele einzelne Beete / Pflanzkübel oder/und ein großes Stück Wiese?
  • Muss die Bewässerungsanlage auch im Urlaub vollautomatisch und sicher funktionieren?
  • Hat Ihr Garten verschiedene Gartenräume mit unterschiedlichen Ansprüchen an die Bewässerung? Zum Beispiel ein Beet mit besonders durstigen Hortensien und auf der anderen Seite auch ein Sonnenbeet mit robusteren Stauden und Gehölzen?

Mein Tipp: Je anspruchsvoller die zu bewässernden Beete und Gartenräume sind, desto eher sollten Sie die Hilfe eines erfahrenen Gartenbauers in Anspruch nehmen. Seine professionelle Planung spart am Ende mehr, als sie kostet. Er kennt die aktuellen Bewässerungssysteme, ihre Vor- und Nachteile und kann das gewünschte System am Ende auch richtig installieren. Wäre doch jammerschade, Sie kämen aus dem Urlaub zurück in eine Gartenwüste, nur weil ein einziger Hahn falsch herum gelegen ist oder weil ein vorgeschalteter Schmutzfilter blockiert. Kleine Ursache, große Wirkung.

Ein Regenfass kann bereits Teil einer automatischen Bewässerungsanlage für den Garten sein. Unverzichtbar, auch für klassische Gießkannengärtner, ist es ohnehin.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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