Site icon Wo Blumenbilder wachsen

Der Blumengarten im September. Was liegt an?

Blumengarten im September. Was liegt an?

Blumengarten im September. Was liegt an?

Der Blumengarten im September ist bereits ein Neuanfang. Die Gärtnerin prüft, welche Pflanzen in der Saison gut gediehen sind, und welche nicht. Wo gibt es noch Luft nach oben? Was kann endgültig weg oder muss sich an einem anderen Standort beweisen? Müssen ewig verlauste Sträucher wirklich sein oder gibt es für sie bessere Alternativen? Gartenkataloge trudeln ein und schüren Lust, Neues zu probieren. Dann mal los, denn auch der Blumengarten im September hält noch so einige Aufgaben für leidenschaftliche Gärtnerinnen bereit.

Setzen Sie Lilien-Zwiebeln sofort. Warum?

Unter den Lilien gibt es welche, die jedes Jahr von den Raupen der Lilienhähnchen verunstaltet werden und andere, die zu hart für diese Schädlinge sind. Achten Sie beim Einkauf darauf und wählen Sie am besten nur robuste Liliensorten mit harten Blättern. Türkenbundlilien, Baumlilien, Orientalische Hybriden, Asiatische Lilien und Trompetenlilien gehören zu den weniger anfälligen Lilien. Schöne Blumenbilder unterschiedlicher Lilien sehen Sie nebenan.

Wählen Sie einen Standort in voller Sonne bis lichten Halbschatten. Trompetenlilien und Türkenbundlilien vertragen auch Halbschatten.

Trompeten-Lilie Golden Splendour

Winterharte Gladiolen. Wann setzen und wohin?

Zu den Gladiolen, die im Herbst gepflanzt und den Winter über im Beet verbleiben, gehören Wild-Gladiolen wie die Byzantinische Gladiole und die heimische Siegwurz. Sie sind kleiner als die prächtigen Schmetterlingsgladiolen, haben hübsche, zierliche Blüten, werden nur 40 – 60 cm hoch und sind standfest. Das macht sie zu idealen (Schnitt-)Blumen für den naturnahen Garten. Pflanzen Sie wilde Gladiolen in kleinen Tuffs zwischen andere Stauden.

Byzanthinische Siegwurz. Pinke zarte Blüten auf 50 cm hohen Stielen.

Schmetterlings-Gladiolen: Wie überwintern?

Sie möchten Ihre großen Gladiolen und Sterngladiolen behalten und überwintern? Dann wird es im September Zeit, sie auszugraben. Ziehen Sie nicht am Stiel, denn Gladiolenzwiebeln haben eine Sollbruchstelle. Verwenden Sie stattdessen eine Grabegabel und graben die Zwiebeln mit ihr vorsichtig heraus. Trennen Sie etwaig vorhandene Brutzwiebeln von der Mutterzwiebel. Lassen Sie das Kraut noch ein paar Tage trocknen, bevor Sie dieses von der Knolle abschneiden. Lagern Sie Gladiolenzwiebeln anschließend dunkel, trocken und frostfrei – ähnlich wie Dahlien oder die Rhizome der Canna.

Entsorgen Sie das Laub der Gladiolen über den Hausmüll, um den Befall mit Thripsen vorzubeugen.

Herbstzeitlose. Wie und wo setzen?

Die heimische Herbstzeitlose ist immer wieder eine Entdeckung für Blumenfreunde. Man kann sie direkt an den Rand des Blumenbeets setzen oder zuvor trocken auf der Fensterbank antreiben und erst nach ihrer faszinierenden Blüte in den Garten pflanzen. Sehens- und bewundernswert sind die zarten Blüten der Herbstzeitlose allemal.

Achtung: Die Herbstzeitlose ist in allen Teilen giftig. Nur schauen und nicht mit bloßen Händen anfassen. Bringen Sie das bitte auch Ihren Kindern bei.

Schützen Sie Herbstzeitlose vor Schnecken!

Teilen Sie ältere Stauden. Warum im Herbst?

Im September können Sie bereits viele Stauden, die zu groß geworden und bereits verblüht sind, teilen und an einen neuen Standort setzen. Spätestens wenn Stauden kümmern, Horste von innen vergreisen, schlecht oder gar nicht mehr blühen wollen, ist es Zeit, sie zu teilen. Gehen Sie dabei beherzt vor. Wie das Teilen genau funktioniert, erkläre ich hier.

Bereiten Sie den neuen Standort gut vor: Lockern Sie dazu den Boden spatentief, setzen Sie die Pflanze ins Pflanzloch, schieben Sie die Erde von allen Seiten heran, drücken die Pflanze fest und gießen einmal kräftig an. Gießen Sie neu gepflanzte Stauden je nach Wetterlage, der Wurzelballen sollte nicht austrocknen, sonst ist er verloren. Der September kann ja auch warm und trocken sein.

Bleibt die Frage, warum Sie viele Stauden besser schon im Herbst pflanzen und nicht erst im Frühling. Ganz einfach: Weil der Boden im Herbst noch warm genug ist und Feuchtigkeit besser halten kann. Stauden wachsen besser an und die Wurzeln haben den Winter über Zeit, sich am neuen Standort zu etablieren.

Im Frühling ist es dagegen schnell zu trocken und zu warm. Sie müssen mehr und öfter gießen als bei der Herbstpflanzung. Zudem treiben im Frühling bereits die ersten Frühblüher, was das Arbeiten im Staudenbeet zusätzlich erschwert.
Insbesondere bei schweren Böden empfehle ich daher, Stauden im Herbst zu teilen und/oder zu pflanzen. Ausnahme: Spät blühende Stauden wie Chrysanthemen, Herbstanemonen, Herbstastern oder Herbstmargeriten.

Schützen Sie Winterastern vor Trockenheit

Im September blühen bereits späte Winterastern und machen den Herbst leuchtend und bunt. Damit das gelingt, sollten Sie die Spätblüher bei Trockenheit allerdings auch ausreichend gießen. Astern zeigen Durst deutlich an mit schlaffen Blättern und viel zu früh welkenden Blüten.

Wichtig: Gießen Sie Astern stets von unten, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.

Mehltau an Astern bekämpfen Sie am besten mit einer Milch-Wasser-Mischung im Verhältnis von 9:1. (9 Teile Wasser, 1 Teil Milch)

Lampionblumen für Trockensträuße. Wie schneiden und vorbereiten?

Schneiden Sie Lampionblumen, sobald diese ihre markanten orangen Fruchtstände ausgebildet haben. Entfernen Sie danach alle Blätter und stellen Sie die Blumen aufrecht, aber ohne Wasser, in eine Vase. Lampionblumen trocknen so von ganz alleine und halten sich danach jahrelang.

Lampionblume trocknen für Trockensträuße

Der Blumengarten im September – warum gehört Heidekraut dazu?

Heidekraut blüht lange und bringt Farbe in trübe Wintertage. Pflanzen Sie daher Heide in Schalen und Blumenkästen. Verwenden Sie für die Moorbeetpflanzen bitte Rhododendronerde und halten Sie den Boden stets leicht feucht, aber nicht nass. Gießen Sie im Winter an frostfreien Tagen. Heidekraut (Calluna vulgaris) blühen so den ganzen Winter über bis zum Vorfrühling. Danach haben sie ihre Pflicht und Schuldigkeit getan und machen Platz für frischen Frühlingsflor.

Bringen Sie Zimmerpflanzen aus der Sommerfrische zurück ins Warme.

Bereits Anfang September sind die Nächte zu frisch für Zimmerpflanzen, sie müssen daher zurück ins Warme. Aber Vorsicht. Der Übergang ist oft tückisch und verursacht Probleme, insbesondere bei sukkulenten Pflanzen wie die Ufo-Pflanze, Peperomia-Gewächse und Kakteen, aber auch Gummibaum, Bogenhanf, Baumfreund und Bromelien müssen sich erst wieder an das Zimmerklima umgewöhnen. Gießen Sie ab September deutlich weniger und stellen Sie das Düngen bis Ende des Monats komplett ein.

Wie überwintern Sie Begonien, Canna, Fuchsien und Perlagonien?

Sie müssen Ihre Balkonbepflanzung im Herbst nicht entsorgen. Begonien, Canna, Fuchsien und Perlagonien können Sie recht einfach überwintern.

Rote Bauerbegonie, Begonia bertinii

Stellen Sie Kübelpflanzen in ein frostfreies Winterquartier

Ab Ende September werden die Nächte zu kalt für viele Kübelpflanzen. Zitrusgewächse, Engelstrompeten, Enzianbaum, Bougainvillea, Zimmerknoblauch und Zyperngras möchten jetzt ins frostfreie Winterquartier.
Wie viel Sie diese Kübelpflanzen zuvor zurückschneiden möchten, hängt von der Größe des Winterquartiers ab. Zwingend erforderlich ist der Rückschnitt nicht, wohl aber zweckmäßig bei wuchtigen Engelstrompeten oder Enzianbaum.

Stellen Sie Clivien kalt

Clivien brauchen einen Kältereiz, um zu blühen. Stellen Sie die Pflanzen daher ab September in ein kühles, aber helles Winterquartier bei 10 bis 15°C. Gießen Sie nur noch selten, einmal im Monat reicht zumeist. Kein Dünger während dieser Zeit. Weitere Infos zur Clivie, und wie sie jedes Jahr zum Blühen kommt, gleich hier.

Solange es draußen auch nachts frostfrei bleibt, können Clivien auch noch bis November draußen bleiben. Mehr Kältereiz geht nicht. Anschließend stellen Sie die Pflanzen kühl, aber hell auf, beispielsweise in ein unbeheiztes Treppenhaus oder Schlafzimmer.

Clivie in der Sommerfrische im Garten von Nature to Print.

Gießen Sie Zimmerpflanzen weniger

Auch für viele Zimmerpflanzen beginnt ab Ende September / Anfang Oktober die Ruhezeit. Sie brauchen weniger Wasser und bis März auch keinen Dünger mehr. Es sei denn, sie stehen pur in Seramis oder in Hydrokultur. Da Tongranulat, im Gegensatz zu Blumenerde, selbst keine Nährstoffe enthält, verwenden Sie für diese Pflanzen bitte auch im Winter speziellen Seramis-Dünger / Hydrokultur-Dünger nach der Anleitung auf der Flasche.

Genießen Sie den blühenden Blumengarten im September

Der September ist ein richtig schöner Gartenmonat. Nicht frieren, nicht schwitzen, sondern in aller Ruhe erledigen, was im Garten zu tun ist. Nehmen Sie sich zwischendrin jedoch auch die Zeit, ihren Garten von Ihrem Lieblings-Sitzplatz aus zu genießen. Eine Kanne Tee oder Kaffee aufsetzen, ein Stückchen Kuchen dazu, vielleicht bitten Sie Ihre beste Freundin oder einen netten Nachbarn dazu. Schöner kann ein Nachmittag im Garten wirklich nicht sein. In diesem Sinn: Genießen Sie Ihren Blumengarten im September und eine wundervolle Gartenzeit!

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
Exit mobile version