Auch wenn wir hier in Franken schon seit Wochen einen unbeschwerten Frühling genießen: Leichtsinnig sollten Gartenfreunde deshalb noch lange nicht werden. Sicher, Oleander, Blauflügelchen und Agapanthus sind bereits ihrem Winterquartier entkommen. Doch sobald das Wetter umschlägt, werden sie zumindest mit Vlies warm verhüllt.

Dahlien haben keine Blumenzwiebeln, sondern fleischige Knollen.

Schmuckdahlie in Violett und Pink mit weißen Blattspitzen.

Mitte April bis Anfang Juni geht’s dann wieder los mit Zwiebeln und Samen für bunte Blumenbeete. Ein paar Dahlien vom letzten Jahr liegen noch im Keller. Ich treibe Dahlienknollen schon seit Jahren ab Mitte April in größeren Blumentöpfen an, damit sie gegen Schneckenfraß eine echte Chance haben und in einem nassen Frühling auch nicht verfaulen. (Tipps zur Dahlien-Vorkultur). Außerdem brauchen die Frühblüher auch noch eine Weile, bis ihr Laub verwelkt und die Beete wieder bereit zum Pflanzen sind.

Lilien dulden keine Konkurrenz.

Auch die vornehmen Lilien haben Blumenzwiebeln und diese werden sogar besonders tief in die Erde gesetzt. Es darf ruhig Spatentief sein, so entwickeln sich entlang des unterirdischen Triebes Seitenwurzeln, die der schweren Pflanze zusätzlichen Halt geben. Ich halte Lilien am liebsten in Kübelkultur, zumindest im ersten  Jahr. Ihre Blütezeit ist verhältnismäßig kurz und ins gemischte Rosen- und Staudenbeet passen dominante Lilien auch nicht so recht. Dafür sehen sie im Kübel auf der Terrasse oder im Eingangsbereich richtig klasse aus.

Blumenzwiebeln der Lilien müssen früh in den Boden und sehr tief

Leuchtend gelbe Lilien im halbschattigen Beet

Gladiolen wachsen in der kleinsten Lücke.

Mutters Lieblingsblumen, die Gladiolen, kommen demnächst auch schon in den Boden. Stecken Sie nicht alle Zwiebeln auf einmal, sondern immer mit einigen Tagen Abstand. So verlängert sich die Blütezeit der Gladiolen um einige Wochen und Sie haben stets frische Schnittblumen für die Vase. Erfreulicherweise brauchen Gladiolen im Garten nicht viel Platz. Sie lassen sich gut zwischen anderen Stauden (ver)stecken, bis sie genau richtig zum Schneiden sind. Die eleganten Ährenblütler wirken in der Vase einfach am besten. Der richtige Schnittzeitpunkt ist gekommen, sobald die erste Blüte Farbe zeigt.

Tipp: Knipsen Sie die oberste Knospe einer Gladiole ab, dann blühen alle Knospen der Ähre nacheinander auf. Lässt man diese oberste Knospe dran, vertrocknen die obersten zwei, drei Knospen gern.
Kleine Blumenzwiebeln der Gladiolen kommen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni in die Erde. Am besten nicht alle Blumenzwiebeln auf einmal.

Weinrote Gladiolen. Umwerfend schön, auch auf einer Fototapete.

Kein Frühbeet in Sicht? Pflanztisch und Vlies genügen manchmal auch.

In drei Pflanzpaletten zu je 60 Töpfchen sind bereits die ersten Zinnien der Sorte Peppermint aufgelaufen. Mangels Platz und Frühbeet stehen die grünen Paletten jetzt allerdings auf dem Pflanztisch bzw. auf dem Regalbrett und dem Terrassenboden darunter. Ein leichtes Vlies schützt die jungen Sämlinge, bis sie ein bisschen kräftiger sind. Eigentlich kann man Zinnien auch direkt ins Beet säen aber da stehen ja noch die Frühblüher und dürfen sich dort auch noch so richtig austoben.

Blumenbild Zinnie in feurigen Orange-Tönen.

Zinnie in den Farben eines Perserteppichs.

Auch das Fensterbrett ist eine praktikable Kinderstube für Sommerblumen.

Zwölf Glockenrebensämlinge stehen in sechs hohen Töpfen direkt unter einem Dachfenster. Sie bilden gerade ihre ersten Ranken aus und hangeln sich an jeweils drei Bambusstäben hoch. Die Stäbe sind am oberen Ende mit einem Gummi zusammengebunden, die unteren Enden der Stäbe stecken in der Erde. Ein ganz einfaches Prinzip und funktioniert bis nach den Eisheiligen bestimmt. Hoffe ich zumindest.

Blumenbild Sommererwachen mit Goldmohn

Sommererwachen mit Goldmohn

Kalifornischer Goldmohn kann neuerdings auch Rosa und Pfirsich.

Noch in der Tüte aber gewiss nicht mehr lang, wartet Goldmohn in verschiedenen Rosa- und Pfirsich-Tönen. Auf die neuen Sorten Strawberry, Appleblossom und Rose Bush bin ich wirklich schon sehr gespannt. Oranger Goldmohn sucht sich jedes Jahr ein neues Plätzchen im Garten. Wenn man ihn lässt und das Verblühte regelmäßig ausknipst, bleibt er seinem Standort auch treu. Dazu muss er allerdings erst einmal ins Beet: Er wird direkt und breitwürfig von März bis Juni ausgesät. Die Sämlinge sind leicht an ihren graugrünen gefiederten Blättchen zu erkennen. Spätere Pflege ist kaum vonnöten. Goldmohn mag trockenen, mageren Boden und einen sonnigen Standort. Alles  zusammen hat er in meinem Garten zu Genüge.

Jetzt Sie …

Und wie sieht Ihr Anzuchtplan für Blumen aus? Welche Neuheiten probieren Sie dieses Jahr im Garten aus? Und welche Sommerblumen mögen Sie besonders gern? Ihre Tipps und Vorschläge sind herzlich willkommen.

 

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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