Gartentipp: Jetzt geht’s ans Wegräumen, Aufräumen und dick Einpacken.

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Allerheiligen naht und passend zum derzeitigen Dauergrau kündigt der Wetterfrosch fürs kommende Wochenende erste Fröste an. Höchste Zeit, den Garten endgültig winterfest zu machen. Los geht’s:

Ab in den Boden mit Tulpen, Hyazinthen & Co.

Rote Tulpe wie gemaltDie meisten Blumenzwiebeln sollten inzwischen schon in der Erde sein. Wenn nicht: Ab damit ins Beet. Mit Glück ergattern Sie jetzt Blumenzwiebeln-Restbestände mit reichlich Rabatt. Wenn Sie dafür keinen Platz mehr im Blumenbeet haben, stecken Sie sie einfach (dicht an dicht und gerne auch lagenweise über- und untereinander) in Blumentöpfe, Schalen, Eimer oder Kübel. Draußen an einer geschützten schattigen Stelle des Gartens, dicht an der Hauswand, auf der Terrasse oder auf dem Balkon überdauern die Frühlingsblüher den Winter zumeist unbeschadet. Eine Lage Sackleinen oder Vlies und ein Stück Styropor unter den Töpfen schützt zusätzlich. Sobald die Zwiebeln dann im Frühjahr treiben, stellen oder pflanzen Sie die Pflanzen einfach an Ort und Stelle. Leuchtend bunte Frühlingsblumen hat man schließlich nie genug.

Blumenbild Afrikanisches Blauflügelchen freigestellt auf WeißKübelpflanzen sind schon längst im Winterquartier aber sollten dort bitte nicht völlig vergessen werden. Kontrollieren Sie ab und zu die Bodenfeuchtigkeit im Topf und gießen Sie wenn nötig. Achten Sie auch auf Schädlingsbefall gehen Sie dagegen umgehend vor.

Laub, die natürliche Schutzhaube für empfindliche Pflanzen.


Unter Büschen, Sträuchern und auf Beeten darf Laub gerne liegen bleiben. Nur den Rasen sollten sie möglichst restlos von Blättern befreien. Apropos Rasen: Ist der zu lang, sollte er jetzt noch einmal auf etwa vier Zentimeter Länge geschnitten werden.

Große Mengen an Laub lassen sich prima kompostieren. Wenn Sie mit dem Rasenmäher zwei Mal über das Laub hinweg fahren, verrottet das Laub schneller und das Volumen schrumpft dabei ungemein.

Tipp:

Stopfen Sie das Laub in Kartoffelsäcke und legen Sie diese anschließend als Frostschutz auf oder rund um empfindliche bzw. exponiert stehende Pflanzen. Auch Rosen profitieren durch so einen schützenden und wärmenden Kartoffel-Laubsack. Das Laub bleibt im Sack an Ort und Stelle und fliegt nicht bei jedem Wind davon.

Bitte ein Quantum Aufmerksamkeit für die Königinnen des Gartens.

Rosenbild: Rosenduo in AprikotKürzen Sie überlange Rosentriebe, damit sie nicht durch Schneelast unten abbrechen. Auch das Verblühte sollten Sie nun wegen der Schimmelgefahr abschneiden. Die restlichen Rosenzweige einfach so lassen, wie sie sind. Bei starkem Frost frieren Rosentriebe immer von oben nach unten und von außen nach innen ab. Im schlimmsten Fall dringt der Frost bis zur Veredlungsstelle vor. Und damit das nicht passiert, werden alle Rosen jetzt gut angehäufelt. Mit Laub (s.o.), Erde, Kompost, alter Kübelerde oder einer Mischung aus allem bzw. dem, was vorhanden ist. Nur Torf sollten Sie auf keinen Fall verwenden. Denn Torf speichert und zieht Wasser an – das schadet den Rosen, zudem senkt Torf den PH-Wert im Boden und das mögen die Rosen nicht. Außerdem gehört Torf ins Moor und nicht auf die Beete.

Schneiden Sie Zweige von Stammrosen zurück und stecken Sie die Krone in einen Sack aus Vlies oder Jute. Füllen Sie den Raum zwischen den Zweigen mit Tannengrün, Stroh oder Holzwolle aus. Besonders viel Schutz und Aufmerksamkeit gehört dabei der empfindlichen Veredlungsstelle. Zum Schluss binden Sie Sack fest zu. So gut verpackt kommen Stammrosen gut über den Winter.

Junge Stammrosen mit biegsamen Stämmen können Sie alternativ auch absenken. Das heißt: Sie biegen den Stamm zu einer Seite um, verankern die Krone am Boden und bedecken anschließen die komplette Krone mit Stroh, Erde, Laub oder einem Gemisch aus alledem. Rosenbild Englisches Rosentrio mit großem Duft als Leinwandbild, Fototapete oder Kissen im Wunschformat

Exponiert stehende oder empfindliche Rosen benötigen, je nach Region, zusätzlichen Winterschutz. Am wichtigsten ist das Anhäufeln rund um die Veredlungsstelle. Aufgestellte Tannenzweige in bzw. rund um die Rosenäste herum schützen vor Wind und halten die Wintersonne etwas ab. Sind keine Tannenzweige zur Hand, wickeln Sie Vlies oder Jute rund um die Rosen.

In manchen Lagen, wie in den Weinbaugebieten, überstehen Rosen auch ungeschützt den Winter. Früher zählte auch Franken zu den eher bevorzugten Lagen. Doch nach den Erfahrungen der letzten beiden extremen Winter, packe ich den Großteil meiner Rosen lieber ein. Sicher ist sicher.

Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie an frostfreien Tagen auch noch Rosen pflanzen. Gut angießen und anschließend bis oben hin Anhäufeln, damit die frisch gepflanzten Rosen im Winter nicht austrocknen.

Weitere Infos zur richtigen Rosenpflege im Winter finden Sie beim Rosenzüchter Kordes.

Bitte jetzt nicht schneiden: Hortensien.

Wer mag, schneidet Blütenstände der Bauernhortensien knapp unterhalb der Blüte ab. Ballhortensie Annabell im Garten Auf keinen Fall tiefer schneiden, sonst blüht sie nächstes Jahr nicht. Ich lasse die trockenen Blüten meiner Hydrangea macrophylla jedoch lieber als natürlichen Winterschutz am Busch. Im Laufe der Zeit werden sie trotzdem irgendwann in alle Winde verweht.Rispenhortensien bleiben so, wie sie jetzt sind. Die Schere hat Pause bis Anfang März. Dann erst werden Rispenhortensie und die schöne Ballhortensie Annabelle eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Besonderen Winterschutz brauchen Rispen- und Ballhortensien in der Regel nicht.

Blumenbild Rispenhortensie auf Fototapete im Wunschformat

Bleiberecht für echte Zierden im winterlichen Garten.

Lassen Sie schöne Ziergräser unbedingt stehen. Sie sehen auch im Winter hübsch aus, strukturieren den ansonsten kahlen Wintergarten und mit Schneemützen bedeckt geben sie nette Fotomotive ab. Zudem sind Fruchtstände der Gräser die Nahrungsquelle vieler Vögel. Binden Sie hohe Gräser, wie Pampasgras, locker zusammen, lassen Sie dabei jedoch die attraktiven Blütenstände stehen.

Blumenbild: Roter SonnehutSchneiden Sie Stauden eine Handbreit über dem Boden ab – wenn Sie wollen. Sie können sich diese Arbeit allerdings auch bis zum Vorvorfrühling aufbewahren. Denn das  alte Gestrüpp ist ein natürlicher Winterschutz für Pflanzen, Unterschlupf für kleine Tiere und eine willkommene Futterquelle für Gartenvögel. Zudem ist der Boden jetzt eher zu matschig und verdichtet schnell, wenn sie jetzt in den Beeten arbeiten.

Solange der Boden nicht gefroren ist, ist noch Zeit, Gehölze und Stauden zu pflanzen oder zu groß gewordene, und deswegen blühfaule Stauden teilen und in frischer Erde neu pflanzen. Gut angießen nicht vergessen. Empfindliche Stauden am besten gleich mit Tannengrün oder dem o. g. Laubsack abdecken.

Verblühte Stängel der Fetthenne einfach stehen und erst im Frühjahr abschneiden. Andernfalls dringt Regenwasser über die röhrenartigen Stängel bis tief ins Herz der Pflanze  ein und sprengt diese bei Frost. Blumenbild Duftige Blüte einer Baumpfingstrose, freigestellt auf Weiß

Die exotisch wirkenden Baumpäonien sind viel robuster, als gedacht. Es heißt, kühle Winde mögen sie nicht so gerne. Ich kann das so nicht bestätigen. Meine beiden Exemplare stehen an zwei sehr zugigen kalten Stellen im Garten – im Süd-Nord-Windkanal  zwischen zwei Häusern. Doch das und extrem kalte Winter haben ihnen seit 12 Jahren nichts ausgemacht. Ganz im Gegensatz zu einer geschützt stehenden Baumpäonie, die letztendlich von einer Pilzerkrankung dahingerafft wurde. Deswegen also dieser Tipp: Lassen Sie die runter gefallene Blätter der Baumpfingstrose einfach bis zum Frühling liegen und gut ist. Mehr Winterschutz ist nicht nötig (getestet bis -25°C). Tipp: Geben Sie Baumpfingstrosen keinen Kompost! Er fördert die Entwicklung von Pilzkrankheiten.

Technik sichern und dann ab in den Schuppen.

Drehen Sie die Wasserzufuhr zum Außenwasserhahn im Keller ab und lassen Sie anschließend das Restwasser ab. Der Außenwasserhahn bleibt den Winter über draußen offen. Es sei denn, Sie haben einen frostsicheren Außenwasserhahn. Meine Erfahrungen damit sind sehr gut. Selbst bei den letzten beiden harten Wintern, in denen bei uns bis zu minus 25°C kalt waren, hielten die beiden Außenwasserhähne ihr Versprechen. Ihr Geheimnis:  Eine langes Schneckengewinde verschließt die Wasserleitung tief im Inneren der Wand und nicht, wie bei konventionellen Wasserhähnen, vorne beim Auslass.

Bringen Sie die Wasserpumpe frostsicher unter, Wasserschläuche und alle anderen Bewässerungselemente am besten ebenso. Vorher entleeren nicht vergessen.

Gefiederte Freunde bitte nicht vergessen.

Stellen Sie schon jetzt Vogelfutterstellen auf und warten Sie damit nicht bis zum ersten Schnee. Am besten stellen Sie mehrere, gerne auch unterschiedliche Vogelhäuser- oder Silos rund ums Haus auf. Damit kein Futterneid und damit Stress unter den gefiederten Freunden aufkommt. Selbstredend gibt es über das Füttern der Vögel im Garten unterschiedliche Meinungen. Wer jedoch Vögel als  kostenlose Helfer im Kampf gegen Läuse, Raupen, Käfer und Co versteht, sollte sie das ganze Jahr über unterstützen, wo’s nur geht. Dazu gehören gutes Vogelfutter, eine vogelfreundliche Bepflanzung des Gartens, Wasserstellen und Nistkästen im Garten.

Letzte Griffe und dann ist es geschafft.

Spaten, Hacke, Rosenschere & Co haben eine ganze Saison lang gute Dienste geleistet. Damit sie auch im nächsten Jahr wieder fit für ihren Einsatz im Garten sind, sollten Sie diese nun gut reinigen, nach dem Trocknen einölen und dann vor Nässe geschützt einräumen. Ein Gartenhäuschen ist dafür ideal, sofern vorhanden. Falls nicht: Ein trockenes Plätzchen findet sich auch bei Ihnen bestimmt.

Und wenn Sie nun auch noch die Messer des Rasenmähers zum Schleifen bringen, ist alles geschafft. Der Garten ist winterfest und die Geräte startklar für ihren nächsten Einsatz. Spätestens Ende Februar geht’s wieder los mit dem Gärteln und bis dahin können es echte Gartenfreunde ohnehin kaum erwarten.

Blaue Winzlinge im Garten


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  1. Advent, Advent ... - Wo Blumenbilder wachsen - [...] verhüllt gnädig alles, was draußen liegengeblieben und – trotz guter Vorsätze und eigenem Minutentipp – nicht erledigt worden ist.…
  2. Nicht träumen! Jetzt ist die perfekte Pflanzzeit für neue Rosen. - Wo Blumenbilder wachsen - […] ist geschafft. In den letzten Wochen ist im Garten viel passiert. Er wurde winterfest gemacht und was alles dazu…

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