Wenn die Oma, eine bekennende Landpomeranze, einen Actionfilm für ihre Enkel, alles Stadtkinder, dreht, entsteht so ganz nebenbei ein „Erklärvideo“ für (große und kleine) Kinder. In der Hauptrolle: Ein benachbarter Bauer mit Traktor und Pflug. Ort: Ein Acker auf dem Lindelberg in Franken, in der Nähe von Igensdorf.

Wozu dienen Traktor und Pflug bei der Feldarbeit?

Stadtkinder kennen Trecker leider nur noch als Spielzeug. Auch meine drei Enkel haben bislang keine Ahnung von echter Feldarbeit mit Traktor und Pflug, doch das lässt sich ja ändern. Die Tage pflügte nämlich der Bauer das spärlich gewachsene Unkraut auf seinem Acker unter, ein stundenlanges Hin und Her.

Wären die Enkel hier zu Besuch gewesen, wären sie so schnell sicher nicht vom Fenster weg gekommen. Aber was eine „gute Oma“ ist, denkt mit und filmt für die Buben ein „Action-Video“ des Bauern, der mit Traktor und Pflug seinen Acker auf dem Lindelberg pflügt und ihn so für die kommende Aussaat vorbereitet. Demnächst fährt er bestimmt noch einmal über den Acker und sät Wintergerste (?), in der Hoffnung, dass es endlich regnet und das Getreide so eine Chance zum Keimen hat. Ich drücke ihm und uns allen beide Daumen.

 

Und was sagt mein 4-jähriger Enkel Johann zum Traktor mit Pflug und zum Bauern bei der Feldarbeit? Brumm! Mit wachsender Begeisterung. Ton an!

Mit bestem Dank an K2, Tobias Amann für Schnitt und Composing, und an Johann für die Vertonung.

Warum pflügt der Bauer seinen Acker?

Beim Pflügen wird die obere Erdschicht, inklusive der dort wachsenden Pflanzen (Ackerkräuter, Wildblumen), Reste von abgeernteten Ackerfrüchten (z. B. Getreide, Mais, Rüben, Kartoffeln) nach unten und gleichzeitig die untere Bodenschicht in großen Schollen nach oben befördert. Ziel ist es, den Boden durch das untergepflügte Grüngut wieder mit Nährstoffen zu versorgen. Es ist eine Art von Flächenkompostierung und spart am Ende einen Teil Düngemittel ein.

Während des kommenden Winters greift Frost die grob gepflügten Erdschollen von allen Seiten an und zerbröstelt sie. Das nennt man Frostgare.

Beim nächsten Arbeitsschritt fährt der Bauer mit dem Traktor und einer Egge über den Acker. Die Egge zerkrümelt dabei noch grobe Erdschollen, die nach dem Pflügen (und der Frostgare) noch vorhanden sind. Es entsteht ein glatter, feinkrumiger Boden, der bereit für eine neue Aussaat ist. Der Kreislauf auf dem Acker beginnt so von Neuem.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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