Eigentlich zieht sich das Tränende Herz, auch Herzstockerl oder Herzblume, im Laufe des Sommers zurück und hinterlässt dabei eine Lücke, die Sie beim Bepflanzen des Beetes unbedingt beachten sollten. Doch in manchen Jahren ist alles anders und das Tränende Herz, Dicentra spectabilis, will nicht weichen, sondern treibt immer wieder frisch und munter aus. Keine Lücke, ergo auch kein Platz für benachbarte Stauden.

Dumm gelaufen, für eine mächtige Myrthenaster. Eine von beiden muss weichen. Im Zweifel ist die Aster schneller und einfacher verpflanzt als das Tränende Herz.

Wieviel Platz braucht das Tränende Herz?

Dieses einnehmende Verhalten legt auch das weiße Tränende Herz an den Tag. Mehr noch: Es bleibt mindestens halben Sommer über grün und bringt auch immer wieder neue Blüten hervor. Doch auch dafür muss reichlich Platz vorhanden sein. Das weiße Tränende Herz wächst zwar eher straff aufrecht und nicht so breit wie seine pinken und roten Schwestern, doch schon im zweiten oder dritten Standjahr im Beet ist der Platzbedarf enorm.

Kalkulieren Sie durchaus mit einem bis anderthalb Quadratmeter Fläche für eine Pflanze ein. Zu eng gesetzte Dicentras können sich nicht entfalten und wirken längst nicht so schön – und romantisch wie geplant.

Blumenkissen Koreanisches Herz

Blumenbild “Ein koreanisches Herz”, das weiße Tränende Herz

Ansonsten mutet die Gartenstaude Tränende Herze wunderbar nostalgisch an und gedeiht problemlos in jedem Garten. Sie eignet sich am besten für halbschattige Bereiche. Dort strahlen ihre Blüten wunderbar und bringen Licht und Farbe in sonst eher dunkle Ecke. Ich liebe die Kombination mit blauen Frühlingsblumen, allen voran mit Traubenhyazinthen und Blue Bells. Mehr zu diesen hübschen Frühblühern im Schwesterblog Mein Blumenbild des Tages.

Woher kommt das Tränende Herz?

Der wissenschaftliche Name ist seit 1997 übrigens Lamprocapnos spectabilis und nicht mehr Dicentra spectabilis – an der Schönheit der Pflanzen ändert sich dadurch allerdings nichts. Dicentra spectabilis kommt ursprünglich aus Korea und aus dem nördlichen bzw. westlichen China. Dort wächst es in lichten, feuchten Berglaubwäldern in Höhen bis zu sehr beachtlichen 2400 Metern. Kein Wunder also wenn kalte Frühlingswinde dieser Staude so schnell nichts anhaben können. Nur Spätfröste raffen es manchmal dahin. Aber nur für die aktuelle Saison. Spätestens im kommenden Jahr treibt es zuverlässig wieder aus und blüht auch wieder.

Tipp: Achten Sie auf die Wettervorhersage und falls sich frostige Nächte ankündigen, stülpen Sie einfach einen passenden Eimer über den Austrieb der Staude.

Blumenbild: Rosa Herzblüten vor Blau

Rosa Herzblüten vor Blau

Wie wird die Herzblume vermehrt?

Das Tränende Herz lässt sich gut durch Teilung vermehren. Um den sehenswerten Austrieb im zeitigen Frühling nicht zu gefährden, eignet sich dazu am besten die Zeit nach der Blüte und bevor sich  die Pflanze einzieht. Doch auch vor der Blüte soll eine Teilung möglich sein. Vermehrung durch Wurzelstecklinge sind im Winter ebenfalls möglich. Meine Erfahrung ist: Der Wurzelstock zerfällt beim Ausgraben ohnehin in mehrere Teile und diese lassen sich anschließend problemlos einzeln in neue Erde setzen – und auch in größere Pflanzkübel.

Die Pflege dieser ausgesprochen hübschen Staude ist denkbar einfach: Etwas organischen Dünger beim Austrieb und nach der Blüte alles abschneiden, was welk geworden ist.

Tipp: Markieren Sie die Stelle im Beet, beispielsweise mit zwei schräg stehenden Bambusstäben, die sich über der Pflanze kreuzen. Wenn im Laufe des Sommers das Tränende Herz tatsächlich verschwunden ist, bewahrt Sie das davor, aus Versehen die Lücke mit einer anderen Staude schließen zu wollen oder diese zu dicht daneben zu pflanzen.

Noch ein Tipp: Manchmal sät sich das Tränende Herz auch ganz von allein aus. Suchen Sie im Frühling nach den markanten Blättern und setzen Sie die Jungpflanze, falls sie ungünstig steht, einfach an eine bessere Stelle. Oder verschenken Sie ihre Herzblume. Über so ein Geschenk freut sich bestimmt jeder Gartenbesitzer und Blumenfreund.

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Das Tränende Herz, die romantischste aller Gartenstauden

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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