Wie lange geben Sie einer schwächelnden Rose Zeit, bevor Sie die Geduld mit ihr verlieren? Wie oft akzeptieren Sie Sternrußtau als „Preis“ für besonders schöne Rosenblüten?  Kennen Sie eine vernünftige Alternative zur chemischen Keule? Wer Rosen liebt, weiß wie robust sie von Natur aus sind, doch leider gilt dies nicht gleichermaßen für alles Rosensorten. Was also tun wenn eine Königin zickt und nichts als Ärger bringt.

Ja, ich bin durchaus geduldig und weiß, dass nicht jede Rose bereits im ersten oder zweiten Jahr ihr volles Potenzial entfaltet. Manchmal passt der Standort nicht, dann versuche ich mein Glück mit einer kümmernden Rose eben in einem anderen Beet. Was aber ist, wenn auch nach vier, fünf Jahren eine Rose noch immer zickt? Felidaé ist genau so eine schwierige, zickende Rose. Ihre Blüten sind cremegelb, dicht gefüllt und duften schön. Doch leider schaffen es ihre dünnen schwachen Rosenzweige nicht, die eigenen Blüten zu tragen. Und Blüten, die am Boden liegen, will keiner. Erst recht nicht, wenn diese durch Regen oder Gießwasser verschmutzt sind. Erschwerend kommt hinzu: Felidaé kann man nicht knospig für die Vase schneiden, sondern immer nur voll erblüht.

Rosenbild nach Wunsch Romantikrose Felidae

Rosenbild nach Wunsch Romantikrose Felidaé

Zweiter Fehler dieser Romantikrose: Spritzt man sie nicht alle vierzehn Tage gegen Pilze, hat sie grundsätzlich Sternrußtau. Anfangs hoffte ich noch, das würde sich durch einen Standortwechsel oder mit zunehmenden Alter geben, doch ich wurde eines Besseren belehrt: Felidaé kränkelt sich durchs gesamte Rosenjahr und muss sich hinter den Herbstchrysanthemen verstecken, so nackig steht sie da. Trotz radikalem Sommerschnitt. Damit ist Felidaé wertlos fürs gemischte Rosen- und Staudenbeet und die einzig richtige Lösung für eine derart zickige Rose ist: Sie muss raus und Platz schaffen für etwas Neues.

Was tun bei rosenmüdem Boden

Wo jahrelang eine Rose stand, sollte man keine neue Rose pflanzen, heißt es in der Fachliteratur. Meine eigene Erfahrung bestätigt das. Umgehen kann man diese Regel nur mit einem großzügigen Erdaustausch. Großzügig bedeutet: Heben Sie für die neue Rose ein Loch aus, das mindesten einen, besser noch zwei 60-Liter-Säcke gute Rosenerde fast. Den Aushub verteilen Sie auf dem Beet, verwenden sie zum Anhäufeln der neu gepflanzten Rose oder sammeln ihn für andere Pflanzaktion in einem Mörteleimer. Zum Pflanzen der neuen Rose verwenden Sie anschließend gute, frische Pflanz- oder Rosenerde. Wenn irgendmöglich verzichten Sie jedoch auf die gesamte Prozedur mit Erdaustausch und Tralala. Pflanzen Sie die neue Rose einfach woanders hin und setzen Sie statt dessen eine hübsche Staude wo einst die zickende Rose stand. Sie wollen sich ja nicht von Anfang an wieder Probleme mit einer Rose schaffen, wenn es auch ohne geht.

Rosenbild Princess Alexandra of Kent

Rosenbild nach Wunsch Princess Alexandra of Kent

 

Bleibt noch die Frage, welche neue Rose statt dessen in den Garten zieht. Derzeit erscheinen die neuen Kataloge der Rosenzüchter. Ob neue Rosen-Züchtungen halten, was vollmundige Werbetexte versprechen, ist offen, zumal noch keine langjährigen Erfahrungen mit den Neuen vorliegen. Ein gewisses Maß an Sicherheit bieten ADR-Rosen. Rosenzüchter wie beispielsweise Kordes-Rosen bewertet Duft, Gesundheit und Winterhärte von Rosen mit bis zu fünf Sternen. Wenn es um eine neue Rose geht und um Blattgesundheit (Sternrußtau / Mehltau) geht, sollten vier von fünf Sternen mindestens sein. Jeder Stern zu wenig führt früher oder später zu Frust im Rosengarten.

Rosenbild englische Rose Teasing Georgia

Rosenbild „Spaß mit der Liebreizenden“. Teasing Georgia, David Austin.

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Tags: Rosen

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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