Website-Icon Wo Blumenbilder wachsen

Stauden säen in 10 Schritten einfach erklärt

Stauden säen. Echinacea purpurea, Purpur-Sonnenhut ist die Apothekerin des Gartens

Echinacea purpurea, Purpur-Sonnenhut ist die Apothekerin des Gartens

Warum Stauden säen?

Sie lieben Ihren Garten, Ihr Budget ist klein, Sie möchten jedoch beim Pflanzen gerne aus dem Vollen schöpfen. Säen Sie Stauden! Der Aufwand ist so gering wie beim Vorziehen von Sommerblumen.

Sommerblumen und Stauden unterscheiden

Helenium, Sonnenbraut, attraktive Prachtstaude für sonnige bis halbschattige Standorte mit nahrhaften Boden. Sie blüht im gleichen Jahr der Aussaat.

Einjährige Sommerblumen wachsen und blühen innerhalb einer Vegetationsperiode, sprich Gartensaison. Die meisten Sommerblumen können ab Mitte März auf dem Fensterbrett oder im temperierten Gewächshaus vorgezogen werden. Direktsaat ins Beet ist etwa ab Mai möglich. Einjährige Sommerblumen halten maximal bis zum Frost und sterben dann ab.

Zweijährige Sommerblumen brauchen zwei Vegetationsperioden um „erwachsen“ zu werden. In der ersten Vegetationsperiode bilden sie nur (grundständige) Blätter. Im zweiten Jahr blühen sie und bilden danach Samen.

Stauden sind krautige, mehrjährige Pflanzen, die jedes Jahr aufs Neue austreiben, wachsen und blühen. Ihre Wurzeln überdauern den Winter, nur das oberirdische Kraut stirbt ab.
Manche Stauden blühen erst im zweiten oder gar dritten Jahr nach der Aussaat. Doch einfache Stauden blühen bereits direkt im gleichen Jahr.

Lichtkeimer oder Dunkelkeimer unterscheiden

Orientalischer Mohn mit pinken Blüten, Papaver gehört zu den Licht- und Kaltkeimern

Lichtkeimer haben meist sehr feine Samen. Deswegen werden Lichtkeimer bei der Aussaat nur angedrückt um Erdanschluss zu bekommen. Hier ist absolutes Fingerspitzengefühl notwendig. Viele Stauden sind Lichtkeimer.
Dunkelkeimer, wie beispielsweise Kapuzinerkresse werden in doppelter Samenstärke mit Erde abgedeckt oder in das Substrat gedrückt. Blumen mit dicken Samen lassen sich leichter einzeln säen, brauchen aber manchmal ein bisschen länger bis zum Auflaufen.

Egal ob Licht- oder Dunkelkeimer, das Substrat darf während des Keimens nicht austrocknen. Einmal trocken ist die Saat verloren und keimt nicht mehr.
Beachten Sie die Aussaat-Anleitung auf der Samentüte. Gute Saatguthändler liefern zur Samentüte zusätzlich ein Dokument mit wertvollen Hinweisen zur Aussaat.

Alle lieben die süßen Er-liebt-mich-er liebt-mich-nicht-Blüten der Gemswurz aka Frühlingsmargerite

Stauden säen Schritt für Schritt

  1. Säen Sie in kleine Töpfe oder Multitopfpaletten. Beschriften Sie die Töpfe mit Namen der Pflanze und Datum der Aussaat.
  2. Säen Sie nicht zu dicht. Sie ersparen sich das Verziehen. Die Sämlinge haben von Anfang an mehr Platz und behindern sich nicht gegenseitig. Sie können länger in ihren Töpfen bleiben und bis zum Pikieren kräftig heranwachsen.
  3. Verwenden Sie keimfreie Aussaaterde. Sie ist besonders nährstoffarm, leicht und durchlässig. Sämlinge vertragen keine Düngersalze, ihre Wurzeln verbrennen leicht.
  4. Verwenden Sie sterile / keimfreie Töpfchen oder Aussaatkisten. Bakterien und Pilzsporen, die Sämlingen schaden oder sie komplett zunichtemachen, überdauern sehr lange in Töpfen und sogar Frost.
  5. Sorgen Sie für gute Drainage unter den Aussaat-Töpfchen. Blähton, Seramis, Perlite oder Kies lassen überschüssiges Gießwasser sofort abfließen.
  6. Säen Sie nicht zu früh. Samen haben eine „innere Uhr“ und keimen erst, wenn die Natur es für sie vorgesehen hat. Abgesehen davon fehlt hierzulande im Winter das notwendige Licht, damit Sämlinge gesund und kompakt heranwachsen. Fehlt Licht vergeilen die Sämlinge und fallen kraftlos schon nach kurzer Zeit um.
  7. Verwenden Sie keimfähiges Saatgut. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Saatgut noch keimfähig ist, lesen Sie die Angaben auf der Samentüte oder machen Sie mit wenigen Samen eine Keimprobe.
  8. Kultivieren Sie Jungpflanzen nicht zu warm. Ein Platz auf der Fensterbank in einem unbeheizten Zimmer oder unter einem Dachfenster ist ideal. 16 – 18 Grad reichen völlig aus. Die Pflanzen sollen langsam aber kräftig heranwachsen.
  9. Düngen Sie die Jungpflanzen etwa 6-8 Wochen nach dem Keimen zum ersten Mal leicht mit verdünnten, flüssigen Blumendünger. Anschließend düngen Sie alle 14 Tage oder pikieren in größere Töpfe und in frische, gute Blumenerde. Fehlen Nährstoffe werden die Blätter blass.
  10. Halten Sie das Substrat leicht feucht, aber nicht nass.

Federnelken, Gartennelken, Polsternelken, Dianthus, sind dankbare Stauden für sonnige Standorte

Wann Stauden säen?

Kaltkeimer werden ab Dezember bis Ende Januar gesät. Kaltkeimer brauchen einen Kältereiz, um zu keimen.

Die meisten anderen Stauden werden ab März bis Juni gesät. Der richtige Zeitpunkt zum Säen steht auf jeder Samentüte. Sie können sich auch nach der Natur richten: Sobald Blumen reife Samen ansetzen und verteilen, ist der perfekte Aussaat-Termin.

Stauden säen ins Beet oder in Töpfe, was ist besser?

Bei der Aussaat in Topfkultur haben Sie mehr Kontrolle über das Geschehen. Sie können Feuchtigkeit und Temperatur besser regulieren als bei der Direktaussaat im Garten.
Sie erkennen Sämlinge in beschrifteten Töpfen und jäten sie nicht aus Versehen.

Stauden für Anfänger

Echter Ehrenpreis, Veronica, hübsche Staude mit strahlend blauen essbaren Kerzenblüten

Stauden säen für extrem trockene, heiße Standorte: Schafgarbe

Stauden mit enormer Fernwirkung, auch bei Regen. Bunte Margeriten leuchten am Ende des Gartens von Nature to Print

Purpur-Königskerze, Verbascum phoeniceum, die einzige echte Staude unter den Königskerzen. 

Stauden säen: Islandmohn ist ein besonderer Mohn, schon bei der Aussaat

Staudenwicke duftet zwar nicht, blüht jedoch genauso hübsch wie alle Wicken.

Lupine, Staudenlupine, Stauden säen, mal etwas heikel – aber dennoch lohnenswert

Fiona

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.

Die mobile Version verlassen