Warum Stauden säen?

Sie lieben Ihren Garten, Ihr Budget ist klein, Sie möchten jedoch beim Pflanzen gerne aus dem Vollen schöpfen. Säen Sie Stauden! Der Aufwand ist so gering wie beim Vorziehen von Sommerblumen.

Sommerblumen und Stauden unterscheiden

Helenium, Sonnenbraut, Prachtstaude

Helenium, Sonnenbraut, attraktive Prachtstaude für sonnige bis halbschattige Standorte mit nahrhaften Boden. Sie blüht im gleichen Jahr der Aussaat.

Einjährige Sommerblumen wachsen und blühen innerhalb einer Vegetationsperiode, sprich Gartensaison. Die meisten Sommerblumen können ab Mitte März auf dem Fensterbrett oder im temperierten Gewächshaus vorgezogen werden. Direktsaat ins Beet ist etwa ab Mai möglich. Einjährige Sommerblumen halten maximal bis zum Frost und sterben dann ab.

Zweijährige Sommerblumen brauchen zwei Vegetationsperioden um „erwachsen“ zu werden. In der ersten Vegetationsperiode bilden sie nur (grundständige) Blätter. Im zweiten Jahr blühen sie und bilden danach Samen.

Stauden sind krautige, mehrjährige Pflanzen, die jedes Jahr aufs Neue austreiben, wachsen und blühen. Ihre Wurzeln überdauern den Winter, nur das oberirdische Kraut stirbt ab.
Manche Stauden blühen erst im zweiten oder gar dritten Jahr nach der Aussaat. Doch einfache Stauden blühen bereits direkt im gleichen Jahr.

Lichtkeimer oder Dunkelkeimer unterscheiden

Kaltkeimer Orientalischer Mohn mit pinken Blüten,

Orientalischer Mohn mit pinken Blüten, Papaver gehört zu den Licht- und Kaltkeimern

Lichtkeimer haben meist sehr feine Samen. Deswegen werden Lichtkeimer bei der Aussaat nur angedrückt um Erdanschluss zu bekommen. Hier ist absolutes Fingerspitzengefühl notwendig. Viele Stauden sind Lichtkeimer.
Dunkelkeimer, wie beispielsweise Kapuzinerkresse werden in doppelter Samenstärke mit Erde abgedeckt oder in das Substrat gedrückt. Blumen mit dicken Samen lassen sich leichter einzeln säen, brauchen aber manchmal ein bisschen länger bis zum Auflaufen.

Egal ob Licht- oder Dunkelkeimer, das Substrat darf während des Keimens nicht austrocknen. Einmal trocken ist die Saat verloren und keimt nicht mehr.
Beachten Sie die Aussaat-Anleitung auf der Samentüte. Gute Saatguthändler liefern zur Samentüte zusätzlich ein Dokument mit wertvollen Hinweisen zur Aussaat.

Gemswurz, Frühlings-Margerite, Staude mit fröhlichen, gelben Blüten

Alle lieben die süßen Er-liebt-mich-er liebt-mich-nicht-Blüten der Gemswurz aka Frühlingsmargerite

Stauden säen Schritt für Schritt

  1. Säen Sie in kleine Töpfe oder Multitopfpaletten. Beschriften Sie die Töpfe mit Namen der Pflanze und Datum der Aussaat.
  2. Säen Sie nicht zu dicht. Sie ersparen sich das Verziehen. Die Sämlinge haben von Anfang an mehr Platz und behindern sich nicht gegenseitig. Sie können länger in ihren Töpfen bleiben und bis zum Pikieren kräftig heranwachsen.
  3. Verwenden Sie keimfreie Aussaaterde. Sie ist besonders nährstoffarm, leicht und durchlässig. Sämlinge vertragen keine Düngersalze, ihre Wurzeln verbrennen leicht.
  4. Verwenden Sie sterile / keimfreie Töpfchen oder Aussaatkisten. Bakterien und Pilzsporen, die Sämlingen schaden oder sie komplett zunichtemachen, überdauern sehr lange in Töpfen und sogar Frost.
  5. Sorgen Sie für gute Drainage unter den Aussaat-Töpfchen. Blähton, Seramis, Perlite oder Kies lassen überschüssiges Gießwasser sofort abfließen.
  6. Säen Sie nicht zu früh. Samen haben eine „innere Uhr“ und keimen erst, wenn die Natur es für sie vorgesehen hat. Abgesehen davon fehlt hierzulande im Winter das notwendige Licht, damit Sämlinge gesund und kompakt heranwachsen. Fehlt Licht vergeilen die Sämlinge und fallen kraftlos schon nach kurzer Zeit um.
  7. Verwenden Sie keimfähiges Saatgut. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Saatgut noch keimfähig ist, lesen Sie die Angaben auf der Samentüte oder machen Sie mit wenigen Samen eine Keimprobe.
  8. Kultivieren Sie Jungpflanzen nicht zu warm. Ein Platz auf der Fensterbank in einem unbeheizten Zimmer oder unter einem Dachfenster ist ideal. 16 – 18 Grad reichen völlig aus. Die Pflanzen sollen langsam aber kräftig heranwachsen.
  9. Düngen Sie die Jungpflanzen etwa 6-8 Wochen nach dem Keimen zum ersten Mal leicht mit verdünnten, flüssigen Blumendünger. Anschließend düngen Sie alle 14 Tage oder pikieren in größere Töpfe und in frische, gute Blumenerde. Fehlen Nährstoffe werden die Blätter blass.
  10. Halten Sie das Substrat leicht feucht, aber nicht nass.
Federnelken, Dianthus, dankbare Stauden für sonnige Standorte

Federnelken, Gartennelken, Polsternelken, Dianthus, sind dankbare Stauden für sonnige Standorte

Wann Stauden säen?

Kaltkeimer werden ab Dezember bis Ende Januar gesät. Kaltkeimer brauchen einen Kältereiz, um zu keimen.

Die meisten anderen Stauden werden ab März bis Juni gesät. Der richtige Zeitpunkt zum Säen steht auf jeder Samentüte. Sie können sich auch nach der Natur richten: Sobald Blumen reife Samen ansetzen und verteilen, ist der perfekte Aussaat-Termin.

Stauden säen ins Beet oder in Töpfe, was ist besser?

Bei der Aussaat in Topfkultur haben Sie mehr Kontrolle über das Geschehen. Sie können Feuchtigkeit und Temperatur besser regulieren als bei der Direktaussaat im Garten.
Sie erkennen Sämlinge in beschrifteten Töpfen und jäten sie nicht aus Versehen.

Stauden für Anfänger

Echter Ehrenpreis, Veronica, hübsche Staude mit strahlend blauen essbaren Kerzenblüten

Echter Ehrenpreis, Veronica, hübsche Staude mit strahlend blauen essbaren Kerzenblüten

  • Akelei, Aquilegia, der Samenhandel bietet eine große Auswahl an Farben und Formen.
  • Astern, säen sich auch im Garten aus. Wenn Sie besonders schöne Sorten möchten, säen Sie selbst.
  • Brennende Liebe, Silene chalcedonica, knallrote Eyecatcher im Staudenbeet.
  • Blutweiderich, dankbare hohe Wildstaude, Bienenmagnet. Die Kulturform ist inzwischen auch in Pink und Rosa zu haben. Blutweiderich wächst, wo der Boden feucht und nährstoffreich ist.
Stauden säen: Schafgarbe verträgt Hitze und Trockenheit

Stauden säen für extrem trockene, heiße Standorte: Schafgarbe

  • Chrysanthemen, Garten-Chrysanthemen sind echte Glückspflanzen. Sie blühen bis in den November und bringen Farbe in den Herbst.
  • Kokardenblume, Gaillardia, kurzlebige Staude mit malerischen Blüten. Mir hat es besonders die niedrige Sorte ‚Arizona Apricot‘ angetan. Ideal für den Vordergrund.
  • Duftnessel, Agastache, bestes Bienenfutter für trockene, heiße, sonnige Standorte mit violetten stark duftenden Kerzenblüten.
  • Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria, Wildstaude mit taubenblauen Blüten, wächst an trockenen, sonnigen Standorten. Sie blüht von Juni bis Oktober und ist begehrt bei Wildbienen und Schmetterlingen.
  • Schafgarbe, Achillea, heimische Staude für Insekten, trockene, heiße Standorte, wüchsig und sät sich auch gerne selber aus. Sie übersteht selbst langanhaltende Trockenheit.
Bunte Margeriten leuchten am Ende des Gartens von Nature to Print

Stauden mit enormer Fernwirkung, auch bei Regen. Bunte Margeriten leuchten am Ende des Gartens von Nature to Print

  • Echter Ehrenpreis, Veronica, hübsche Staude mit strahlend blauen essbaren Kerzenblüten. Ehrenpreis ist auch ein Heilkraut. Ehrenpreis hält Trockenheit und Hitze problemlos aus.
  • Purpur-Sonnenhut, Echinacea purpurea. Diese Prachtstaude bringt Schmetterlinge und Bienen in den Garten. Die Aussaat gelingt zuverlässig, wenn man die Sämlinge nach dem Auflaufen kühl und hell kultiviert. Zudem ist der Pflanzabstand wichtig. Mehr Tipps zur Aussaat und zum Pflanzen gleich nebenan.
  • Sonnenbraut, Helenium, Prachtstaude für sonnige, halbschattige Standorte und lehmig-humosen Boden. Sie blüht bis in den Oktober hinein.
  • Gemswurz, Doronicum, Frühlingsmargerite, frühe Insektenweide für halbschattige Standorte. Passt fantastisch zu Traubenhyazinthen oder Frühlingsanemonen. Die Staude ist robust und langlebig.
  • Purpur-Königskerze, Verbascum phoeniceum, die einzige echte Staude unter den Königskerzen. Die Zukunftspflanze wird nur etwa 60-90 cm hoch und passt daher ideal in kleine Gärten und Blumenbeete.
Stauden säen lohnt sich bei der Purpur-Königskerze ganz besonders

Purpur-Königskerze, Verbascum phoeniceum, die einzige echte Staude unter den Königskerzen. 

  • Italienisches Leinkraut, Linaria, hübscher Schmetterlingsblütler mit rosa, violetten oder weißen Blüten, für sonnige, heiße Standorte, verträgt Trockenheit und Hitze und sät sich auch gerne selber im Garten aus, ohne dabei lästig zu werden.
  • Heide-Nelken, Federnelken, Grasnelken, Dianthus, sind  dankbare Stauden für magere, sonnige Standorte. Sie bringen Farbe und Duft in Steingärten und auf begrünte Dächer.
  • Bunte Margarite, Tanacetum coccineum, blüht im Frühsommer leuchtend rot, rosa oder pink. Die genügsame Staude ist pflegeleicht, sollte jedoch alle zwei, drei Jahre geteilt und an eine neue Stelle gepflanzt werden.
  • Islandmohn ist eine Besonderheit unter den Mohnen. Er liebt es sonnig – aber nicht warm und dazu lieber feuchten als trockenen Boden. Wenn Steingarten, ist ein Alpinarium gemeint – oder Klein-Island. Wissenswertes über diesen einzigartigen Papaver verrate ich gleich nebenan.
Stauden säen: Islandmohn ist ein besonderer Mohn, schon bei der Aussaat

Stauden säen: Islandmohn ist ein besonderer Mohn, schon bei der Aussaat

  • Staudenwicke, Platterbse, Lathyrus latifolius duftet zwar nicht, blüht jedoch genauso hübsch wie alle Wicken. Tolle Schnittblumen und ein Magnet für Wildbienen wie die Blaue Holzbiene. Erfahren Sie mehr im Schwesterblog über diese mehrjährigen Kletterpflanzen.
  • Primeln. Bunte Garten-Primeln hat man nie genug. Sie malen Frühling, nähren Bienen, lassen sich leicht durch Aussaat oder Teilen vermehren und bleiben gerne für immer im Garten.
Staudenwicke, Platterbse, Lathyrus latifolius

Staudenwicke duftet zwar nicht, blüht jedoch genauso hübsch wie alle Wicken.

  • Echter Sonnenhut Rudbeckia. Fröhliche Lichtträger für halbschattige bis sonnige Standorte.
  • Lupine, Staudenlupine. Ihr Saatgut ist weltweit von einem Pilz befallen, der die erfolgreiche Aussaat leider oft verhindert. Dagegen helfen vorbehandeltes, wärmebehandeltes Saatgut, sterile Töpfe sowie neutrale bis leicht saure Aussaaterde.
Lupine, Staudenlupine

Lupine, Staudenlupine, Stauden säen, mal etwas heikel – aber dennoch lohnenswert

Fiona

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.