Das Feuer der Chrysanthemen entschädigt ein wenig für das langsame Ende des Gartenjahres. Die meisten Sommerblumen sind vorbei. Nur hier und da strebt noch ein tapfere Blüte der Sonne entgegen. Storchschnabel, Clematis und Rosen kämpfen, allen Unkenrufen zum Trotz, erfolgreich gegen die kühlen Herbstnächte an. Dennoch haben jetzt Chrysanthemen das Zepter im Garten übernommen. Sie leuchten fast feurig in Schein der tief stehenden Nachmittagssonne und trösten uns über das unvermeidlich Kommende hinweg.

Was Sie über Chrysanthemen wissen sollten

Viele kennen Chrysanthemen nur vom Floristen. Dort werden allerdings vorwiegend langstielige “Hochleistungsblüten” für üppige Blumensträuße verkauft. Auch für Gestecke und Kränze für Allerheiligen werden sie gerne verwendet, weil sie eben so spät im Herbst noch blühen und Blüten im November sind eben besonders begehrt. Aber wussten Sie, dass viele Chrysanthemen auch zuverlässige Stauden im Garten sind? Das gilt zwar nicht für alle Sorten aber eine gute Staudengärtnerei hilft sicher weiter. Fragen Sie danach.

Wie gewinnen Sie gratis neue Chrysanthemen?

Wenn Sie dann schließlich eine Hübsche gefunden haben, können Sie diese immer wieder teilen und so den eigenen Bestand vermehren. Im Frühling ist die beste Zeit dafür. Pflanzen Sie die Stauden am besten in den Vordergrund sonniger Beete. Der Boden sollte nahrhaft sein, gerne auch lehmig. Da das Laub lange grün bleibt und die Stauden so spät blühen, verdecken sie verblühte Sommerblumen und kaschieren gekonnt bereits leer geräumte Stellen im Blumenbeet.

Tipp: Kürzen Sie Mitte bis Ende Mai die Triebe um die Hälfte. Die Pflanzen bleiben mit dank Chelsea-Schnitt kompakter, fallen im Herbst nicht so leicht um und blühen zwei Wochen später. Die abgeschnittenen Triebspitzen könnten Sie direkt auch zur Stecklingsvermehrung verwenden. Also unten herum von Blättern befreien, in kleine Töpfe mit magerer Erde stecken, gut angießen und dann am besten in eine halb-durchsichtige Aufbewahrungsbox mit Deckel setzen. Das klappt ziemlich gut und zuverlässig.

Brauchen Chrysanthemen Stützen?

Ja und nein. Es kommt ganz auf die Sorte und ihre Wuchshöhe an. Hohe Pflanzen brauchen tatsächlich Stützen, um nicht umzufallen. Ich verwende dafür entweder kleine Mondstützen oder noch lieber waagerechte Staudengitter, wie untern im Blumenbild zu sehen ist – besser nicht zu sehen ist. Stülpen Sie etwa im Juni das Gitter mit seinen zwei Stäben über die Pflanze. Es dauert keine zwei Wochen, und vom Gitter selbst ist nichts mehr zu sehen.

Der Chelsea-Schnitt / Staudenschnitt Mitte Mai sorgt ebenfalls dafür, dass die Staude kompakt bleibt und stabil.

Sind Topf-Chrysanthemen vom Discounter winterhart?

Das kommt darauf an. Schon ab August verkaufen Discounter vorgezogenen, blühende Topf-Chrysanthemen. Die meisten von ihnen haben leider nur ein kurzes Leben. Warum? Weil die Pflanzen in ihren engen Töpfen schlecht zu gießen sind. Außerdem ist es im August eigentlich noch viel zu warm für die Herbstpflanzen. Die Pflanzen verlausen schnell, die weiße Fliege freut sich und Milben haben bei trockener Hitze sehr leichtes Spiel. Ein Trauerspiel!

Deswegen verwenden und behandeln viele Leute Topf-Chrysanthemen wie einen Blumenstrauß, der nur für einen begrenzten Zeitraum seine Berechtigung hat. Danach wird die Pflanze achtlos entsorgt. Schade, wirklich schade.

Chrysanthemen machen den November

Ein Meer aus rosa Gartenchrysanthemen blüht wochenlang im Garten

Ausgepflanzt im Garten können viele Topf-Chrysanthemen tatsächlich den Winter überstehen. Probieren Sie es einfach aus. Raus aus dem viel zu engen Topf, rein ins Blumenbeet, gut angießen und abwarten. Legen Sie im Zweifel und in kalten Regionen als leichten Winterschutz einen Tannenzweig über die abgeblühte Staude. Das klappt schon!

Weitere Chrysanthemen-Blumenbilder

Chrysanthemen machen den November

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

Der Blumenbote. Newsletterservice von Nature to Print

Der Blumenbote

Blumenbilder, Bücher und Praxis-Tipps für Gartenfreunde

Vielen Dank, Ihre Anmeldung hat geklappt.

Pin It on Pinterest

Share This