Fetthennen sind sukkulente Pflanzen mit dickfleischigen Blättern und Stängeln. Sie sind unverzichtbare Gartenstauden, weil sie mit Trockenheit und mageren Böden bestens zurechtkommen, robust sind und so gut wie keine Pflege benötigen. Während niedrige Fetthennen sich teppichartig ausbreiten und daher exzellente Bodendecker sind, wird die Schöne Fetthenne (Sedum spectabile nebst zahlreichen Hybriden) etwa 40 bis 50 cm hoch und begeistert durch späte Blütenpracht ab Juli. Ihre Doldenblüten locken Hummeln und Bienen an. Die vertrockneten Blütenstände werden am besten erst nach dem Winter im kommenden Frühling abgeschnitten. Für viele Gärtner gehören daher Fetthennen zum Grundstock ihres Gartens. Schöner Wuchs, hübsche Blüten, pflegeleicht, robust, bienenfreundlich und mit diesen drei sicheren Methoden ganz einfach zu vermehren.

Der richtige Schnitt macht die Schöne Fetthenne besonders stabil.

Auch das gehört zum alten Gartenwissen: Schneiden Sie im Mai die äußeren Triebe der Schönen Fetthenne stark zurück. Die neuen, kürzeren Triebe stützen dann die inneren. Sie bilden quasi ein grünes Korsett. Dadurch verlängern Sie einerseits die Blütezeit, andererseits erhält die Fetthenne durch diesen Staudenschnitt, auch Chelsea-Schnitt genannt, eine besonders attraktive Kuppelform.

Fetthenne mit kräftig rosa Blüten

Schöne Fetthennen blühen in Weiß, Rosa oder Rot. Manche Sorten punkten auch mit dunklem Laub.

Wie Sie die Schöne Fetthenne mit Stecklingen vermehren.

So weit, so einfach und gut. Was bei dem Staudenschnitt der Fetthenne reichlich anfällt sind Kopfstecklinge. Viel zu schade, zum Entsorgen. Wo doch das Vermehren so einfach gelingt. Was Sie zum Vermehren der Fetthenne brauchen sind:

  • Kleine Blumentöpfe, gefüllt mit magerem Substrat. Mit Sand oder Schotter vermischte Gartenerde tut es auch.
  • Eine durchsichtige Aufbewahrungsbox mit Deckel. Ersatzweise funktionieren aber auch halbierte PET-Flaschen oder Gefrierbeutel.
  • Sammeln Sie also die Kopfstecklinge ein und lassen Sie sie für 1-2 Tage trocknen (oder auch nicht*). Entfernen sie die untersten Blätter, so dass jeder Steckling einen kleinen Stiel bekommt.
  • Stecken Sie jeweils einen Steckling in einen kleinen Blumentopf und gießen Sie einmal kräftig an.
  • Stellen Sie die Stecklinge nun zusammen in eine durchsichtige Aufbewahrungsbox, z. B. die aus dem unmöglichen Möbelhaus.
  • Stellen Sie die Box mit den Stecklingen irgendwo an einen schattigen, warmen Platz draußen auf.
  • Lüften Sie die Box ein- bis zweimal täglich und besprühen Sie die Stecklinge fein, am besten mit Regenwasser. Das Anwurzeln von Stecklingen gelingt am besten in gespannter Luft, also mit hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie keine Aufbewahrungsbox haben, stülpen Sie einfach eine halbierte PET-Getränkeflasche oder einen Gefrierbeutel über den Topf mit dem Steckling. Das klappt auch, ist nur nicht ganz so praktisch, wie eine Stapelbox mit Deckel.
  • Ob die Stecklinge Wurzeln gebildet haben, merken sie wenn sich oben herum frisches Grün zeigt. Das klappt meist schon innerhalb von 14 Tagen. Die Schöne Fetthenne ist diesbezüglich ein echter Sprinter.

Deswegen ist Entspitzen / Pinzieren der Jungpflanzen so wichtig.

Nach kurzer Zeit entwickelt sich aus (fast) jedem Kopfsteckling eine neue Pflanze. Sobald der Haupttrieb bzw. die Triebspitze ein bisschen an Länge gewonnen hat, schneiden Sie ihn ab. Das hört sich vielleicht brutal an, sorgt aber dafür, dass die Pflanze sich von unten her buschig aufbaut. Andernfalls würde jetzt nur ein einziger magerer Stängel wachsen. Der säe nicht nur bescheiden aus, sondern wäre auch schnell instabil.

Fetthenne vermehren durch einzelne Blätter.

Kopfstecklinge fallen nicht immer an, Blätter schon. Diese Stecklingsvermehrung funktioniert auch noch im Sommer: Brechen Sie an der Fetthenne Blätter ab, lassen sie ein wenig antrocknen und stupfen Sie diese dann schräg in Töpfe mit magerem, durchlässigem Substrat. Alles andere folgt wie mit den Kopfstecklingen.

Alle Fetthennen, egal ob grooß oder klein, sind echte Bienen- und Hummelweiden.

Alle Fetthennen, egal ob grooß oder klein, sind echte Bienen- und Hummelweiden.

Fetthenne vermehren durch Teilen.

Wie die meisten Stauden können Sie die Schöne Fetthenne auch durch Teilung des Wurzelstocks vermehren. Am besten gelingt dies im Frühling, direkt nach dem Austrieb. Heben Sie dazu die ganze Pflanze aus dem Boden und teilen Sie den Wurzelstock vorsichtig in beliebig viele Einzelstücke. Anschließend pflanzen Sie die einzelnen Fetthenne-Pflanzen an neuer Stelle in frische Erde ein.

Fetthenne pflanzen und pflegen.

Warten Sie mit dem Pflanzen der bewurzelten Stecklinge nicht zu lang. Die kleinen Töpfe bieten den Wurzeln ja nur wenig Raum. Die Fetthenne braucht im Garten einen sonnigen Standort in gut drainierter Erde, in dem Wasser schnell ablaufen kann. Zu fetten, zur Nässe neigenden Boden sollten Sie vor dem Pflanzen mit Kies oder Sand abmagern.

Haben Sie einmal einen schönen Platz für ihre Fetthenne gefunden, darf und sollte sie dort auch lange bleiben. Sie wird mit den Jahren immer schöner und üppiger.

Tipp: Sparen Sie am Dünger und an zusätzlichen Wassergaben und die Fetthenne dankt es Standfestigkeit und mit reicher Blüte.

Nur ein Feind macht der Fetthenne manchmal zu schaffen.

Es gibt nur einen Feind, den die Fetthenne fürchtet: Dickmaulrüssler. Wo er sein nächtliches Unwesen treibt, verrät der typische Buchtenschnitt entlang der Blattränder. Dagegen helfen Nematoden und/oder dunkle, umgedreht auf dem Boden aufgestellte und mit Stroh gefüllte Blumentöpfe, in denen sich die nachtaktiven Käfer tagsüber gerne verstecken. Einsammeln und Entsorgen!

*Meiner Erfahrung nach genügen an warmen Tagen auch schon wenige Stunden Trockenzeit.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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