im zeitigen Frühling und im Herbst ist die beste Zeit, Stauden zu teilen und so zu vermehren. Blühfaule oder innen verkahlte Stauden kommen so ganz einfach wieder in die Gänge und blühen anschließend üppiger als je zuvor. Deswegen: Fassen Sie sich ein Herz, einen stabilen Spaten und dann nur Mut: Stauden teilen ist einfach. So geht’s:

Wie Sie Stauden teilen.

  1. Graben Sie zunächst den gesamten Wurzelstock der Staude aus.
  2. Legen Sie den Wurzelstock vor sich auf die Erde und stechen Sie mit dem Spaten den Stock in zwei Hälften. Bei Stauden mit lockerem Wurzelwerk (beispielsweise Sonnenhut oder kleinere Hostas) genügt es bereits, die Wurzeln von Hand auseinander zu ziehen. Andere Wurzelstöcke werden mit den Jahren ziemlich hart und verfilzt. Dagegen kommt man nur an mit Spaten, zwei Grabegabeln oder mit einer Säge.
  3. Ist der so halbierte Wurzelstock noch immer zu groß, teilen Sie ihn weitere Male. Ziel ist es, handliche Pflanzenstücke mit gesunden Wurzeln und intakten “Herz” bzw. vollständigen Sprossen.
  4. Bereiten Sie die neue Pflanzstelle mit frischer Erde und reifen Kompost gut vor. Im Frühling können Sie beim Pflanzen gleich Hornspäne oder einen anderen organischen Dünger mit ins Pflanzloch geben oder außen herum streuen. Im Herbst düngen Sie bitte nicht. Die Pflanzen kommen ja jetzt in die Winterruhe und brauchen keinen Dünger mehr.
  5. Setzen Sie jetzt drei bis fünf Pflanzenstücke mit ausreichend Abstand zueinander in das vorbereitete Pflanzloch, füllen Sie mit frischer Erde auf und gießen Sie alles sorgfältig an. Ja, auch dann, wenn der Boden eigentlich noch feucht ist. Das Angießen schlämmt Erde zwischen und um die Wurzeln herum und sorgt so für guten Bodenkontakt.
Blumenbild Sonnenbraut Helenium Rot-Gold-Hybride

Sonnenbraut (Helenium) lässt sich sehr gut teilen und dadurch vermehren

Welche Stauden lassen sich teilen?

Alle diese Stauden bilden Horste mit vielen Grundtrieben. Sie werden daher leicht durch Teilen vermehrt.

  • Rittersporn (Delphinium)
  • Purpurglöckchen (Heuchera)
  • Astern. Aus jedem winzigen Wurzelstück wird eine komplette, üppige Aster.
  • Storchschnabel (Geranium)
  • Kokardenblumen (Gaillardia)
  • Fetthenne (Sedum)
  • Sonnenbraut (Helenium)
  • Sonnenauge (Heliopsis)
  • Japanische Herbstanemonen
  • Gelber und roter Sonnenhut (Rudbeckia & Echinacea)
  • Schafgarbe (Achillea)
  • Frauenmantel (Alchemilla)
  • Flammenblume (Phlox)
  • Katzenminze (Nepeta)
  • Tränendes Herz (Dicentra)
  • Krötenlilie (Tricyrtis)
  • Gelenkblume / Etagenerika (Physostegia virginiana)
  • Eisenhut (Aconitum napellus)
  • Funkien / Herzlilien (Hosta )
  • Pfingstveilchen (Viola)
Stauden teilen. Phlox lässt sich gut teilen, vermehrt sich aber auch durch Selbstaussaat.

Stauden teilen. Phlox lässt sich gut teilen, vermehrt sich aber auch durch Selbstaussaat.

Wann ist die beste Zeit, Stauden zu teilen?

Im Herbst ist die beste Zeit, Stauden zu teilen. Im September und Oktober ist der Boden noch warm und feucht genug ist, damit alle Pflanzenteile noch vor dem Winter gut anwachsen können. Wenn es sich allerdings so ergibt und der Boden eher lehmig ist, können Sie Stauden auch gut im Vorfrühling teilen. Wichtig ist allerdings, dass anschließend die frisch gepflanzten Pflanzen nicht austrocknen. Sollte es nach dem Teilen und Pflanzen der Stauden sehr warm und trocken werden, gießen Sie lieber einmal zu viel, als zu wenig. Frisch geteilte Pflanzen brauchen ein bisschen Zeit, um anzuwachsen. Danach jedoch gibt’s kein Halten mehr.

Diese Stauden und Halbsträucher können Sie NICHT teilen:

  • Lavendel (Lavendula) lässt sich nicht teilen, wohl aber im Mulchbeet vermehren.
  • Steinbrech (Saxifraga), vermehrt sich jedoch durch Selbstaussaat.
  • Schleifenblume (Iberis), sät sich selbst manchmal aus.
  • Staudenlein (Linum perenne), erhält sich im Garten durch Selbstaussaat.
  • Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), vermehrt sich jedoch zuverlässig durch Selbstaussaat.

 

Es gibt viele gute Gründe, Stauden zu teilen:

  • Blühfaule Stauden kommen wieder in Schwung. Manche Stauden werden nach zwei bis vier Jahren blühfaul. Rittersporn oder auch die Bunte Margerite gehören dazu, Sie brauchen regelmäßig einen neuen Standort mit frischen Boden, um sich weiter gut zu entwickeln und schön zu blühen.
  • Vergreiste Stauden werden verjüngt. Manche Stauden vergreisen mit der Zeit und zeigen in der Mitte ihres Horstes kahle Stellen. Beispielsweise Bart- und Wieseniris. Graben Sie die Horste aus, teilen Sie sie und verwenden Sie nur vitale Wurzelstücke. Entsorgen Sie verkahlte Wurzelstücke  ohne gesunde Triebspitzen.
  • Sie schaffen Platz für Neues im Garten.
  • Oder gönnen Freunden Stauden für deren Garten. Im Gegenzug kommen so oft auch neue Pflanzen in Ihren Garten. Pflanzen teilen und tauschen macht Spaß und steigert die Artenvielfalt. Gut so!
Stauden teilen. Pfingstveilchen lassen sich sehr gut teilen und bilden so schnell einen großen, dicht wachsenden Bestand

Auch Pfingstveilchen lassen sich sehr gut teilen und bilden so schnell einen großen, dicht wachsenden Bestand. Ideal, um Beete unkrautfrei zu halten.

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Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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