Wann ist die richtige Pflanzzeit für Stauden? Gartenanfänger sind oft unsicher, ob sie noch im Spätherbst Stauden ins Beet setzen „dürfen“. Wäre ein Winterquartier in der Garage, im Keller oder im unbeheizten Schlafzimmer nicht besser für die neuen Pflanzenschätze?

Nein! Gartenstauden brauchen einen Kältereiz und den Wechsel der Jahreszeiten. Ein Platz im unbeheizten Schlafzimmer ist sicher kein geeignetes Winterquartier. Abgesehen davon überdauern bei Stauden nur die Wurzeln den Winter, nicht jedoch das oberirdische Kraut.

Stauden begeben sich im Spätherbst in den Ruhemodus, bei dem das oberirdische Kraut welkt, sich einzieht oder bei der ersten Frostnacht erfriert. Das ist gut und richtig so. Denn sobald sich Stauden (auch Rosen, Gehölze, Bäume) im Winterruhe befinden, werden sie durch den Standortwechsel nicht gestresst.

Wie lange dauert die Pflanzzeit im Herbst?

Die wichtigste Regel ist: Der Boden muss offen und darf nicht gefroren sein. Ist das gegeben, können Sie noch (fast) alles pflanzen. Egal ob im September, Dezember oder im Februar. Durch den Klimawandel dauert der Herbst hierzulande in den meisten Regionen ohnehin viel länger als es früher die Regel war. Der Herbst ist länger mild, viele Stauden blühen sogar noch im November, obwohl nach Kalender und Lehrbuch schon Winterruhe sein sollte. Selbst die Winter sind nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Deswegen gilt:

Die richtige Pflanzzeit dauert im Herbst solange der Boden offen ist und endet erst im Frühling.

Woran erkennen Sie die richtige Pflanzzeit für Stauden?

In meinem Garten blühen im November noch immer u. a. Fetthenne, einige Clematis, Riesensonnenhut, Kokardenblumen, Kalifornischer Goldmohn, Chrysanthemen, Storchschnabel und sogar Gaura Lindheimerii, die Prachtkerze. Wenn diese Stauden mit dem Wetter zurechtkommen, dann sicher auch getopfte Containerstauden aus der Freilandkultur einer Gärtnerei. Es gibt keinen Grund, sie nicht direkt ins Beet zu pflanzen. Ganz im Gegenteil!

Wann ist die richtige Pflanzzeit für Stauden? 7 Gartentipps | Die richtige Pflanzzeit für Stauden entscheidet über schnelles, problemloses Anwachsen. Gibt es Faustregeln, ob und welche Stauden besser im Herbst, Frühling oder Sommer gepflanzt werden? Ja.

Die richtige Pflanzzeit der Gartenstaude Fetthenne ist im Frühling. Die Fetthenne blüht spät im Jahr und sollte am besten auch erst im Frühling geschnitten werden. Im Mai ist zudem der richtige Zeitpunkt, um Stecklinge für die Vermehrung zu schneiden.

Was spricht für die Pflanzzeit im Frühling, was dagegen?

Früher begann die richtige Pflanzzeit im März, nämlich dann, wenn die meisten Stauden zu neuem Leben erwachen.

  • Staudengärtnereien bieten im Frühling frisch ausgetriebene Stauden in Containern an und Kunden haben dann normalerweise auch die größte Auswahl.
  • Hauptpflanzzeit im Frühling beginnt mit dem ersten Austrieb der Stauden.
  • Sobald sich Stängel, Blätter oder gar Blütenansätze zeigen, ist die richtige Pflanzzeit im Frühling schon wieder vorbei. Dann sollte man mit dem Verpflanzen besser bis zum Herbst warten.

Der Klimawandel hat vieles geändert und alle müssen umdenken: Der Frühling beginnt immer früher und es wird sehr rasch sommerlich warm. Über 20 Grad im April sind keine Seltenheit mehr, dadurch trocknet der Boden sehr schnell aus. Im Frühling ist daher die Gefahr, dass frisch Gepflanztes austrocknet, viel größer als im Herbst. Sie müssen deswegen viel öfter gießen und möglicherweise sogar schattieren.

Was hat die richtige Pflanzzeit mit dem Angebot seriöser Gärtnereien zu tun?

Sie sind noch immer unsicher, ob Sie Pflanzen aus der Online-Gärtnerei noch in den Garten setzen können? Solange die Gärtnerei liefert, können Sie fast nichts falsch machen. Seriöse, gute Online-Gärtnereien schreiben auf ihrer Website, ob sie Bestellungen annehmen, ab wann und wie lange Winterruhe herrscht und sie deswegen keine Pflanzen mehr versenden.

Wann ist die richtige Pflanzzeit für Stauden? 7 Gartentipps | Die richtige Pflanzzeit für Stauden entscheidet über schnelles, problemloses Anwachsen. Gibt es Faustregeln, ob und welche Stauden besser im Herbst, Frühling oder Sommer gepflanzt werden? Ja.

Die richtige Pflanzzeit für Staudenmohn ist sobald er in der Gärtnerei zu haben ist, meist im Herbst. Dieser gigantisch große Arznei-Mohn lässt sich nur sehr schwer teilen und verpflanzen. Erfolg ist ungewiss. Am besten sie lassen ihn, dort wo er ist und besorgen sich bei Bedarf lieber eine Jungpflanze aus einer gut sortierten Staudengärtnerei.

Gibt es eine Faustregel, wann für welche Stauden beste Pflanzzeit ist?

  • Spät blühende Stauden wie Fetthenne, Herbstanemonen, Chrysanthemen oder Herbstmargeriten teilen und pflanzen Sie besser im Frühling.
  • Früh blühende Stauden Bergenien, Lungenkraut, Lenzrosen, Christrosen pflanzen Sie am besten im Herbst.
  • Das Tränende Herz (Dicentra) teilen und versetzen Sie direkt nach der Blüte. Danach zieht sich die Pflanze ohnehin zurück und erscheint erst im Frühling wieder.
  • Wurzelnackte Stauden wie Pfingstrosen werden ausschließlich im Spätherbst gepflanzt. Gleiches gilt für wurzelnackte Schwertlilien / Bartiris.
  • Im Frühsommer oder im Sommer blühende Gartenstauden wie Iris, Staudenmohn, Taglilie, Bunte Margeriten werden direkt nach der Blüte (Spätsommer bis Anfang Herbst) zurückgeschnitten und ggf. auch geteilt. Das ist zugleich die beste Pflanzzeit.
  • Containerpflanzen können Sie das ganze Jahr über pflanzen, sofern sie zu haben sind. Hauptsache, Sie sorgen nach dem Anpflanzen für ausreichend Feuchtigkeit. Jungpflanzen brauchen Anfangs viel Aufmerksamkeit, damit sie nicht verdursten.

Gute Online-Gärtnereien schreiben sehr genau auf ihrer Website, wann, wie und wohin genau gepflanzt werden sollte und wie winterhart die jeweilige Pflanze ist. Lesen und beherzigen Sie die Beschreibungstexte der Gärtnerei und die Pflanzenetiketten!

Wann ist die richtige Pflanzzeit für Stauden? 7 Gartentipps | Die richtige Pflanzzeit für Stauden entscheidet über schnelles, problemloses Anwachsen. Gibt es Faustregeln, ob und welche Stauden besser im Herbst, Frühling oder Sommer gepflanzt werden? Ja.

Wieseniris und Bunte Margerite blühen im Frühsommer. Beste Pflanzzeit für diese Stauden ist direkt nach ihrer Blüte. Containerpflanzen können Sie während der ganzen Gartensaison pflanzen.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Tulpenzwiebeln?

Auch wenn Discounter Tulpen und andere Blumenzwiebeln oft schon im September anbieten, sollten Sie mit dem Setzen besser noch bis Oktober noch warten. Warum? Weil der Boden im September noch zu warm ist. Die Blumenzwiebeln könnten deswegen zu früh austreiben und erfrieren dann beim ersten richtigen Frost.

Bestellen Sie Ihre Blumenzwiebeln besser beim Züchter direkt in den Niederlanden. Er versendet seine Tulpen exakt zur richtigen Pflanzzeit. Abgesehen davon ist dort die Auswahl größer und die Qualität, im Vergleich zu Blumenzwiebeln vom Discounter oder Baumarkt, weitaus besser. Preislich gibt es dagegen kaum Unterschiede.

Wann ist für Lilien Pflanzzeit?

Lilien haben sehr empfindliche Zwiebeln, die rasch austrocknen und dann nicht mehr austreiben. Man pflanzt sie entweder im zeitigen Frühling oder im Herbst, und zwar direkt nachdem man die Lilienzwiebeln bekommen hat. Bestellen Sie Lilien bei einem ausgewiesenen Blumenzwiebelzüchter.

Ausnahme: Madonnenlilien. Ihre Pflanzzeit ist bereits im August. Madonnenlilien sind schwer zu bekommen. Es lohnt sich jedoch, sie frühzeitig vorzubestellen. Ein Jahr Vorlauf ist nicht verkehrt.

Tipp: In der Lilienarche in Erlangen bekommen Sie getopfte seltene Lilien, die Sie praktisch während der gesamten Gartensaison pflanzen können. Der Betreiber, Stefan Strasser, berät sie diesbezüglich.

Brauchen im Spätherbst gepflanzte Stauden besonderen Winterschutz?

Nein. Pflanzen Sie Stauden wie immer. Das heißt, die Containerstaude schließt nach dem Pflanzen in der Höhe des natürlichen Gartenbodens ab. Gleiches gilt für Ableger bzw. frisch geteilte Stauden.

Die richtige Pflanzzeit für Pfingstrosen ist im Spätherbst

Die richtige Pflanzzeit für alle Pfingstrosen, egal ob wurzelnackt oder Container, ist im Spätherbst. Die Stauden sind völlig winterhart, auch wenn die Wurzeln nur knapp unter dem Boden liegen.

 

 

  • Pfingstrosen dürfen auch im Herbst nicht tief gesetzt werden. Ihre dicken Sprossen müssen „die Glocken läuten hören“, besagt eine alte Gartenweisheit.
  • Wenn Sie in einer rauen Region leben, können Sie frisch gesetzte Stauden oder Pfingstrosen abschließend mit Laub, Tannenzweigen oder Reisig abdecken. Wirklich notwendig ist das in den meisten Fällen jedoch nicht. Denn die Wurzeln liegen ja schon geschützt im Erdreich und die Pflanzen befinden sich in Winterruhe.
  • Es kommt vor, dass starke Fröste frisch gepflanzte Stauden ein wenig aus dem Boden heben. Setzen Sie betroffene Stauden wieder tiefer, sobald der Boden aufgetaut ist: Drücken Sie den Wurzelballen dazu bitte nicht mit Gewalt in den Boden, sondern heben Sie die Pflanze mit der Pflanzschaufel heraus, schaufeln Sie ein tieferes Loch, setzen Sie die Pflanze in das vertiefte Pflanzloch, schieben die Erde heran und gießen an. Fertig.

Reisig und Tannenzweige schützen nicht vor Frost und Kälte, sondern

  • schützen vor austrocknenden Winden
  • schattieren vor der Wintersonne
  • und helfen damit gegen das vorzeitigem „Erwachen“ der Pflanzen.
  • Darauf kommt es bei allen gängigen Winterschutzmaßnahmen an.

Blumen aus allen Jahreszeiten im Garten von Nature to Print

Wann ist die richtige Pflanzzeit für Stauden? 7 Gartentipps | Die richtige Pflanzzeit für Stauden entscheidet über schnelles, problemloses Anwachsen. Gibt es Faustregeln, ob und welche Stauden besser im Herbst, Frühling oder Sommer gepflanzt werden? Ja.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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