Meine Pfingstrose blüht nicht, sagt die Tochter. Sie ist umgezogen und hat dabei auch allerlei Stauden und Pfingstrosen aus ihrem alten Schrebergarten mitgenommen. Das war allerdings mitten im Sommer. Ist das der Grund, warum von zehn Pfingstrosen im Jahr darauf nur eine einzige blühte? Gut möglich. Auf geht’s zur Ursachenforschung im Blumengarten.

Pfingstrose Lilly & Leo trägt dieses Jahr kleinere Blüten

Pfingstrose Lilly & Leo trägt nach dem Umsetzen im Herbst viel kleinere Blüten

Welche Gründe gibt es, wenn Pfingstrosen nicht blühen?

Pfingstrosen sind robuste Stauden, die am richtigen Standort gerne für Jahre stehen bleiben möchten. Dort werden sie von Jahr zu Jahr prächtiger und blühen üppiger. Umgekehrt gilt: Frisch gepflanzte Pfingstrosen brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit, um auch am neuen Standort zu blühen. Vorausgesetzt sie wurden richtig gepflanzt. Das ist nämlich der zweite Grund, warum Pfingstrosen manchmal nicht blühen wollen: Sie stehen zu tief in der Erde. Der dritte Grund für schwächelnde Pfingstrosen ist ein falsch gewählter Standort.

Wie tief werden Pfingstrosen gepflanzt.

Pfingstrosen haben dicke, fleischige Wurzelknollen und diese „wollen die Glocken läuten hören“, sagt ein Sprichwort und meint damit, die Wurzeln dürfen nur knapp unter der Erde liegen. Zwei bis maximal drei Zentimeter tief, mehr nicht. Prüfen Sie mit den Fingern wie viel Erde auf den Wurzeln liegt. Sie haben mit den Fingerspitzen ein besseres Gespür für die richtige Höhe.

Leinwandbild Pfingstrosen im Gegenlicht

Pfingstrosen im morgendlichen Gegenlicht

Welchen Standort brauchen Pfingstrosen?

Bereiten Sie den Boden für Pfingstrosen sehr gut vor. Der Boden muss gut drainiert sein, damit Wasser sofort ablaufen kann. Anders als viele vermuten brauchen alle Paeonien einen eher trockenen, gerne auch sandig-kiesigen Standort in voller Sonne.

Fette, gut gedüngte Böden führen dagegen schnell zu einer Pilzerkrankung. Magern Sie im Zweifel das Pflanzloch für die Pfingstrose mit einem Zuschlag aus Sand und/oder Kies ab, wenn der Boden feucht, fett und lehmig ist. Sandböden sind dagegen sehr gut für Pfingstrosen geeignet. Sie können Ihre Pfingstrose auch im Beet erhöht pflanzen und dafür zunächst einen „Berg“ aus Kies, Schotter, Sand und Erde anlegen und dahinein / besser hinauf Ihre Pfingstrose setzen.

Wie oft müssen Pfingstrosen gegossen werden?

Pfingstrosen sind absolut anspruchslos, zumindest was ihre Wasserversorgung angeht. Einmal gepflanzt und angewachsen, kommen sie ohne zusätzliches Gießen aus – selbst bei langen Hitzeperioden. Anders sieht es bei frisch gepflanzten Pfingstrosen aus. Sie zeigen ihren Durst mit schlaffen Blättern. Gönnen Sie ihnen dann einen kräftigen Schluck aus der Gießkanne und gut ist.

Wann werden Pfingstrosen am besten gepflanzt?

Gute Staudengärtnereien und Pfingstrosen-Züchter verkaufen und versenden ihre Pfingstrosen zumeist nur im Herbst, weil das die beste Zeit zum Pflanzen ist. Die Pfingstrosen sind dann in Winterruhe, kommen ohne Laub aus und haben während der kommenden Herbst- und Wintermonate Zeit genug, am neuen Standort anzuwachsen. Anders sieht es mit Pfingstrosen in Containern aus. Sie könnten theoretisch das ganze Jahr über, auch im Sommer gepflanzt werden. Die Pflege der frisch gepflanzten Stauden ist allerdings ein bisschen schwieriger – gerade während langer Hitze- und Trockenperioden im Hochsommer. Haben Sie deswegen stets ein achtsames Auge auf alle frisch gepflanzten Stauden, Sommerblumen und Gehölze. Sie müssen allesamt mehr und öfter gegossen werden, als Pflanzen, die schon lange im Garten wachsen.

Pfingstrosen blühen von Jahr zu Jahr prächtiger

Pfingstrosen blühen von Jahr zu Jahr prächtiger

Wie und wann werden Pfingstrosen gedüngt?

Pfingstrosen treiben wunderschöne große Blüten und dazu brauchen Sie natürlich auch Nährstoffe. Düngen Sie Ihre Pfingstrosen einmal im Jahr im März, am besten mit organischen Staudendünger, aber etwas sparsamer als nach Packungsvorschrift. Verzichten Sie auf den Einsatz von Kompost, weil dieser oft Unkrautsamen enthält und Unkraut, das zwischen den dicken Wurzeln der Pfingstrosen aufläuft, kaum zu entfernen ist, ohne dabei die Wurzeln zu beschädigen. Abgesehen davon fördert der Einsatz von Kompost einen schwer bis gar nicht zu bekämpfenden Pilzbefall. So wertvoll Kompost ansonsten auch ist: Bei Pfingstrosen sollten sie auf Kompost verzichten.

Zartrosa Pfingstrose mit Tautropfen

Zartrosa Pfingstrose mit Tautropfen

Ihre Pfingstrose blüht nicht? Finden Sie heraus, was ihr fehlt:

Wenn Pfingstrosen im ersten Jahr nach dem Pflanzen nicht blühen, ist das ganz normal. Prüfen Sie dennoch vorsorglich, wie tief die Wurzeln unter der Erde liegen. Liegen die Wurzeln knapp unter der Erde ist alles gut. Pflegen Sie Ihre Pfingstrose einfach weiter wie bisher und hoffen Sie auf das kommende Jahr.

Sollte Ihre Pfingstrose tatsächlich zu tief stehen, heben Sie sie im kommenden Herbst einfach etwas an. Dazu setzen Sie mit etwas Abstand zur Pflanze eine Grabegabel unter die Wurzel und drücken anschließend den Wurzelstock dann ein Stück nach oben. Schneiden Sie spätestens jetzt alle Blätter bodentief ab.

Wenn Sie mitten im Jahr, beispielsweise durch einen Umzug, nicht umhin kommen, Pfingstrosen zu verpflanzen, stechen Sie unbedingt so viel Erdballen wie möglich rund um die Pfingstrose mit ab. Setzen Sie die Pflanze so tief wie sie vorher gestanden ist an den neuen Standort und gießen Sie gründlich an. Wenn möglich, teilen Sie die Pfingstrose bei der Gelegenheit. Zwei oder drei kleinere Teilstücke treiben besser aus und wachsen an neuer Stelle besser an, als ein großer Wurzelstock.

Einige Pfingstrosensorten brauchen, so wie manche Gehölze oder Bäume, tatsächlich nach dem Pflanzen drei, vier Eingewöhnungsjahre, bis sie anschließend wieder zum Blühen kommen. Manche Pfingstrosen treiben anfangs viel kleiner Blüten, als gedacht. Das alles ist völlig normal und sollte Sie nicht beunruhigen. Es sind lebende Pflanzen, die dürfen das.

Weitere Blumenbilder mit Pfingstrosen

Video: Prächtige Pfingstrosen am Sonnenhang

 

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

Der Blumenbote. Newsletterservice von Nature to Print

Der Blumenbote

Blumenbilder, Bücher und Praxis-Tipps für Gartenfreunde

Vielen Dank, Ihre Anmeldung hat geklappt.

Pin It on Pinterest

Share This