Es ist nicht einfach, unter den zahlreichen Bäumen, die in Baumschulen angeboten werden, den richtigen Baum für den eigenen Garten zu finden. Je tiefer Sie in die Materie vordringen und je mehr Baumschulen und Infoseiten im Internet Sie durchforsten, desto länger wird Ihre Liste mit Wunschbäumen. Und immer bleibt das ungute Gefühl, woanders würden noch viel schönere Bäume in den Himmel wachsen. Was also tun? Mein Tipp: Fangen Sie bei dem an, was wirklich zählt: Der Standort im Garten und Ihre persönlichen Vorlieben.

Welche Kriterien muss ein neuer Baum im Garten erfüllen?

Wie bei allen Pflanzen, so kommt es auch bei der Auswahl eines Baumes auf den Standort an. Denn nur am richtigen Standort entwickelt sich ein Baum gut und bleibt gesund. Ist der Standort sonnig, halbschattig oder schattig, ist der Boden dort eher trocken oder nass, tiefgründig oder droht Staunässe, kalkhaltig oder sauer, ist die Lage geschützt oder ungeschützt oder vielleicht sogar ausgesprochen windig?

Am Ende, um bei meinem Beispiel zu bleiben, steht fest, mein neuer Baum muss Trockenheit, Hitze, Sonne, eher mageren, dafür aber tiefgründigen Boden am Hang mögen und dazu richtig viel Wind aushalten.

Ein weiteres, wichtiges Kriterium ist für mich der Nutzen für heimische Tiere, daher bevorzuge ich auch bei der Auswahl eines Hausbaumes Bienenweiden und Vogelnährgehölze. Mein heiß geliebter Apfeldorn, botanisch Crataegus lavallei ‘Carrierei’, punktet dabei in beiden Disziplinen. Die schmale Chinesische Wildbirne auch.

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Zukunftsbaum Chinesische Wildbirne im Herbstkleid

Zukunftsbaum Chinesische Wildbirne im Herbstkleid

Das letzte Kriterium bezieht sich auf den Platz, den der Baum zur Verfügung haben wird. In meinem Fall sind es nur etwa 4 Meter in der Breite. Unverrückbare Grenzen setzen das Haus im Rücken auf der Nordseite des Baumes, die Grundstücksgrenze an der einen und eine Gartentreppe auf der anderen Seite.

Die Wuchshöhe einen Baumes ist für mich dagegen zweitrangig. Gut, eine Deutsche Eiche passt wohl kaum auf ein 480 Quadratmeter großes, bebautes Grundstück, aber wenn ein kleiner Baum in 20 Jahren 10 anstelle der gewünschten 7 Meter gewachsen sein sollte, spielt das keine große Rolle. Der Himmel ist weit und der Giebel meines Hauses dürfte immerhin auch 11 Meter hoch sein, nur so zum Vergleich.

Welche Entscheidungshilfen beim Baumkauf sind wirklich nützlich?

Im Internet gibt es viele echte und selbsternannte Experten. Es gibt unzählige Gartenforen, aber auch eine spezielle Gehölzgruppe auf Facebook. Lesen Sie da wie dort einige Beiträge und Sie bekommen ein Gespür dafür, ob da echte Experten (Gärtner mit Baumschulhintergrund) oder zumindest doch erfahrene Baumbesitzer Ratschläge erteilen, oder doch nur Schwätzer.

Die Experten der Gehölzgruppe auf Facebook haben mir bereits mehrmals sehr dabei geholfen, meine Wunschliste gründlich aufzuräumen. Sie wussten, welcher Baum gut zum Standort passt und welcher eben nicht. Sie nannten mir Vor- und Nachteile der jeweiligen Bäume und zeigten Fotos erwachsener Bäume. Danach war die Frage, welcher Baum neu in meinen Garten zieht für dieses Mal beantwortet: Mein geliebter Apfeldorn.

So hübsch blüht der Apfeldorn / Crataegus × lavallei

So hübsch blüht der Apfeldorn

Wo Sie Ihren neuen Baum kaufen sollten, und wo besser nicht.

Natürlich können Sie Ihren Baum irgendwo im Internet bestellen. Viele seriöse Baumschulen haben inzwischen mehr oder weniger gute Websites. Sehr gute, empfehlenswerte Baumschulen beschreiben ihr Baum-Sortiment, mit allem, was dazu gehört (Standort, Wuchshöhe, Blatt, Blüte etc. pp.). Sie zeigen realistische, d. h. ungeschönte Fotos und nennen auch den korrekten botanischen Namen, so dass der Kunde nicht Äpfel mit Birnen vergleichen muss – ohne es zu merken.

Doch was mit Stauden recht gut funktioniert, nämlich der Kauf übers Internet, kann beim Kauf eines Baumes problematisch sein. Zumindest dann, wenn der Baum schon eine gewisse Größe haben soll. Dazu zähle ich Stammhöhen über 1,80 m Höhe, insbesondere dann, wenn der Baum mit Wurzelballen oder im Container geliefert wird. Sie ahnen ja nicht, wie schwer ein Baum mit Wurzelwerk ist! Sind Sie wirklich stark genug, ihn von der Straßenkante bis zum Pflanzloch zu wuchten? Ich zumindest schaffe das inzwischen nicht mehr. Erst recht kann ich keine Baumpfähle mehr gerade in den Boden rammen.

Warum ist eine regionale Baumschule oft der bessere Anbieter von Bäumen und anderen Gehölzen?

Die regionale Baumschule hat gleich mehrere Vorteile. Einerseits weil die Bäume dort bereits akklimatisiert sind, andererseits weil Sie Ihren eigenen Baum persönlich aussuchen können. Außerdem macht es Spaß, eine Baumschule zu besuchen und dort all die Bäume zu sehen, die auch noch Platz in Ihrem Garten finden könnten.

Wie Sie einen neuen Baum in einer regionalen Baumschule finden.

Eine gut sortierte Baumschule bietet viel Auswahl und sichtbar gute Qualität. Im Bild Tulpenbäume (links) und Kugel-Amberbäume

Das Beste an einer Baumschule ist jedoch, dass dort Gärtner arbeiten, die ihr Handwerk lieben. Sie behandeln einen Baum respektvoll und nicht wie eine leblose Ware, die irgendwohin verschickt werden muss. Die regionale Baumschule liefert mir meinen Baum, den ich vor Ort ausgesucht habe, pflanzt ihn fachgerecht und schlägt auch die Baumpfähle so ein, dass sie den nächsten Stürmen auch sicher standhalten. Für eine Baumschule im Internet ist das Geschäft dagegen abgeschlossen, sobald die Ware Baum unterwegs und die Rechnung vorab bezahlt worden ist. Entscheiden Sie selbst, was Ihnen lieber ist.

Der Apfeldorn. Mein Ein grandioser Baum für kleine Gärten.

Der Apfeldorn, auch Lederweißdorn oder botanisch Crataegus lavallei ‘Carrierei’ genannt, ist das ganze Jahr über attraktiv. Nach etwa 20 Jahren erreicht er seine Endhöhe von 7 Metern und somit passt er perfekt in kleine Gärten und Vorgärten.

 

Apfeldorn im Herbstkleid

Apfeldorn im Herbstkleid | Pflanzenbild von Nature to Print

Checkliste für den Baumkauf

Jeder Garten und jeder Standort ist anders. Hinzu kommen Ihre persönlichen Vorlieben. Bevor Sie also einen Baum kaufen, prüfen Sie welche Kriterien der Baum in Ihrem Garten erfüllen muss. Erstellen Sie eine Liste mit Bäumen, die Ihnen gefallen, und prüfen Sie, welcher Baum auf Ihrer Checkliste diese Kriterien ganz oder zum großen Teil erfüllt.

Vorgaben, die weitgehend Ihr Garten bestimmt:

  • Standort: sonnig, halbschattig oder schattig?
  • Lage: geschützt oder exponiert?
  • Boden: sandig, kiesig, durchlässig oder lehmig oder humos? Trocken, nass oder gar gefährdet durch Staunässe? Normaler Gartenboden? Kalkhaltig oder sauer?
  • Klimazone?

Kriterien, die Ihr neuer Baum erfüllen sollte:

  • Laubbaum oder Nadelbaum?
  • Robust oder doch empfindlich in Bezug auf Bodenbeschaffenheit und Klimazone?
  • Absolut winterhart oder frostgefährdet?
  • Vogelnährgehölz ja oder nein?
  • Bienenweide ja oder nein?
  • Maximal gewünschte Wuchshöhe und –breite.
  • Immergrün oder sommergrün?
  • Farbe der Blüten und Blütezeit?
  • Buntes Herbstkleid?
  • Mit Fruchtschmuck oder nicht?
  • Anfällig für Windbruch oder diverse Krankheiten?
  • Schnell wachsend oder langsam wachsend?
  • Verträgt Schnitt, braucht keinen oder nur selten einen Schnitt?

Download Checkliste Baumkauf: So finden Sie Ihren neuen Baum.

Jeder Baum ist nützlich und schön.

Egal für welchen Baum Sie sich auch entscheiden, ich beglückwünsche Sie sehr herzlich zu Ihrem Beschluss! Jeder Baum ist großartig. Er ist schön, produziert Sauerstoff, bietet Insekten und Vögeln Heim, Nahrung und spendet Schatten. Im Herbst schützt herab fallendes Laub erst Pflanzen und kleine Tiere vor Wind und Wetter, und danach bereichert verrottendes Laub den Boden und darin lebende Organismen. Suchen Sie sich den schönsten Baum aus, den Sie für Ihren Garten finden können und freuen Sie sich über diese grüne Investition. Sie bereichert Ihr Leben – mit Glück gleich für viele Jahrzehnte.

Zauberhafte Blüten eines Zierapfels

Zauberhafte Blüten eines Zierapfels

Weitere Leinwandbilder, Kunstdrucke und Fototapeten mit Baumblüten

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
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