Blauer Staudenlein (Linum perenne, ausdauernder Lein, Flachs) ist eine hübsche, federleicht wirkende, 30 bis 60 cm hohe Staude/Wildstaude, die alleine schon durch die Farbe ihrer Blüten auffällt. Das Himmelblau der 2,5 cm großen Trichterblüten ist unübersehbar. Blauer Staudenlein passt perfekt in Steingärten, Kies-, Steppen- und Staudenbeete, wächst aber auch in Betonpflanzsteinen und in Pflanzkübeln. Hauptsache der Boden ist gut drainiert, so dass Wasser leicht abfließen kann.  Der federleichte Habitus des Staudenleins passt auch gut zu Rosen, besonders die elegant schwebenden, weißen Sorten Diamant und Album sind perfekte Rosenbegleiter. Doch lesen und sehen Sie selbst – ein Gartenvideo mit weißen und blauen Staudenlein ist zum Schluss auch dabei.

Tipp: Halten Sie zwischen Rosen und Staudenlein stets ein bisschen Abstand, damit sich der Lein frei bewegen kann und sich nicht in den Rosen verheddert.

Weißer und blauer Staudenlein entlang des Gartenwegs

Weißer und blauer Staudenlein säumen den Gartenweg

Blauer Staudenlein liebt trockene, sonnige und magere Standorte

Blauer Staudenlein blüht wochenlang, aber nicht den ganzen Tag über von früh bis spät: Er öffnet seine hübschen Blüten morgens und schließt sie bereits am Nachmittag wieder. Lein ist ein überaus dankbarer Dauerblüher für karge Böden, Steingärten und Pflanzkübel, aber zur Schnittblume wurde er leider nicht geboren. Er schließt seine Blüten, noch bevor Sie die Blumen im Haus und in der Vase haben. Wirklich schade.

Ansonsten besticht ausdauernder Staudenlein durch seine Zähigkeit. Er mag vollsonnige, trockene, magere, sandige, durchlässige, mäßig nährstoffreiche, alkalische Standorte besonders gern. Wo es Lein gefällt, bleibt er gerne für immer und sät sich deswegen selbst zuverlässig aus. Seine Sämlinge sind leicht zu erkennen, denn sie sehen wie ihre Eltern aus, sind eben nur sehr klein. Wenn Sie einen Lein-Sämling im Garten an einer unpassenden Stelle finden, versetzen Sie ihn so früh wie möglich. Achtung: Lein hat Pfahlwurzeln und diese sollten beim Verpflanzen nicht abbrechen. Verwenden Sie zum Versetzen von Lein am besten einen langen, schmalen Wurzelstecher / Unkrautstecher und fahren Sie mit ihm senkrecht nach unten, um die Wurzel nicht zu beschädigen. Kappen Sie nach dem Versetzen den Haupttrieb, dann baut sich die Pflanze anschließend buschiger auf.

Sämling Blauer Staudenlein

Sämling Blauer Staudenlein

Wie Sie Staudenlein vermehren.

In manchen Gartenratgebern steht, man könne Staudenlein durch Teilung vermehren. Besser und sehr viel erfolgreicher ist jedoch die Aussaat an Ort und Stelle im Frühjahr. Leinsämlinge sollten Sie bei Bedarf so früh wie möglich umpflanzen, sie wachsen sonst schlecht an. Lein gedeiht auch gut als Kübelpflanze und sieht dort durch seinen horstigen Wuchs auch sehr schön aus: Ein blaues Blütenmeer von Ende April bis Ende Juni und von August bis September.

Blauer Staudenlein am Tor zum Garten von Nature to Print

Blauer Staudenlein an der Treppe zum Gartenparadies

 

Wie übersteht dauerhafter blauer Lein nasskalte Winter?

Staudenlein ist robust und winterhart. Er wurde lange Zeit im Allgäu (das blaue Allgäu) erwerbsmäßig für die Produktion von Leinfasern / Flachs auf Feldern angebaut und schon das ist ein Indiz für seine Winterhärte. Vielleicht haben Sie Glück und entdecken irgendwo mal ein blühendes Leinfeld, ein herrlicher Anblick. Einjähriger Lein und ausdauernder Lein bzw. Staudenlein werden in manchen Regionen auch heute noch großflächig angebaut, um daraus Leinsamen für Leinöl oder Leinsaat/Leinkörner zum Backen oder fürs Müsli zu gewinnen. Selbst die zähen langen Fasern werden genutzt und zu Leinen (Stoff) oder zu Seilen verarbeitet. Wie zäh Lein tatsächlich ist, merken Sie sobald Sie versuchen Lein zu schneiden oder durch den Häcksler zu jagen, scharfe Messer sind dazu unbedingt erforderlich.

Staudenlein verträgt weder Staunässe und Kahlfröste. Da sich Lein jedoch durch Selbstaussaat selbst im Garten hält, ist es kein Problem, wenn mal die eine oder andere Pflanze im Frühling welk, trocken und abgestorben ist denn sie hat ja schon vor Monaten für genügend Kinder gesorgt. Sie müssen die süßen Kleinen nur finden und dorthin setzen, wo Ihnen Lein am besten gefällt.

Blauer Staudenlein, Blumenbild einzelne Leinblüte, freigestellt.

Blauer Staudenlein, Blumenbild einer freigestellten, einzelnen Leinblüte freigestellt.

Warum sich Staudenlein im Garten lohnt

Blauer Staudenlein eine tolle Gartenstaude, denn er verträgt lang anhaltende Trockenheit und Hitze, sorgt für seinen eigenen Erhalt im Garten, ohne zu wuchern. Sieht extrem hübsch aus und passt zu vielen Sommerblumen (Ringelblumen, Mutterkraut, Klatschmohn, Kalifornischer Goldmohn) und zu Rosen. Lein blüht, je nach Region und Wetter, von Ende April bis Ende Juni und sollte anschließend bodentief abgeschnitten werden. Danach treibt Lein noch einmal fröhlich aus und blüht im August/September ein zweites Mal. Damit ist Lein eben ein idealer Rosenkavalier. Immer zur Stelle, wenn auch die Rosen blühen. Setzen Sie mit Staudenlein kleine Tuffs mit je drei Pflanzen oder großflächig: Kaum eine andere Staude wiegt sich so elegant im Sommerwind und wirkt dabei wie ein großes blaues Blumenmeer.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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