Schafgarbe, botanisch Achillea, im Volksmund auch Soldatenkraut, Achilleskraut oder Gänsezunge, ist eine genügsame Staude, auch wenn sie nicht sehr langlebig ist. Doch dieses kleine Manko macht sie durch fleißige Selbstaussaat wieder gut. Außerdem macht sie das Gärtnern selbst an schwierigen, trockenen Standorten recht bequem. Einfach beim Wachsen zusehen und alles wird gut.

Warum Schafgarbe pflanzen?

Die Schafgarbe ist eine Gewinnerin des Klimawandels, das haben vergangene Hitzesommer klar gezeigt. Während viele andere Blumen, Gehölze und Stauden jammerten, blühte Achillea nochmal so schön. Das galt auch für wilde Schafgarben. Sie waren sogar stärker als der Gewöhnliche Hahnenfuß, Wiesenflockenblumen & andere Wildblumen und besiedelten während der großen Dürre nach und nach erstaunlich große Flächen.

Gärtnerinnen erlebten derweil ähnlich Überraschungen mit Kultur-Schafgarben. Sie wuchsen und blühten auch ohne zusätzliche Wassergaben. Im Gegenteil: Ja trockener der Standort, desto üppiger die Blütenpracht und desto stabiler standen die Pflanzen. Das sollten Sie wissen, wenn Sie Schafgarben pflanzen möchten. Es lohnt sich allemal.

Die Schafgarbe ist eine Gewinnerin des Klimawandels, sie verträgt Hitze und Trockenheit

Die Schafgarbe ist eine Gewinnerin des Klimawandels, sie verträgt Hitze und Trockenheit

Schafgarben: welcher Standort und Boden?

Schafgarben lieben es heiß, trocken, vollsonnig und einen gut drainierten, aber nährstoffreichen Boden. Wasser muss stets gut und schnell abfließen.

  • In freier Natur wachsen etwa kniehohe Schafgarben (Achillea millefolium) an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden und sind dort durch ihre weißen Blüten ab Ende Mai / Anfang Juni fürs geübte Auge leicht zu erkennen.
  • Die bis zu 180 cm hohen, straff aufrecht wachsenden Millfolium- und Filipendulina-Hybriden aus der Staudengärtnerei passen dagegen gut in Staudenbeete und auf Freiflächen. In einem kleinen Garten findet Achillea genügend Platz im Hintergrund.
  • Setzen Sie kleinere Sorten aus der Gärtnerei in den Vordergrund des Beetes. Hübsche Millfolium- und Filipendulina-Hybriden gibt es mit gelben, aber auch mit weißen, rosa, roten, orangen oder zweifarbigen Blüten.
  • Die Polstergarbe hat einen niedrigen Wuchs und passt perfekt in den Steingarten.
  • Die Sumpfschafgarbe kommt dagegen mit mehr Feuchtigkeit zurecht und passt an Teichrand oder Bachlauf.
Rote und zweifarbige Hybriden aus der Gärtnerei

Rote und zweifarbige Hybriden aus der Gärtnerei

Schafgarben pflegen: was ist wichtig?

Achillea ist zwar eine robuste Staude mit Wildcharakter, aber nicht sehr langlebig. Wie die Bunte Margerite will sie spätestens nach 4-5 Jahren geteilt und an einen neuen Standort gesetzt werden. Während dieser Zeit hat sich die Mutterpflanze jedoch schon unzählige Male durch Selbstaussaat vermehrt. Sie können das kaum verhindern, denn reife und unreife Blütenstände wachsen fast unbemerkt dicht an dicht und man ist immer im Zweifel ob es schon Zeit für einen Rückschnitt ist.

Schneiden Sie!

Schneiden Sie verblühte Blütenstiele bodentief ab. Sie gewinnen dadurch Blumen für die Vase oder auch Trockenblumen für langlebige Trockensträuße. Außerdem treibt die zurückgeschnittene Staude schnell wieder aus und schiebt auch noch einen zweiten Flor. Der allerdings etwas kleiner ausfällt als der erste Flor.

Verschieben Sie den jährlichen Staudenschnitt in das zeitige Frühjahr. Ihr Garten gewinnt dadurch auch im Winter Struktur, Insekten finden in den welken Stängeln ein Winterquartier und Vögel Futter bei Bedarf.

Allerdings sät sich die Staude bei einem späten Schnitt noch mehr aus. Wägen Sie ab, was Ihnen lieber ist: Naturschutz oder weniger Sämlinge im Garten zu finden.

Nicht gießen!

Je trockener, desto standfester. Je feuchter, desto schneller kippen die hohen Blütenstiele. Abgesehen davon, dass Feuchtigkeit den Befall von Pilzkrankheiten fördert.

Stützen nach Standort und Bedarf!

In nassen Jahren und in Hanglagen haben sich Pflanzenstützen bewährt. Ich setze 120 cm hohe Mondstützen rund um den Horst. Sie helfen gut, damit hohe Schafgarben nicht ihre Pflanzpartner und Nachbarn bedrängen.

Boden verbessern!

Achillea braucht einen gut drainierten Boden, in dem Wasser schnell ablaufen kann. Ist dieser nicht vorhanden, verbessern Sie ihn beim Pflanzen mit etwas Splitt oder Sand im Wurzelbereich.

Richtig düngen!

Geben Sie im Frühling zum Austrieb etwas organisch-mineralischen Staudendünger oder Bio-Langzeitdünger. Verwenden Sie kein Blaukorn, denn er enthält im Verhältnis zu viel Stickstoff und der macht die Triebe weich. Abgesehen davon ist Blaukorn schon bei der Herstellung schädlich für Natur und Umwelt.

Woher kommt der Name Schafgarbe?

Schafe fressen Wiesen-Schafgarben besonders gern.

Schafe fressen Wiesen-Schafgarben besonders gern.

Schafe fressen Gemeine Schafgarben auf Weiden und Wiesen besonders gern, daher ihr Trivialname.

Sind Schafgarben insektenfreundlich?

Ja, Achillea gehört zu den Korbblütlern und diese sind begehrte Pflanzen für Bienen-. Schmetterlinge und andere Insekten.

Krankheiten und Schädlinge?

Blattläuse sitzen gerne auf den Stängeln, meist dicht unterhalb der Blüten. Das ist auch in freier Natur so und hat durchaus seine Berechtigung. Gartenvögel wissen das und sammeln Laus für Laus für sich selbst und für ihre Küken. In einem vogelfreundlichen Garten werden daher Blattläuse nie zur Plage. Nicht spritzen! Auch nicht mit Spüli oder Kaliseife. Überlassen Sie Nützlingen diesen Job und vertrauen Sie auf Mutter Natur. Das klappt schon.

In feuchten Jahren und wenn der Standort zu schattig liegt, können sich Pilzkrankheiten wie Rost, Grauschimmel oder Mehltau entwickeln. Abhilfe schafft Umsetzen an einen luftigen Standort in voller Sonne.

Welche Pflanzpartner?

Purpur-Sonnenhut, Echinacea purpurea ist eine schöne Begleitstaude

Purpur-Sonnenhut, Echinacea purpurea ist eine schöne Begleitstaude für Achillea

Wo Schafgarben wachsen, gedeihen auch Kornblumen gut

Wo Schafgarben wachsen, gedeihen auch Kornblumen gut

Sind Schafgarben heimisch?

Ja. Die Wildstaude wächst in ganz Europa und weil sie so häufig vorkommt, nennt man sie auch Wiesenschafgarbe.

Rosa Achillea wächst kompakt, ist aber leider nicht langlebig. Sie verschwindet nach zwei, drei Jahren sang- und klanglos aus dem Garten.

Rosa Achillea wächst kompakt, ist aber leider nicht langlebig. Sie verschwindet nach zwei, drei Jahren sang- und klanglos aus dem Garten.

Ist Schafgarbe giftig?

Nein. Achillea ist eine altbekannte Heilpflanze. Dennoch sollten Sie sie nicht einfach so in freier Natur ernten und als Tee, Aufguss oder Tinktur verwenden. Denn es besteht Verwechslungsgefahr mit anderen, zum Teil hochgiftigen Pflanzen wie der Gefleckte Schierling.

Schafgarbentee soll helfen gegen Kopfschmerzen, Migräne, Frauenleiden, Hautentzündungen und Hämorrhoiden. Aufgüsse oder Sitzbäder fördern die Wundheilung.
Rezepte und wichtige Hinweise zur Anwendung und Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen finden Sie im Wildkräuterhandbuch des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forstes Augsburg.

Vorsicht: Allergiker, die auf Korbblütler reagieren, und empfindliche Menschen fassen Achillea bitte nur mit Handschuhen an. Die ungeschützte Berührung führt schnell zu Ekzemen und / oder einer Kontaktallergie, die Sie nie wieder loswerden. Seien Sie vorsorglich gewarnt.

Wenn Sie krank sind, gehen Sie bitte zu einem richtigen Arzt und behandeln Sie sich nicht selbst!

Fiona Amann

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog „Wo Blumenbilder wachsen“ teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.