Ranunculus repens, Kriechender Hahnenfuß
Kriechender Hahnenfuß

So manches (Un)kraut blüht hübsch, ist aber trügerisch.

Die neue Nachbarin ist keine ausgewiesene Gärtnerin, so viel ist klar. Sie hat wenig Lust in der Erde zu wühlen und Sommerblumen oder Stauden zu pflegen. Sie stopft lieber kleine Koniferen und Efeu aus dem Baumarkt in die Gartenmauer aus Betonpflanzringen und Bambus ohne Wurzelsperre ins Beet neben dem Terrassendeck. Zum Ausgleich steht jede Menge bunte Deko zwischen den Immergrünen. Trotzdem freut sie sich im Frühling fast wie ein Kind über leuchtend gelbe Blüten, die zwischen Hibiskus und Rosen plötzlich erscheinen. Ich warne eindringlich vor dem Kriechenden Hahnenfuß doch die Nachbarin meint im Brustton der Überzeugung: Der blüht doch so hübsch und hier oben an der Terrasse darf er das auch.

Vor vier Wochen rief sie dann über ihren neu gesetzten Zaun hinweg, ob ich nicht ein Mittel wüsste, um das Unkraut (sie meinte ihren hübsch blühenden Kriechenden Hahnenfuß) wieder loszuwerden. Der hat sich inzwischen überall breit gemacht. Erobert die Pflanztöpfe der Gartenmauer, die Wiese und alles, wo sonst noch eine Lücke ist. Wie Hahnenfuß das so macht, wenn man ihn lässt und nicht von Anfang an mit Wurzelstecher, Fleiß und Beharrlichkeit zu Leibe rückt.

 

Wildblumenwiese mit Hahnenfuß und Glockenblumen

Hübsch in der Wildblumenwiese, im Garten lästig: Hahnenfuß

Die Nachbarin denkt natürlich an Roundup, was ich ihr hoffentlich gründlich ausgeredet habe. Ich kann zwar verstehen, dass man an manchen Stellen gerne zu derart brachialen Mitteln greifen würde, aber die Gefahr, andere, sich selbst und die Umwelt nachhaltig mit diesem Herbizid zu schaden, ist enorm.

Besser geht’s mit Muskelkraft und Fleiß anstelle von Gift

Bei der Gelegenheit versuche ich der Nachbarin auch den Gebrauch des Wurzelstechers näher zu bringen. Sie winkt ab, weil mit der Hand zu zupfen angeblich schneller ist – wenn auch nicht sehr effektiv. Fazit: Die junge Nachbarin wird ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Auch mit rotem Klee, der wieder ganz stark im Kommen ist – leider nicht nur in ihrem Garten.

Unkrautstecher in zwei Ausführungen

Unkrautstecher in zwei Ausführungen: Gardena (links) und Garten Ward, sehr stabil.

Der letzte Akt der unerfahrenen Nachbarn: Sie setzen mit knapp 40-50 Zentimeter Abstand eine Ligusterhecke (im Internet bestellt bei Otto!) vor ihren neuen Metallzaun – und zwar ohne zuvor die Wiese zu entfernen. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Nachbarn nächstes Jahr die Hecke schneiden und vielleicht sogar entgrasen.

Fazit: Gartenanfänger brauchen Zeit und noch mehr Interesse, um Kräuter von unerwünschten Beikräutern / Unkraut zu unterscheiden und zu lernen, dass nicht jedes hübsch blühende Kraut im Garten ungeschoren bleiben darf. Wehret den Anfängen gilt ganz besonders für den Kriechenden Hahnenfuß.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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