Muss man Blattläuse bekämpfen? Und wenn ja, wie werden Sie Läuse auch ohne Gift wieder los? Ab wann muss die Gärtnerin eingreifen, wenn ihre geliebten Pflanzen schwarz oder grün vor Läusen sind? Die kurze Antwort vornweg: Sie müssen wirklich nicht jede einzelne Blattlaus bekämpfen, wohl aber im Auge behalten.

Warum Blattläuse bekämpfen?

Blattläuse können Krankheiten übertragen, insbesondere Virus-Erkrankungen. Deswegen sollte man Blattläuse im Auge behalten und rechtzeitig gegen sie vorgehen. Die Frage ist nur, wie Sie Blattläuse sicher und ohne Gift in den Griff bekommen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Plagegeister in Zukunft Ihre Pflanzen verschonen.

Warum befallen Läuse Pflanzen?

Jedes Jahr im Frühling fallen grüne und schwarze Blattläuse über die jungen, saftigen Triebe von Rosen, Hibisken, Obstbäume und vielen anderen Pflanzen her. Das ist ein Naturgesetz und hat gute Gründe. Selbst wilde Margeriten oder Sauerampfer auf der Blumenwiese können Sie vor lauter Läuse nicht pflücken. Doch selbst ein starker Blattlausbefall schadet weder den Margeriten, noch anderen Pflanzen. Sie wachsen oft weiter, als wäre nichts geschehen. Das stimmt so allerdings nicht. Denn …

Wie helfen Sie den natürlichen Feinde der Blattläuse?

Die Natur hat es so vorgesehen, dass Läuse immer dann in Massen auftreten, wenn ihre Fressfeinde Futter für ihren Nachwuchs brauchen. Marienkäferlarven vertilgen täglich bis zu 150 Läuse und erwachsene Marienkäfer schaffen immerhin noch bis zu 50 Stück. Auch Florfliegen- und Gallmücken-Larven ernähren sich von Läusen und das Beste an diesen Nützlingen ist, sie sind käuflich, lassen sich im Garten einfach und gefahrlos an befallenen Pflanzen ansiedeln.

Hungrige Jungvögel sind das beste Mittel gegen Insekten

Gegen Blattläuse und andere lästige Insekten helfen hungrige Gartenvögel wie dieses Rotschwänzchen.

Kleine Vögel, insbesondere Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönige oder Rotschwänzchen fressen ebenfalls Läuse und ziehen damit ihre Jungen groß. Wechseln Sie die Perspektive und betrachten Sie Läuse einfach als lebendes Vogelfutter und schon verlieren Läuse ihren Schrecken. Richten Sie Ihren Garten vogelfreundlich ein, und Sie müssen keine Läuseplage mehr befürchten.

Bedenken Sie: Wenn Sie Blattläuse mit Gift bekämpfen, töten Sie auch Jungvögel und gleichzeitig viele andere nützliche Insekten. Sie persönlich tragen damit erheblich bei zum dramatischen Insekten- und Vogelsterben. Das muss wirklich nicht sein!

Welche natürlichen Spritzmittel vertreiben Blattläuse?

Seien Sie geduldig und verbannen Sie die chemische Keule aus Ihrem Garten

Jetzt wissen Sie zwar, dass Blattläuse durchaus nützlich für den Lebensraum Garten sind, allein, Ihnen fehlt der Glaube, dass Ihre Geduld belohnt wird? Es gibt auch natürlich wirksame Spritzmittel gegen Blattläuse. Das Ansetzen und Spritzen mit Pflanzenextrakten, Jauchen, Tees und Brühen ist allerdings mit Arbeit, Zeit, Kosten und Aufwand verbunden und bei Jauchen leider auch mit heftigem Gestank. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, so kommen infrage:

  • Brennnessel-Jauche,
  • Oregano-Tee,
  • Rainfarn-Brühe,
  • Wermut-Tee,
  • Ackerschachtelhalm-Jauche,
  • Zwiebel- oder Knoblauchtee,
  • Rhabarberblatt-Brühe, speziell gegen die schwarze Bohnenlaus
  • sowie starker Schwarzer Tee.

Blattläuse bekämpfen mit einem sicheren Hausmittel.

Bevor Sie nun mühsam stinkende Jauche herstellen und verspritzen nehmen Sie den Gartenschlauch zur Hand und spritzen Sie die Läuse einfach mit klarem Wasser ab. Dazu halten Sie die Hand hinter den betroffenen Pflanzentrieb und waschen ihn ab. Das klappt mit etwas Übung ganz einfach nebenbei beim Gießen. Die Läuse fallen herunter und finden anschließend den Weg nicht mehr nach oben. Bedenken Sie: Blattläuse legen ihre Eier direkt auf saftige, frische Triebspritzen. Babyläuse habe keine Ahnung, wie sie dorthin gekommen sind. Ihre Aufgabe ist es, zu fressen – und gefressen zu werden.

Blattläuse bekämpfen mit nützlichen Pflanzpartnern.

Blattläuse bekämpfen mit Kapuzinerkresse. Sie hält Läuse zuverlässig von anderen Pflanzen fern.

Blattläuse bekämpfen mit Kapuzinerkresse. Das würzige Kraut hält Läuse zuverlässig von anderen Pflanzen fern.

Blattläuse haben Lieblingspflanzen, dazu gehört auch die Kapuzinerkresse. Säen Sie daher Kapuzinerkresse im Frühling, ab Mitte / Ende April in kleine Töpfe und setzen Sie die Pflanzen nach den Eisheiligen direkt neben bedrohte Pflanzen. Direktsaat ist Mitte Mai auch möglich.

Egal ob direkt im Beet oder in Töpfen: Wo Kapuzinerkresse wächst, haben andere Pflanzen Ruhe vor Läusen. Das funktioniert sicher und zuverlässig. Doch bitte beschweren Sie sich anschließend nicht bei mir, wenn Ihre schöne Kapuzinerkresse von Läusen befallen wird. Das muss so sein. Im schlimmsten Fall schneiden Sie einzelne Triebe der Kapuzinerkresse einfach ab und fertig. Kapuzinerkresse treibt zuverlässig bis zum Frost immer wieder aus.

Blattläuse bekämpfen: wirksam, einfach, sicher, nachhaltig, vorbeugend und ohne Gift.

  • Verzichten Sie auf sämtliche Insektizide, denn diese unterscheiden nicht zwischen Nützlingen und Schädlingen, sondern töten ALLE Insekten und damit auch Vögel.
  • Richten Sie Ihren Garten vogelfreundlich ein. Wo Vögel sind, werden Läuse und andere Insekten nie zu Plage.
  • Haben Sie Geduld. Wo viele Blattläuse auftauchen, lassen sich auch gerne ihre Fressfeinde nieder.
  • Spritzen Sie mit Blattläusen stark befallene Triebe einfach mit Wasser ab.
  • Pflanzen Sie Kapuzinerkresse neben stark gefährdete Pflanzen.
Blattläuse bekämpfen ohne Gift. Sicher, nachhaltig und vorbeugend.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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