Als meine Mutter aus dem Allgäu zu mir nach Franken gezogen ist, gab es für sie nichts Schöneres, als beim Spaziergang Samen von Stauden am Wegesrand für unseren Generationengarten einzusammeln. Besonders die elfengleichen Blüten der Akelei (Aquilegia) hatten es ihr angetan. Selbst in die schmalste Gehwegritze zwängt sich die wilde Akelei und blüht, von der Enge gänzlich unbeeindruckt, überreich.

Die Akelei so zäh, wie kaum eine andere Staude

Wir füllten den damals, im Jahr 2000, neu angelegten, noch leeren Garten nach und nach mit diesen und ähnlichen Kostbarkeiten. Dazu kamen einige geliebte Pflanzen aus meinem alten Garten, selbst gesäte Sommerblumen, Stauden aus der regionalen Staudengärtnerei und meine geliebten Rosen. Doch die Akelei gehört noch immer zu meinen besonders geschätzten Lieblingen. Das mag auch daran liegen, dass die zart wirkenden Frühsommerblumen wirklich zäh und hart im Nehmen sind. Sie säen sich gerne an den unmöglichsten Stellen aus und gedeihen dort ganz wundersamer Weise auch ohne ständig gehätschelt zu werden.

 

Wo wächst und gedeiht die Akelei?

Natürlich kommt die schöne Aquilegia auch mit dem trockenen und beengten Standort in der Gartenmauer zurecht. Allerdings ist der Platz in den Betonpflanzsteinen eher den kleineren Arten vorbehalten. Kleine rosa und zweifarbige Sorten mit blau-weißen Blüten. Die großen dunklen Akeleien sitzen dagegen am Fuß der Gartenmauer. Ihre langen Pfahlwurzeln reichen tief genug in den lehmigen Untergrund, um selbst längere Trockenperioden zu überstehen. Nach der ersten Blüte im Mai-Juni, schneide ich sie alle direkt am Boden zurück. Dabei gehe da immer sehr rigeros vor, um so schöner treiben die Pflanzen anschließend wieder aus.

Wie und wann werden Akeleien gesät?

Wilde Akeleien säen sich selbst im Garten zuverlässig aus, aber was dabei herauskommt, sind nach den Mendel’schen Regeln, Pflanzen mit zumeist violetten, einfachen Blüten. Möchten Sie dagegen Akeleien in bestimmten Farben oder mit besonders großen Blüten, besorgen Sie sich bei einem guten Saatguthändler (nicht bei Ebay!) das entsprechende Saatgut.

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  • Säen Sie im am besten ab Mitte März, die Aussaat klappt aber auch noch im Frühsommer. Am schwierigsten dabei ist, im Sommer einen kühlen Platz mit der gewünschten Keimtemperatur zu finden. Ein heller Kellervorraum ist in meinem Haus der beste Platz dafür.
  • Akeleien sind Lichtkeimer, decken Sie deswegen die Saat nicht ab, sondern drücken Sie sie fest an.
  • Halten Sie das Saatkistchen feucht, aber nicht nass.
  • Beste Keimtemperatur liegt bei 20 ° C
  • Sobald die Sämlinge aufgelaufen sind, stellen Sie die Saatkiste etwas kühler – sofern möglich.
  • Sobald die ersten richtigen Blätter (nach den Keimblättern) gut zu fassen sind, pikieren Sie die Sämlinge in kleine Töpfe und kultivieren Sie sie draußen, an einem halbschattigen Platz einfach weiter.
  • Pflanzen Sie im Laufe des Sommers, sobald die Töpfe gut durchwurzelt sind.
  • Akeleien vertragen späteres Umpflanzen / Versetzen nur sehr schlecht. Sobald die Pfahlwurzeln abbrechen, wachsen sie nicht mehr. Ganz ähnlich wie Prachtkerze, Goldmohn oder Islandmohn

Welche Pflege brauchen Akeleien?

Keine. Akeleien sind absolut pflegeleicht und winterfest. Schneiden Sie die Pflanze nach der Blüte bodentief ab. Die Pflanze treibt anschließend neu aus und bleibt dann so den ganzen Sommer über grün und vital.

Was hilft gegen Mehltau?

In heißen trockenen Sommern werden Akeleien manchmal von Mehltau befallen. Wenn Sie das stört, schneiden Sie die Blätter einfach ab oder besprühen Sie sie mit einer Mischung aus Vollmilch (1 Teil) und Wasser (9 Teile). Ich bevorzuge das Abschneiden der Blätter. Ist schnell gemacht und schadet den Pflanzen nicht. Im Gegenteil. Wenn der Sommer sehr heiß und trocken ist, bewahrt sie das Abschneiden vor dem Austrocknen.  Also nur Mut! Spätestens im nächsten Mai blühen alle wieder als wäre nichts geschehen.

Weitere Blumenbilder der zauberhaften Aquilegia

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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