Die Prachtkerze, auch Präriekerze oder bot. Gaura lindheimerii ist eine wunderbar genügsame Staude mit fantastischer Fernwirkung. Den ganzen Sommer über blühen ihre, je nach Sorte, rosa oder weißen Blüten der Reihe nach von unten nach oben auf. Dabei ist Gaura immer in Bewegung und tanzt fröhlich im Wind. Oft umgarnt von Bienen, sofern diese nicht gerade nebenan beim Lavendel sind. Die Staude wird etwa 120 Zentimeter hoch und wirkt verspielt – aber auch erhaben und elegant. Je nach Sichtweise und persönlicher Einstellung. Entscheiden Sie selbst und erleben Sie die schöne Präriebeet-Staude in diesem Video aus meinem Vorgarten. Dort blühen sie seit vielen Jahren an verschiedenen exponierten Stellen des Hangbeets.

Gaura Superstaude & Bienenmagnet | Video

YouTube thumbnailYouTube icon

Was haben Lavendel und Gaura gemeinsam?

Wo Lavendel wächst, da gedeiht auch Gaura gut. Beide lieben einen heißen, trockenen Standort. Regen, der vom Himmel fällt, ist ihnen vollkommen genug. Nicht gießen, nicht düngen, ist die Devise für gesunden Lavendel – und verspielte Prachtkerzen.

Welcher Standort ist besonders gut?

Gaura lindheimerii gedeiht in einer Ritze zwischen Teer und Pflaster

Gaura hat sich ihren Standort zwischen Straße und Pflaster selbst ausgesucht und kommt jedes Jahr wieder. Volle Sonne. Wärme und dazu ein wasserdurchlässiger, sandiger, kiesiger Boden. Sie gedeiht am besten dort, wo sie sich selbst aussät. In meinem Garten sind das Pflasterfugen unter denen nichts ist, außer Split, Sand und zufällig dorthin gewehter Humus. Die genügsame Staude wächst sogar in einer Spalte zwischen Straße und Garageneinfahrt – und dort sogar besonders gut – besser und noch standfester als im Blumenbeet.

Prachtkerze Gaura lindheimeri neben Katzenminze im Präriebeet

Präriekerze neben Katzenminze im Vorgarten, Anfang Mai. Beide Pflanzen haben sich auch diesen Platz selbst ausgesucht und gedeihen seit Jahren schon auf dem mageren Schotterplatz in einer Pflasterfuge überaus prächtig.

Natürlich wächst Gaura auch in Beeten mit leichten Böden oder auch in ganz normalen Gartenböden. Hauptsache, der Wasser läuft schnell ab. Dafür dürfen Sie die filigrane Staude beim Gießen auch komplett auslassen. Monatelang!

Welche Pflanzpartner?

Gönnen Sie Gaura viel Platz, sich anmutig zu bewegen. Bedrängen Sie sie nicht mit anderen hohen Pflanzen. Sie passt optisch sehr gut zu Rosen, aber nur, wenn genügend Abstand zwischen ihnen liegt. Setzen Sie Polsterpflanzen, Sedum, Lavendel, Federnelken, niedrigen Storchschnabel oder Katzenminze drum herum und andere sonnenliebende Pflanzen, die niedriger als 40 cm sind. Pflanzen Sie außerdem Salbei, Thymian und/oder Lavendel in die Nachbarschaft, denn diese wehren Schnecken und Läuse erfolgreich ab. Wobei an meinen Prachtkerzen noch nie Schnecken oder andere Schädlinge aufgetaucht sind oder gar Krankheiten. Aber an ungünstigen Standorten könnte das allerdings anders sein.

Pracktkerze wächst an der Gartentreppe zwischen Rosen und Einjährigen Rittersporn

Die Präriepflanze wächst an der Gartentreppe zwischen Rosen und Einjährigen Rittersporn, der dort auch durch Selbstaussaat jedes Jahr aufs Neue blüht.

Tipp: Die langen Rispen der Präriekerze eignen sich auch für die Vasen und sorgen dort für filigrane Fülle. Jede Blüte blüht zwar nur für einen Tag, aber am nächsten Morgen öffnen sich bereits die nächsten Blüten.

Brauchen Prachtkerzen Winterschutz?

Prachtkerzen sind sehr robust, nur nasskalte Winter mögen sie nicht. Leichter Winterschutz aus Reisig mag dagegen ein wenig helfen. Ich decke meine Pflanze nicht ab, sondern …

Schneiden Sie Gaura schon im Spätherbst bodentief ab, damit sie sich nicht „zu Tode blüht“. Wenn der Herbst lange schön und trocken ist, blüht Gaura nämlich auch noch im November – wenn man sie lässt. Ob sie im nächsten Frühling nach dieser Höchstleistung allerdings noch da ist, steht auf einem anderen Blatt. Wenn nicht: Halten Sie Ausschau nach ihren Kindern.

Einzelne Blüte der Gaura Linheimeri, Prachtkerze

Gaura lindheimerii steht nur bei Flaute still, aber nur für einen winzigen Augenblick.

Gaura richtig pflegen

Die Stauden sind äußerst pflegearm. Wenn der Standort stimmt, dann müssen sie ihr nur beim Wachsen und Blühen zusehen.

  • Düngen Sie nicht! Dünger macht die Triebe weich und fördert Pilzkrankheiten.
  • Gießen Sie nicht! Regenwasser, das von oben kommt, reicht völlig. Auch bei lang anhaltender Trockenheit und Hitze.
  • Sie können im Laufe des Sommers verblühte Stiele ein Drittel kürzen. Dadurch wird ein Neuaustrieb forciert.
  • Schneiden Sie im Spätherbst / Oktober alle Triebe eine handbreit über den Boden ab. Sie verhindern dadurch dass die Staude sich selbst zu Tode blüht.
  • Spätestens im November schneiden Sie alle Triebe bodennah ab.

Prachtkerzen vermehren: wie und was ist wichtig?

Lassen Sie Ihre Gaura einfach selbst für Nachwuchs sorgen, das ist der sicherste Weg, um viele kostenlose Jungpflanzen für den Garten zu gewinnen. Versuchen Sie erst gar nicht, die Stauden zu teilen. Das wird Ihnen ganz sicher nicht gelingen, auch wenn das in manchen Büchern so steht und woanders von dort immer wieder abgeschrieben wird. Hintergrund: Gaura hat eine lange Pfahlwurzel, die beim Ausgraben ziemlich sicher abbricht und danach ist die Pflanze nicht mehr zu retten.

Nur wenn in einem Topf (aus der Gärtnerei) mehrere Stecklinge sind, könnte das Teilen der Wurzeln klappen. Aber sicher ist das nicht.

 

3 Sämlinge der Prachtkerze, Gaura Lindheimerii

3 Sämlinge der Prachtkerze / Präriekerze

Meiner Erfahrung nach finden Sie ab Mitte April / Mai jede Menge Sämlinge rund um die Mutterpflanze oder dort, wo Gaura im Vorjahr blühte. Die Sämlinge fallen durch ihre lanzettförmigen, gepunkteten Blätter auf. Vergleichen Sie das Foto oben: Katzenminze neben Gaura zeigt die gepunkteten Blätter. Graben Sie die Sämlinge so früh wie möglich mit einem langen Wurzelstecher vorsichtig aus und pflanzen Sie sie an die gewünschte Stelle im Garten. Anschließend nur noch pinzieren (den Haupttrieb kappen), angießen und abwarten. Das Abschneiden des Haupttriebes bewirkt, dass sich die Staude besser verzweigt und buschiger wird. Das gilt für meines Wissens für alle Sommerblumen und Stauden.

Wenn Sie Freunden eine Freude mit einer Präriekerze machen wollen, setzen Sie einfach 2-3 Sämlinge in einen Blumentopf und parken die Staude, bis sie sich schön entwickelt hat. Pinzieren Sie den Hauptrieb, damit die Pflanze buschiger wird. Voila: Schmetterlinge zu verschenken ist mit einer Gaura denkbar einfach.

So hübsch blüht die Präriekerze monatelang. Die pflegeleichte Staude aus Nordamerika ist ein echter Dauerblüher.

So hübsch blüht die Präriekerze monatelang. Die pflegeleichte Staude aus Nordamerika ist ein echter Dauerblüher.

Die Alternative: Stecklings-Vermehrung

  • Schneiden Sie 15-20 cm lange Stecklinge aus halbreifen Blütenstielen. Entfernen Sie die Blüten und setzen Sie die Stecklinge in kleine Töpfe mit Aussaaterde.
  • Stellen Sie die Töpfe anschließend schattig auf und warten ab. Stecklingsvermehrung halbreifer Zweige könnte Anfang bis Ende Juni klappen. Probieren Sie es gerne aus und berichten sie.

Zusammenfassung

Standort: volle Sonne, je luftiger, desto besser
Boden: sehr durchlässig, kiesig, sandig, nährstoffarm, trocken

  • Dauerblüher ab Juni bis zum Frost
  • enorme Fernwirkung
  • Vasenschnitt möglich

Pflege:

  • NICHT düngen
  • NICHT gießen, auch nicht bei lang anhaltender Trockenheit
  • NICHT ausputzen
  • Kürzen Sie abgeblühte Blütenstiele Juli / August um ein Drittel, dadurch wird ein Neuaustrieb forciert.

Weiße Prachtkerzen sind am richtigen Standort winterhart!

  • Im Spätherbst bodentief abschneiden
  • Kein Winterschutz nötig

Am richtigen Standort besteht keine Gefahr durch

  • Schädlinge
  • Schnecken
  • Krankheiten

Vermehrung durch

  • Stecklinge halbreifer Blütentriebe, zuvor Blüten abschneiden
  • Sämlinge wachsen ab Mai rund um die Mutterpflanze
  • Aussaat REIFER Samen

Prachtkerze, Präriekerze, Gaura lindheimerii | Video

YouTube thumbnailYouTube icon

Weitere Blumenbilder mit hübschen Sommerblumen

Fiona

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.