Schottergärten sind Gärten des Grauens, eine ökologische Katastrophe und ein Desaster für Mensch und Tier. Warum und weshalb das so ist, erklärt dieser humorvolle und kurzweilig geschriebene Gartenratgeber. Wie pflegeleichte und damit auch bessere und schönere Gärten entstehen, auch.

Wie pflegeleichte Gärten wirklich entstehen – ohne Kies und Schotter.

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass eine Schüttung von Kies im Garten weder schön, noch pflegeleicht, noch auf Dauer preiswert ist. Viele Gemeinden und Städte verbieten daher Kiesgärten und möchten sie lieber heute als morgen aus den Vororten verbannen. Aus sehr guten ökologischen Gründen. Doch wie konnte es erst überhaupt dazu kommen, dass Gartenbesitzer sich Tonnen an Schotter in den Vorgarten kippen ließen? Und was ist falsch daran? Leiden Besitzer dieser Kiesgärten nur an einer weit verbreiteten Geschmacksverirrung oder ist tatsächlich der Herdentrieb schuld an den „Gärten des Grauens“. Was haben Landschaftsgärtner und Architekten damit zu tun und wie bekommen wir jetzt die Kuh vom Eis und lernen, bessere und zugleich pflegeleichte Gärten anzulegen?

Tjadrs Wendebourg ist diesen Fragen nachgegangen und beschreibt in „Der Kies muss weg!“ zunächst über den großen Unsinn, Steine in den Garten zu schütten. Er listet auf, was alles falsch daran ist. Vom ökologischen Desaster für Tiere und Pflanzen, über die Überhitzung der Schotterflächen und über die Folgekosten bis hin zu den gesellschaftlichen Auswirkungen. Der Autor liefert damit stichhaltige Argumente, die den Verfechtern der Kiesgärten allesamt zu denken geben sollten.

Wie entstehen pflegeleichte Gärten?

So weit so gut. Die Frage ist nun, wie man es besser macht. Wie entstehen Gärten, die mit dem Klimawandel zurechtkommen, anstatt dessen Auswirkungen zu verschärfen. Wendebourg zeigt Beispiele für echte, natürliche Schotterflächen in freier Natur und übersetzt die Besonderheiten dieser Refugien für alle, die echte Steingärten oder Kieswege anlegen oder mit feinem mineralischen Material Flächen zwischen den Pflanzen mulchen und damit vor dem Austrocknen schützen möchten.

Zum Schluss hält der Autor ein Plädoyer für den Einsatz pflegeleichter, Standort gerecht ausgewählter Pflanzen. Erklärt, warum Thuja und Scheinzypressen eben keine guten Heckenpflanzen sind und nennt zugleich bessere Alternativen.

An wen richtet sich „Der Kies muss weg“?

„Der Kies muss weg“ ist ein kurzweiliger, unterhaltsam geschriebener Ratgeber. Pflichtlektüre für Architekten, Landschaftsgärtner, Gärtner – aber auch für unerfahrene Haus- und Gartenbesitzer und Gemeinderäte. Oder, wie Wendebourg seine Zielgruppe selbst definiert: Bequeme, Klimawandelleugner, Architekturpuristen, Rücksichtslose, Gartenunerfahrene, Nachahmer, Minimalisten, Sauberkeitsapostel, Workaholiks, Egoisten, Neureiche, Desinteressierte, Nach gesellschaftlicher Anerkennung Strebende, Unwissende …

In diesem Sinn: Viel Spaß bei Lesen, Lernen und Gärtnern.

 

Der Kies muss weg

Der Kies muss weg.

Gegen die Verschotterung unserer Vorgärten.

Tjards Wendebourg

2020. 96 S., 100 Farbfotos, ISBN 978-3-8186-1045-6 Direkt bei Ulmer anschauen und bestellen

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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