Die Hainbuche (Carpinus betulus) gehört hierzulande zu den beliebtesten Heckenpflanzen und dies aus vielen guten Gründen. Für mich zählt dabei am meisten, dass die Hainbuche heimisch ist, einen wertvollen Beitrag für die Tierwelt leistet, vollkommen ungiftig, robust, gesund und zudem schnittverträglich ist. Beste Voraussetzungen, um in einem Blumengarten Gartenräume mit einer Hainbuchenhecke zu gestalten und für Privatsphäre zu sorgen.

Wie Sie Gartenräume mit einer Hainbuchenhecke gestalten

Teilen Sie Ihren Garten in verschiedene, unterschiedlich bepflanzte oder genutzte Gartenräume ein, so wird er spannend und abwechslungsreich. Doch wie, wenn das Grundstück schwierig ist, spitz zuläuft oder aber sehr lang und dafür sehr schmal geraten ist? Egal welche Form Ihr Garten auch hat: Mit einer Hecke pflanzen Sie ganz einfach individuelle Gartenzimmer: Hecken verkürzen optisch zu lang geratene Handtuchgärten, schaffen Durchgänge von einem Raum zum nächsten oder forcieren Blickachsen. Schon ein kurzes Stück Hecke versteckt einen Kompostplatz – und beschattet ihn gleichzeitig.

Dichte Hainbuchenhecke an der Grundstücksgrenze

Dichte Hainbuchenhecke an der Grundstücksgrenze. Eine noch junge Weißbuchenhecke im 2. Standjahr

Sicherheit und Privatsphäre mit lebenden, gewachsenen Wänden

Verbergen Sie den Spielplatz Ihrer Kinder mit einem Stück Hainbuchhecke vor den Blicken neugieriger Passanten, ohne deswegen gleich das gesamte Grundstück zwei Meter hoch einzukasteln. Überall da, wo Sie sich mehr Privatsphäre wünschen, da pflanzen Sie einfach 2-3 Meter Hainbuchenhecke – und gut ist. Zum Testen, wo dieser natürliche Sichtschutz am besten funktioniert, prüfen Sie die notwendige Länge der Hecke am besten mit zwei, drei Helfern und dazwischen gespannten Bettlaken.

Geben Sie empfindlichen Gartenpflanzen Windschutz – mit einer Hainbuchenhecke

Es gibt Regionen, Lagen und exponiert liegende Gärten, in denen fast immer eine steife Brise weht. Gut für viele Rosen, aber empfindliche und wärmeliebende Pflanzen haben dort immer einen sehr schweren Stand. Es sei denn, Sie gönnen ihnen einen eigenen windgeschützten Raum – mit einer stabilen Hainbuchenhecke. Ob der Raum nur mit zwei, drei oder gar mit vier grünen Wänden entsteht, bestimmen Sie selbst – oder der Wind. Ihre Pflanzen werden es danken und blühen fortan früher – und wachsen endlich mal gerade.

Die Hainbuchenhecken gibt dem Garten Struktur – auch im Winter

Viele Gärten sehen im Winter leider extrem langweilig und trostlos aus. Wenn die Vegetation fehlt bietet nur noch der Vogelfutterplatz Spannung und Abwechslung fürs Auge. Ganz anders, wenn in Ihrem Garten auch Bäume und Hecken wachsen. Gehölze, insbesondere Hecken, geben dem Garten Struktur und zeigen an frostigen Tagen auch spannende Texturen. Die Blätter einer Hainbuchenhecke bleiben bis zum Frühling und bieten daher auch im Winter Windschutz. Auch zu Hause gebliebenen Gartenvögel wissen diesen Schutz sehr zu schätzen.

Eine Hainbuchenhecke friedet das Grundstück ganz natürlich ein

Eine Hainbuchenhecke friedet das Grundstück auf ganz natürliche Weise ein und sorgt für Sichtschutz – auf beiden Seiten.

Werden Sie kreativ und pflanzen Sie mal eine etwas andere Hainbuchenhecke.

Hainbuchen sind absolut schnittverträglich und bringen damit die beste Voraussetzung mit, gestalterisch auch mal völlig aus der Reihe zu tanzen. Wer sagt, dass eine Hecke nicht auch gebogen sein und außerdem oben herum einen Wellenschnitt tragen kann. Alles ist möglich. Sogar das Gestalten einer Hecke, die sich wie ein grüner Lindwurm durch den Garten schlängelt. Wenn Sie gerne Hecken schneiden oder jemand an Ihrer Seite haben, der das für Sie tut, dann planen und pflanzen Sie eine kreative, individuelle Hecke. Ihre Gäste werden staunen und Sie für diese Gartenidee sicherlich bewundern. Sehenswerte Inspirationen dazu liefert auch dieses Gartenbuch, vorgestellt im Schwesterblog.

Warum die Hainbuchenhecke ideal für naturliebende Gärtner und Gartengestalter ist

Die Hainbuche (Carpinus betulus) gehört hierzulande zu den beliebtesten Heckenpflanzen und dies hat viele gute Gründe:

  • Die Hainbuche ist ein robustes heimisches Gehölz, das mit trockenen und feuchten, sonnigen und halbschattigen Standorten gut zurechtkommt und mit jedem normalen Gartenboden vorliebnimmt.
  • Alle Pflanzenteile der Hainbuche sind ungiftig. Besser noch: Das gehäckselte Schnittgut der Hainbuche ergibt sogar besonders wertvollen Humus. Hainbuchenschnittgut hat ein günstiges Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, hat weder Gerbsäure noch Bitterstoffe und ist somit ideal zum Mulchen und Kompostieren.
  • Die Hainbuchenhecke braucht ein bis zwei Formschnitte pro Jahr und eine Düngergabe mit organischem Dünger im Frühling, mehr müssen Sie für Ihre schöne Hecke wirklich nicht tun. Den Rest des Jahres schauen Sie ihr nur noch beim Wachsen zu: 40-60 cm Zuwachs sind bei jungen Hainbuchen jährlich durchaus drin. Jung sind Hainbuchen ungefähr 50 Jahre lang, erwachsene Hainbuchen werden schließlich bis zu 150 Jahre alt und ohne Schnitt bis zu 25 m hoch.
  • Eine Hainbuche ist sehr schnittverträglich. Sollte sie einmal aus der Form geraten sein, können Sie sie bedenkenlos auch auf Stock setzen (also ganz runter schneiden) und mit dem Aufbau Ihrer Hecke von vorne beginnen. Die Hainbuche verträgt auch den Schnitt ins alte Holz und treibt anschließend wieder willig aus. Falls Sie also einen Garten mit einer alten ungepflegten Hainbuchenhecke übernommen haben, besorgen Sie sich eine gute Heckenschere und eine stabile Astschere und formen Sie einfach Ihre Traumhecke daraus. Gut eingewachsenes „Hecken-Material“ haben Sie ja.
  • Schneiden Sie Ihre Hainbuchenhecke von Anfang an in die richtige Form: Oben schmal und nach unten hin etwas breiter werden, also eine moderate Kegelform. Die sorgt dafür, dass der untere Teil nicht beschattet wird, was unwillkürlich zum Verkahlen des unteren Bereiches führt.
  • Die Hainbuche ist schon ab Ende April/Anfang Mai grün und behält auch im Winter einen großen Teil ihrer Blätter. Sie bietet somit auch im Winter Sicht- und Windschutz. Womit wir wieder beim wichtigsten Grund sind, warum auch im Blumengarten Platz für eine Hainbuchenhecke ist.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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