Echter Lorbeer (Laurus nobilis) ist ein dekoratives Gehölz mit dunkelgrünen, spitz zulaufenden, derben Blättern. Schon die alten Perser, Römer und Griechen bekränzten ihre Helden einst mit Lorbeerkränzen. Dort, wo er von Natur aus wächst, können Lorbeerbäume 12 Meter hoch werden und wuchtige 10 Meter breit.

Das kann und will ich von meinem Gewürzlorbeer gar nicht erwarten. Ich freue mich aber sehr, dass mein echter Lorbeerbaum inzwischen 150 cm hoch ist und pumperlgesund. Er verschönert das ganze Jahr über meinen Hauseingang und liefert regelmäßig frische Lorbeerblätter für Suppe, Blaukraut, Sauerkraut, und viele Eintopfgerichte. Lorbeer wird in der Landküche aber auch zum Einlegen von Essiggurken, Heringen und Sülzen verwendet. Lorbeerblätter aromatisieren Essig und sind ein Bestandteil des Bouquet Garni in der französischen Küche. Lauter gute Gründe für einen eigenen echten Lorbeerbaum.

Ein frischer Austrieb des Gewürzlorbeers

Im Frühling treibt der Gewürzlorbeer frisch aus

Warum ein echter Lorbeerbaum?

Es heißt, Lorbeer bringt Glück und steht für Macht. Er ist somit ein symbolträchtiger Türsteher, der gerne auch im Doppelpack kommt und dann entsprechend viel hermacht.

  • Sie können Lorbeerbäume auch tageweise mieten, beispielsweise um einen würdigen Rahmen in der Aussegnungshalle zu gestalten. Das ist ziemlich kostspielig, die Institute lassen sich diesen Service gut bezahlen.
  • Event-Agenturen stellen Lorbeerbäume auch gerne mal hinter Rednerpulten auf. Wer da spricht, ist auf alle Fälle wichtig – so zumindest die Deutung.

Mag alles gut und richtig sein. Ich habe einen Lorbeerbaum, weil ich seine Gestalt und seinen gesunden kräftigen Wuchs gerne mag. Das Beste ist für mich jedoch, das ganze Jahr über laufend frische Lorbeerblätter zu ernten. Zwischen Küche und Lorbeerbaum vor der Haustür liegen gerade einmal 5 Meter, die schaffe ich auch bei Kälte, Schnee oder Regen. Und Sie bestimmt auch.

Blüht echter Lorbeer auch?

Ja. Aber erst ab einem gewissen Alter und wenn die Pflege stimmt. Insbesondere die Überwinterung draußen löst scheinbar den Impuls zu blühen aus. Mein Lorbeer blüht jetzt zum 1. Mal. Lorbeer ist zweihäusig, das heißt, manche Exemplare sind weiblich, andere männlich. Die weiblichen befruchteten Blüten bilden später dunkle Beeren aus, die reich an Lorbeeröl (Oleum Lauri) sind.

So hübsch blüht echter Lorbeer

So hübsch blüht echter Lorbeer. Kleine, aber feine Blüten erscheinen, je nach Region, zwischen März und April.

Ist echter Lorbeer winterhart?

Ja. Ausgepflanzt übersteht echter Lorbeer problemlos Temperaturen bis minus 8-10 Grad.

Kann man Lorbeer im Kübel draußen überwintern?

Ja, allerdings sollte der Pflanzkübel dafür recht groß sein. Ein Jutesack um den Topf herum bietet zusätzlichen Winterschutz. Stellen Sie den Lorbeer an eine geschützte Stelle, beispielsweise dicht ans Haus auf der Terrasse. Aber vergessen Sie nicht, ihn an frostfreien Tagen zu gießen.

Schätzungsweise gehört der Lorbeer zu den Profiteuren des Klimawandels. Denn er hält Hitze und Sonne sehr gut aus, braucht nicht allzu viel Wasser und übersteht problemlos Temperaturen bis minus 8 Grad. Kälter wurde es in den letzten drei Jahren bei uns nicht. Wenn doch: Der kleine Baum wächst in einem größeren Baumcontainer und auf Rollen. Kündigt sich eine Wetterperiode mit sehr tiefen Temperaturen an, schiebe ich den Lorbeer einfach für die kurze Zeit in die Diele. Die Frostperioden sind hierzulande ja meist nur kurz, danach kommt der Lorbeer wieder raus vor die Tür.
Sie können Lorbeer auch in der Garage überwintern oder in einem kühlen Keller. Etwas lichtärmer darf er stehen, nur nicht stockfinster.

Die Blüten des Lorbeers wachsen dicht an den Trieben entlang

Die Blüten des Lorbeers wachsen in den Blattachsen der Triebe

Wie viel Wasser braucht Lorbeer?

Echter Gewürzlorbeer ist recht genügsam und verträgt Trockenheit sehr gut. Gießen Sie ihn durchdringend und es darf im Sommer auch Wasser im Untersetzer stehen bleiben. Gießen Sie aber erst wieder, wenn sich die Oberfläche trocken anfühlt.

Tipp: Unterpflanzen Sie Lorbeer in einem großen Pflanzgefäß mit Kapuzinerkresse oder Duftsteinrich. Beide Pflanzen zeigen Durst deutlich an und machen sich hübsch.

Wie und wann wird echter Lorbeer geschnitten?

Auf jeden Fall von Hand, Zweig für Zweig und nicht mit einer Heckenschere. Das würde nur braune, vertrocknete Blätter produzieren und hässlich aussehen.
Sie können Lorbeer einen lang gestreckten Kegel-Formschnitt verpassen oder ihn einfach natürlich wachsen lassen. Den Formschnitt schneiden Sie früh im Jahr im März. Er treibt danach wieder stark aus und bildet in guten Jahren 50 cm lange neue Triebe.

Kürzen Sie die neue gebildeten Triebe Mitte Juni und trocknen Sie die Blätter für die Küche – oder verschenken Sie sie an Freunde und Bekannte. Im Gewürzhandel sind Lorbeerblätter sehr teuer, Lorbeerblätter aus eigener Ernte schmecken besser, frischer, aromatischer – und liefern, wenn Sie alles richtig machen, Bio-Qualität.

Vor dem Einräumen ins Winterquartier können Sie Lorbeer bei Bedarf noch einmal schneiden, um Platz zu sparen.

Welche Schädlinge können bei Gewürzlorbeer auftreten?

Schildläuse befallen Lorbeer häufig, wenn sie in einem ungünstigen Winterquartier stehen. Sie erkennen das am klebrigen Belag auf den Blättern, Stielen und auf der Fläche rund um den Lorbeerbaum. Bitte verwenden Sie kein Gift! Entfernen Sie einfach befallene Triebe und Blätter. Waschen Sie die Pflanze gründlich mit Wasser ab und verbessern Sie den Standort. Lorbeer steht am besten das ganze Jahr draußen. Schildläuse mögen das ja gar nicht und wenn doch: Vögel holen sich auch diese Proteine.

Wie wird Lorbeer gedüngt?

Halten Sie Lorbeer möglichst mager, damit er nicht so oft geschnitten werden muss. Geben Sie ihm im Frühling einmal einen Langzeitdünger oder etwas Gehölz- oder Staudendünger und streuen Sie etwas frischen Humus auf den Boden. Wächst Lorbeer langsam, kommt dies dem Aroma der Blätter nur zugute.

Ausnahme: Wenn die Blätter gelblich werden, deutet dies auf einen Nährstoffmangel hin. Gießen Sie in diesem Fall mit flüssigem Blumendünger.

Grüne, spitz zulaufende, ledrige Blätter kennzeichnen den echten Gewürzlorbeer

Grüne, spitz zulaufende, ledrige Blätter kennzeichnen den echten Gewürzlorbeer

Wann und wie oft wird ein Lorbeerbaum umgetopft?

Junge Lorbeerbäume wachsen schneller als ältere. Schauen Sie sich den Topf von unten an. Wachsen Wurzeln aus den Wasserabzugslöchern heraus, wird es Zeit fürs Umtopfen.
Ältere Lorbeerbäume können drei bis vier Jahre im alten Topf bleiben. Danach entscheiden Sie, ob Sie ihn in einen größeren Baumcontainer umtopfen und damit das Wachstum forcieren möchten. Wenn ja, dann sollte das neue Pflanzgefäß 3-4 cm größer / breiter als der alte sein.
Möchten Sie dagegen die Form und die Größe des Lorbeers weitgehend erhalten oder zumindest das Wachstum begrenzen, dann topfen Sie den Lorbeer aus und beschneiden ringsherum seine Wurzeln. Anschließend kommt der Lorbeer mit frischer Kübelpflanzenerde zurück in sein bisheriges Pflanzgefäß.

Gießen Sie die frisch getopfte Pflanze gut an und stellen Sie sie für einige Tage, wenn möglich, etwas schattiger.

Wichtig: Verwechseln Sie echten Gewürzlorbeer (Laurus nobilis) bitte nicht mit dem sogenannten Kirschlorbeer (Prunus Laurocerasus). Kirschlorbeer ist hoch giftig! Und eine ökologische Katastrophe, die Sie auf keinen Fall pflanzen sollten. Warum? Das verrät Ihnen NABU.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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