Huch, die Bartiris kippt. Gestern stand die schöne Iris noch kerzengerade im Betonpflanzstein der Nachbarin, heute lag sie vorne über der Mauerkante. Was ist passiert?

Gute Frage. Denn die beliebte Bartiris (Iris Barbata), auch Schwertlilie genannt, ist eigentlich eine unkomplizierte, heimische Gartenstaude. Genau genommen, handelt es sich bei der Bart-Iris aber nicht um eine einzige Art, sondern um Kreuzungen verschiedener Iris-Arten. Das macht es für Gartenanfänger manchmal ein bisschen schwer, „seine“ Iris richtig einzuordnen und an die für sie optimale Stelle im Garten zu pflanzen.

Woran erkennen Sie eine Iris Barbata?

Die Bartiris fällt zunächst durch ihre schwertförmigen langen Blätter auf, durch die erhöht liegenden Wurzelrhizome und natürlich durch den namensgebenden „Bart“. Gemeint sind damit markante „Stoppeln“ auf dem oberen Teil der drei hängenden Blütenblätter. Die Bart-Iris wird zudem nach ihren Wuchshöhen eingeteilt. Es gibt kleinwüchsige (Barbata Nana), mittelhohe Bartiris (Barbata Intermedia) mit 40-60 cm hohen Blütenschäften und die Pracht-Iris mit ihren 80-120 cm hohen Stielen und opulenten Blüten (Elatior-Iris). Kippt eine Bartiris vor oder während der Blüte um, gibt es dafür immer einen triftigen Grund.

Bartiris in voller Schönheit

Eine alte Bartiris in voller Schönheit

Längst nicht jede Bartiris kippt einfach so um.

Das Schöne an der kleinen Bartiris ist: Sie kann nicht umfallen. Sie wächst am besten in einem Steingarten oder am Rand eines Beetes, das durch und durch sonnig und trocken sein darf. Der Boden darf und sollte richtig mager sein und beim Gießen dürfen Sie eine etablierte kleine Bart-Iris ruhig auslassen. Sie wächst von alleine, bildet rasch dichte Horste, die Sie nach zwei, drei Jahren teilen sollten, damit ihre Blühkraft nicht nachlässt.

Gleiches gilt für die mittelhohe Bartiris. Volle Sonne, ein trockener, magerer Boden gefallen ihr richtig gut . Sofern die Bart-Iris auch richtig gepflanzt wurde, so dass die Rhizome sichtbar AUF der Erde und nur die richtigen Wurzeln IN der Erde liegen, fällt mittelhohe Bart-Iris auch nicht um. Es sei denn, sie steht in einem Hangbeet. Ein Drama für alle, die nicht im Flachland leben und trotzdem schöne Bart-Iris im Garten haben möchten. Terrassieren Sie ein spezielles Iris-Beet, wenn Sie auf die schönen, eleganten Blüten trotzdem nicht verzichten möchten.

Ganz anders verhalten sich kopflastige Pracht-Iris mit weit über 80 cm hohen Stielen und opulenten schweren Blüten. Egal wie gut sie im Boden verwurzelt sind, egal ob Hanglage, zu feucht oder zu fett gepflegt: Die hohe Bartiris kippt leider sehr schnell um. Dagegen hilft nur einzelnes Aufbinden an Bambusstäben. Stiel für Stiel. Was leider mit sehr viel Mühe verbunden ist, sobald man eine gewisse Anzahl von Pflanzen hat.

Warum ist Ihre Bartiris umgefallen?

Bartiris fällt im Betonpflanzstein

Diese Bartiris steht leider in einem nach unten geschlossenen Betonpflanzstein und damit deutlich zu nass.

Welchen Standort braucht die Bartiris im Garten?

Der richtige Standort für Bart-Iris im Garten ist vollsonnig, heiß und eher trocken. Ist der Standort zu feucht, kann Wasser nicht abfließen oder ist er zu schattig, entwickeln sich schnell Pilzerkrankungen, die Stiele werden weich und die Iris fällt um. Der Boden muss immer sehr gut drainiert sein, damit Wasser stets ungehindert abfließen kann.

Soll die Bartiris in einem Hangbeet aufrecht wachsen, entscheiden Sie sich für kleine Sorten mit bis zu 20-30 cm Stielhöhe. Mittelhohe und hohe Bart-Irisse fallen schon bei leichtem Gefälle im Gelände um. Leider.

Unterscheiden Sie nach Bartiris-Sorten.

Welche Bartiris haben Sie gekauft? Welche Wuchshöhe steht auf dem Pflanzenetikett? Die hohe Pracht-Bartiris kommt leider nicht ohne Stütze aus.

Zu klein, um zu fallen. Eine kleine Bartiris im Hangbeet

Zu klein zum Umfallen. Eine kleine Bartiris in einem steilen Hangbeet

Die Bartiris kippt durch ungeeigneten und zu viel Dünger.

Auch dieser Pflegefehler kann ein Grund zum Umfallen sein. Düngen Sie kleine und mittelhohe Bartiris im zeitigen Frühling nur schwach. Lediglich die hohe Pracht-Iris braucht tatsächlich etwas mehr Dünger, um ihre opulenten Blüten zu entwickeln. Seien Sie dennoch sehr vorsichtig mit eigenem Kompost, da dieser oft viele Unkrautsamen enthält. Auflaufendes Unkraut ist zwischen den dicht wachsenden Horsten leider nur sehr schwer heraus zu bekommen. Düngen Sie daher mit einem organischen, kalibetonten Staudendünger.

Merke: Zu viel Stickstoff macht die Stiele der Bartiris weich.

Nach der Iris-Blüte ist vor einem gesunden Neuanfang.

Ihre schöne Schwertlilie ist gefallen, was nun? Schneiden Sie die Iris ab und freuen Sie sich über eine schöne Blüte für die Vase. Prüfen Sie: Steht die Staude tatsächlich am falschen Platz? Dann graben Sie die Pflanze komplett aus, kürzen alle Blätter auf etwa 10 cm und pflanzen Sie sie an ihren vollsonnigen Wunschplatz im Garten und halten Sie sich an die einfache Pflegeanleitung (siehe oben).

Video: Bezaubernde Iris im Garten von Nature to Print

Wir werden Bartirisse richtig gepflanzt?

Direkt nach der Blüte ist die beste Zeit, Schwertlilien zu pflanzen und zu teilen. Achten Sie darauf, nur die Wurzeln in die Erde zu setzen. Die knubbeligen Rhizome bleiben offen sichtbar auf der Erde. Das muss so sein. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich und machen Sie mit der Hacke einen großen Bogen um die Iris-Pflanzung. Einzelne Unkräuter holen Sie besser nur mit einem schmalen Wurzelstecher aus der Erde.

Im Schwesterblog nebenan erfahren Sie noch mehr über die Besonderheiten verschiedener Iris-Arten

Weitere Blumenbilder mit Bartiris und anderen Schwertliien

Hilfe, meine Bartiris kippt. Weshalb ist das so und was ist zu tun? | Keine Bartiris kippt ohne triftigen Grund. Liegt ein Pflegefehler vor oder wächst eine unpassende Iris-Sorte am falschen Standort? Die schönen Diven haben zwar keine großen Ansprüche, aber diese sollten Sie unbedingt kennen damit sie gesund, schön & aufrecht wachsen.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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