Dieses Jahr fanden Mini-Auberginen den Weg in meinen Topfgarten am Südhang. Warum? Pure Neugierde. Das Bild des Saatguthändlers zeigte lauter kleine Früchte an einem kompakten Strauch. Eine überschaubare Ernte mit Mini-Auberginen ist genau das, was ich in meinem Single-Haushalt und Selbstverbrauchergarten brauche. Sie auch? Dann lesen Sie weiter und lassen Sie sich von meinem Erfolg mit Mini-Auberginen inspirieren.

Woher stammen Auberginen?

Die Aubergine (Solanum melongena) stammt ursprünglich aus Ostasien. Die sogenannte Eierfrucht kam aber schon vor Jahrhunderten in den Mittelmeerraum und gehört dort, neben Tomaten und Paprika, fest zum mediterranen Speiseplan. Es gibt unfassbar viele Rezepte, Auberginen gut und lecker zuzubereiten. Tomaten und Paprika sind gute Partner, das gilt sowohl für die Gerichte, als auch im Garten.

Wie und wann werden Mini-Auberginen gesät?

Auberginen haben eine sehr lange Entwicklungszeit. Sie keimen langsam und wachsen anfangs ausgesprochen langsam. Das gilt sowohl für normal große Auberginen, als auch für Mini-Auberginen. Säen Sie daher Mini-Auberginen bereits Ende Februar/Anfang März in eine Pflanzschale mit keimfreier Aussaaterde.

  • Saattiefe: ca. 1 cm
  • Keimtemperatur 20-25°C
  • Keimdauer ca. 1-2 Wochen

Am zuverlässigsten gelingt die Aussaat in einem beheizten Mini-Treibhaus.

Gut zu wissen: Samen von Mini-Auberginen sind relativ teuer, daher lohnen sich m. E. die Kosten für ein beheiztes Mini-Treibhaus. Es dient ja nacheinander auch zur Anzucht anderer Sommerblumen (Echinacea purpurea) und Gemüse. In mein kleines Mini-Treibhaus passen drei Aussaatschalen (ehemalige Champignonschalen).

Wie und wann werden junge Auberginen pikiert?

Sobald sich die ersten richtigen Blätter entwickelt haben, pikieren Sie die Sämlinge vorsichtig und vereinzeln sie in 13er-Töpfe. Die Jungpflanzen müssen eine ganze Weile darin wachsen, darum sollte der Topf nicht zu klein sein. Kultivieren Sie anschließend die Jungpflanzen mit möglichst viel Licht auf einer sonnigen Fensterbank. Ab Mitte/Ende April beginnen Sie mit dem Abhärten und nach den Eisheiligen dürfen die Pflanzen dann endgültig raus in den Topfgarten bzw. in ihren Pflanzkübel.

Wie groß muss der Pflanzkübel für eine Mini-Aubergine sein?

Mini-Auberginen werden größer und buschiger als gedacht. Gönnen Sie daher jeder einzelnen Pflanze einen geräumigen Topf mit mindestens 15 Liter, besser 20 Liter Inhalt. Ich verwende gerne gebrauchte Baum-Container für den Anbau von Zucchini, Auberginen und Gurken. Denn je größer der Pflanztopf, desto weniger Gießstress für Sie und Trockenstress für die Pflanze. Stellen Sie jeder Auberginenpflanze einen stabilen Pflanzstab oder ein kleines, selbst gemachtes Rankgerüst aus Bambus zur Seite, denn sobald die Pflanze erst einmal Früchte trägt, braucht sie Unterstützung.

Wo ist der beste Standort für Mini-Auberginen?

Naturgemäß lieben alle Auberginen Sonne und Wärme. Suchen Sie sich also einen sonnigen, warmen, aber zugleich auch luftigen Standort für Ihre Mini-Auberginen. Vor einer sonnigen Hauswand, auf dem Balkon oder in einem geschützten Bereich des Gartens. Wenn keine pralle Mittagssonne auf die Pflanzen trifft, schadet das sicher nicht. Eher im Gegenteil.

Erste Auberginen sind ab Ende Juli reif - zusammen mit Datteltomaten

Erste Auberginen sind ab Ende Juli reif – zusammen mit Tomaten

Wie Sie eine Mini-Aubergine pflegen

Auch Mini-Auberginen entwickeln sich zu kräftigen, ca. 60-80 cm großen Pflanzen. Tägliches Gießen ist bei Hitze im Sommer Pflicht. Dazu düngen Sie am besten mit flüssigem, kalibetonten Tomatendünger. Nicht nur Topf- Auberginen brauchen alle 14 Tage eine kleine Düngergabe, auch ausgepflanzte Auberginen brauchen einen nährstoffreichen Boden. Sie sind Starkzehrer, wie Tomaten.
Wer will, und besonders große Früchte ernten möchte, geizt Seitentriebe aus und belässt nur 3-4 Triebe an einer Pflanze. Ich habe meine Mini-Auberginen nicht ausgegeizt, sondern mich über enorm viele, wenn auch eher kleine Früchte gefreut. Frei nach dem Motto: Je kleiner, desto feiner.

Gartentipp: Auberginen sind Windbestäuber. Wenn die Pflanze blüht, aber keine Früchte ansetzt, schütteln Sie zur Mittagszeit am Haupttrieb, damit der Pollen besser fliegen kann. Oder stellen Sie einen Bienenmagneten, wie beispielsweise einen blühenden, rotlaubigen Basilikumstrauch in unmittelbarer Nähe auf.

Welche Krankheiten können bei Auberginen auftreten?

Wenn der Standort für die Aubergine nicht optimal ist, kümmert sie. Steht sie zu nass, können die Wurzeln faulen. Steht sie zu kalt, stockt ihr Wachstum. Zusätzlich kann in heißen, trockenen Sommern Mehltau die Blätter befallen. Sammeln Sie stets kranke Blätter ab und vernichten Sie sie im Hausmüll. Doch solange Mehltau nicht überhandnimmt, schadet er der Pflanze nicht. Ansonsten hilft gegen Mehltau auch das mehrmalige Besprühen mit Milch-Wasser-Gemisch (100 ml frische Vollmilch/900 ml Wasser). Milch-Wasser hilft auch gegen Mehltau an Gurken oder Zuccini.

Gartentipp: Um Pilzerkrankungen zu vermeiden, gießen Sie den Wurzelbereich, nicht die Blätter! Gießen Sie außerdem mit abgestandenen Wasser und am besten mit Regenwasser.

Wann sind Mini-Auberginen reif?

Mini-Auberginen verstecken sich unter ihren großen Blättern. Verpassen Sie nicht, den besten Zeitpunkt sie zu ernten.

Wann sind Mini-Auberginen reif?

Mini-Auberginen sind immer für eine Überraschung gut. Die ersten Früchte verstecken sich gerne unter den großen Blättern. Sie wachsen sehr nah am Stiel und werden dort im Schatten rasch übersehen. Also schauen Sie rechtzeitig etwas genauer hin und freuen Sie sich ab Juli über wunderschöne, violette, glänzende Mini-Auberginen.

Einzelne Mini-Auberginen werden bis zu 150 Gramm schwer, können aber schon etwas früher geerntet werden. Die Ernte läuft bis Ende September/Anfang Oktober. Knipsen Sie ab Anfang September die Blüten ab. Das fördert die Reife der übrigen Früchte. Neue Früchte würden so spät ohnehin nicht mehr reifen.

Mini-Auberginen ernten im Oktober. Extra lange Freude an frischem Gemüse aus dem Garten.

Mini-Auberginen ernten im Oktober. Freuen Sie sich bis in den Herbst auf frisches Gemüse aus dem Garten.

Ernten Sie Mini-Auberginen solange sie knackig, glänzend und eine kräftige violette Farbe haben. Zu alt gewordene Früchte werden blass oder sogar braun und schmecken nicht mehr gut. Ein Fall für den Kompost.

Tipp: Unreife Auberginen sind leicht giftig bzw. unbekömmlich. Schneiden Sie die Frucht auf und prüfen Sie die Samen: Die Frucht ist reif, sobald die Samen Farbe zeigen.

Was tun, mit so vielen Auberginen?

Das haben Sie nun davon: Ihre Mini-Auberginen sind reif und Sie haben plötzlich mehr Früchte, als gedacht. Neue Züchtungen von Mini-Auberginen sind bitterfrei und müssen vor dem Kochen weder gesalzen noch gewässert werden. Das spart Zeit. Testen Sie dennoch schon beim Schneiden, ob Ihre Mini-Aubergine tatsächlich bitterfrei ist. Wenn ja, dann ab mit ihr in die Pfanne.

Gemüsepfanne quer durch den Gmüsegarten mit Mini-Auberginen und Couscous

Gemüsepfanne quer durch den Gemüsegarten mit Mini-Auberginen, Zucchini, Paprika und Couscous

Mein schnellstes Rezept für Mini-Auberginen

Die kleinen Früchte eignen sich nicht zum Füllen, wohl aber für allerlei gemischte Gemüsepfannen quer durch den Garten:

  • Schneiden Sie Tomaten, junge zarte Zucchini, Paprika, Mini-Auberginen und Champignons in mundgerechte kleine Stücke.
  • Geben Sie etwas Zucker über die gewürfelten Tomaten, das verbessert ihr Aroma.
  • Braten Sie zunächst in Butter oder Öl Auberginen und Champignons in einer weiten Pfanne an und geben Sie anschließend fein gewiegte Schalotten und klein geschnittenen Knoblauch dazu.
  • Fügen Sie nun die Tomatenwürfel hinzu
  • dünsten Sie alles für etwa 10-12 Minuten auf kleiner Flamme.
  • Würzen Sie mit Salz, Pfeffer, Chilli, Tomatenpesto (Napoli), Kapern und Balsamico-Essig nach Geschmack.

Das passt dazu: Wahlweise Reis, Risotto, Nudeln in jeglicher Form oder auch Couscous.

Guten Appetit!

Gemüsepfanne quer durch den Gemüsegarten mit Mini-Auberginen, Zucchini, Paprika und Couscous

Diese leckere und variable Gemüsepfanne mit Couscous ist in nur 15 min auf dem Teller. Gemüse frisch aus dem Garten schmeckt natürlich am besten und enthält noch alle Vitamine.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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