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Warum Cannabis im Garten
Cannabis aka Hanf gehört zu den Hanfgewächsen Cannabaceae und wird seit mehr als zehntausend Jahren kultiviert. Die vielseitige Nutzpflanze liefert Fasern für Seile, Papier und Stoffe, Öl und essbare Samen. Die getrockneten Blätter werden zu Tee, er soll Krämpfe lösen, Schmerzen lindern und beruhigen. Es gibt viele Gründe, die für den Anbau sprechen, doch gilt das auch für Cannabis im Garten? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Und was ist gesetzlich erlaubt?

Cannabis im Garten ist kein Mohn, der von alleine wächst und blüht wo er will
Cannabis im Garten wächst von alleine. Wie das?
Viele Vogelfuttermischungen enthalten Hanf-Saat. Es ist also nicht weiter verwunderlich, wenn unter einer Vogelfutterstelle ab Mai zahlreiche Hanfsämlinge erscheinen. Seien Sie beruhigt: Es handelt sich dabei um Hanf ohne nennenswerte Anteile an CBD und THC. Sie können diese Hanfsämlinge bedenkenlos wachsen lassen, aber „schön“ sind die Pflanzen nicht. Selbst Vogelliebhaber sollten eher fertiges gutes Wildvogelfutter kaufen, als Hanf aka Cannabis im Garten zu ziehen. Hirse im Gemüsebeet wäre eine Alternative.

Pfefferminztee wächst viel einfacher als Cannabis im Garten und wirkt ebenfalls beruhigend oder belebend. Der Rausch bleibt allerdings aus. Zum Glück!
Cannabis im Garten, im Gewächshaus oder auf dem Balkon
Hanf wächst sehr einfach im Garten. Die Sämlinge keimen innerhalb einer Woche und wachsen danach zügig weiter. Es kommt allerdings auf die Sorte und Herkunft an. Die Unterart C. ruderalis liefert bereits innerhalb kürzester Zeit erntereife Blüten.
- Damit das Keimen sicher gelingt, empfehlen Experten feminisierte Cannabis-Samen zwischen zwei feuchten Tüchern oder im Wasserglas über Nacht vorzukeimen. Diese Methode kennen viele bestimmt von der Anzucht von Bohnen, Trichterwinde oder Kapuzinerkresse.
- Keimtemperatur: 20 – 24 °C
- Topfen Sie die Sämlinge in 1-2 Liter große, saubere Blumentöpfe. Hygiene ist sehr wichtig bei der Aussaat. Verwenden Sie keimfreie Aussaaterde.
- Direktsaat draußen ist möglich ab Ende Mai, ist aber nicht sinnvoll. Cannabis braucht viel Wärme, Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit, ähnlich wie bei der Anzucht von Tomaten oder Cilli auf dem Fensterbrett.
- Standort draußen: Volle Sonne, warm, vor Wind (und vor Blicken) geschützt. Wer Tomaten kultivieren kann, könnte auch Cannabis erfolgreich kultivieren.
- Boden: nahrhafter, lockerer Gartenboden ohne Staunässe.
- Düngen: Cannabis ist ein Starkzehrer, braucht regelmäßige Düngergaben und muss bei Trockenheit gegossen werden.
- Wuchshöhe je nach Sorte: 1,25 bis 3 m
- Cannabis ist einjährig, muss also jedes Jahr ab Mai neu gesät werden.
- Kulturzeit von der Aussaat bis zur Ernte: Hanf wird idealerweise im Mai gesät und im Oktober geerntet. Die Blüten bilden sich ab August.
Ist Cannabis im Garten erlaubt?
Seit April 2024 dürfen Erwachsene (über 18) maximal 3 weibliche Pflanzen kultivieren. ABER der Standort muss geschützt sein vor den Blicken der Öffentlichkeit und vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen. Sie brauchen also guten Sichtschutz oder, noch besser, ein Gewächshaus. Dort haben Sie noch die beste Kontrolle über Ihre Pflanzen.
Der Anbau im Haus ist auch möglich, erfordert jedoch noch mehr Kenntnisse und kostet sehr viel Strom. Sie brauchen spezielle Pflanzenlampen und eine regelbare Heizung und noch viel mehr.
Für das Endprodukt Haschisch aka Gras gelten viele Vorschriften und Regeln, die Sie bitte selbst nachlesen.
Legale Verwendung von Hanf
Es gibt Nutzhanf und Medizinal-Hanf.
- Aus Nutzhanf werden Seile, Textilien, Papier, Dämmstoffe, Cremes, ätherische Öle und Speiseöle hergestellt.
- Medizinalhanf enthält CBD (Cannabidiol wirkt beruhigend) und THC (Tetrahydrocannabinol wirkt berauschend) und wird beispielsweise bei schweren Erkrankungen zur Schmerztherapie verwendet.
Im Spezialhandel können Sie Cannabis-Samen gezielt nach der gewünschten Wirkung online bestellen.
Woher stammt Hanf?
Ursprünglich kommt Hanf / Cannabis aus Zentralasien, wächst inzwischen jedoch weltweit.
Zusammenfassung Cannabis im Garten
Hanf ist eine interessante Nutzpflanze für Liebhaber. Der Anbau im Garten kann in warmen Sommern gelingen, braucht aber auch Fingerspitzengefühl und gutes Ausgangsmaterial. Feminisiertes Saatgut, Sauberkeit beim Keimen, gute Pflanzerde, Pflege, Kontrolle und ein perfekter Standort gehören dazu. So einfach wie die Anzucht von Gemüse oder das Vorziehen von Blumen oder Stauden ist die Sache nicht.
Cannabis ist eben kein Mohn, der von alleine wächst und blüht wo er gerade will. Aber genau das wollen Sie vielleicht? Dann viel Erfolg und bitte berichten Sie.

Jiaogulan, Kraut der Unsterblichkeit, senkt Blutdruck, Blutzucker, tut gut, ohne zu schaden. Die Pflanze ist mehrjährig und wächst im Schatten und Halbschatten. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das getrocknete Kraut wie Ginseng verwendet und als Tee getrunken.
Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.




