Das sind vermutlich die letzten Buschbohnen des Jahres, die ich am Wochenende im Topfgarten geerntet habe. Zusammen mit einem kleinen Putensteak und Rösti entstand daraus ein leckeres Sonntagsessen. So weit auch so gut. Aber die Ernte 2020 war, sagen wir es mal so, bescheiden. War schlechtes Saatgut schuld an der Misere, das Wetter oder billige Pflanzerde?

Warum laufen Buschbohnen so schlecht dieses Jahr?

Dieses Jahr lief es mit meinen Buschbohnen nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Der Mai war zu kalt und zu nass, die ersten Bohnen vergammelten und liefen nicht auf. Die zweite Saat ging auch nur sehr schleppend auf und wollte danach ewig nicht so recht vom Fleck. Da half auch kein Gießen und Hätscheln. Von 10 gelegten Bohnen im Topf gingen maximal ein Drittel auf. Ein echtes Jammerspiel.

Gleiches Spiel beim Neuseeländer Spinat. Die erste Saat lief nicht auf, die zweite dauerte wochenlang, bis sie keimte und danach wuchsen die Pflanzen sehr langsam. Erst eine Kopfdüngung legte den Schalter um und der Spinat wuchs endlich. Groß ist die Ernte dennoch nicht ausgefallen. Ich vermute Theorie 1 als Ursache dafür.

Drittes Beispiel Gurken. Snackgurken für drei Haushalte gesät. Zwei Pflanzen liefen von Anfang an gut. Sechs Pflanzen kümmerten und vertrugen die kühlen Mainächte nicht. Andere Sorte von einem anderer Hersteller nachgesät, erst danach liefen die Snackgurken der anderen. Nur meine eigenen nicht. Da kommt erneut Theorie 1 ins Spiel.

Getrocknete Mini-Tomaten, in Sonnenblumenöl eingelegt. Ideal für Pfannengerichte mit Nudeln und buntem Gemüse.

Tomaten. Eine Mogelpackung, aber wenigstens mit reicher Ernte. Was der Saatguthändler online und im Katalog zeigt, nämlich Cherry-Tomaten für den Pflanzkübel und für die Blumenampel, sind in Wahrheit Johannisbeer-Tomaten mit Hang zum Wildwuchs. Irre. Leckere Früchte in Massen, aber mühsam zu ernten und die Pflanzen echt schwierig zu bändigen. Aber okay. Ich will ja nicht über alles meckern. Meine Mini-Tomaten sind längst getrocknet oder zu Soße verarbeitet und in Miniportionen für Pizza und Spagetti-Sauce eingefroren. Nächstes Jahr säe ich sicher eine andere Tomatensorte.

Winzige Tomaten, aber in Massen und sehr aromatisch.

Winzige Tomaten, aber in Massen und sehr aromatisch.

Woran liegt es, wenn Saatgut nicht läuft?

  1. Theorie: Am Saatgut selbst? Mein bisheriger Saatguthändler, bei dem meine Familie bereits seit den 1970er-Jahren bestellt, ist nach dem Generationenwechsel auch nicht mehr das, was er mal war. Früher bekam ich dort immer gutes Saatgut, neue und bewährte, alte Sorten. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Denn das Problem mit den schlecht auflaufenden Samen beobachte ich schon sein bestimmt fünf Jahren. Wirklich schade um diese bekannte Versandgärtnerei. Der Wechsel zur Online-Gärtnerei war taktisch sicher richtig, aber offensichtlich mit heißer Nadel gestrickt. Die Qualität ist auf der Strecke geblieben. Vielleicht mangelt es aber auch nur an guten Zulieferern, die die gewünschten Bestellmengen termingerecht liefern können. Wenn dann auch noch der Preisdruck dazukommt … kommt Mist dabei heraus.
  2. Theorie: Am Wetter? Dieses Jahr war der Sommer ein Schaukelsommer. Ja, der Mai war zu kalt und zu nass aber dann war nur der August zu heiß für meinen Geschmack. Von Ende Mai bis Ende Juli hat es den meisten Blumen (bis auf Dahlien und Kapuzinerkresse) in meinem Garten durchaus gefallen. Überhaupt wird das Gemüse im Topfgarten ja immer gegossen. Täglich. Am fehlenden Regen konnte es wirklich nicht liegen.
  3. Theorie: An der billigen Pflanzerde? Sie war im Frühling ein Sonderangebot meiner regionalen Gärtnerei. Vom selben Hersteller hatte ich schon öfter Pflanzerde verwendet und war bislang durchaus zufrieden mit der Qualität, aber das Sonderangebot war einfach nur billiger Mist. Das beichtete mir später sogar der junge Gärtner persönlich. Sehr ärgerlich. Warum hat er mich nicht gleich gewarnt? Er kennt doch meine Ansprüche an Qualität. Ich verstehe es einfach nicht und bin enttäuscht. Nicht nur wegen der mageren Ernte … aber lassen wir das und schreiben wir den Fehler auch hier dem Wechsel der Geschäftsleitung zu. Der Jungunternehmer kann vermutlich auch noch keine guten von schlechten Angeboten unterscheiden. Billig allein, ist nicht alles. Bislang treue Kunden finden das sicher nicht gut.

 

Fazit: Aus Erfahrung wird man klug. Nächstes Jahr spare ich gewiss nicht mehr an der Erde für meine Pflanzen. Und Saatgut kaufe ich ab sofort woanders. Die Liste der Anbieter ist schließlich lang und vielseitig.

Immerhin blühen jetzt noch ein paar Buschbohnen und kleine Böhnchen hängen auch noch dran. Vielleicht kann ich ja in 1-2 Wochen doch noch ein paar Böhnchen ernten. Lecker wäre das.

 

 

Buschbohnen im Topf: Viele Ernten, kaum Mühe.

 

 

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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