Pläne für die neue Gartensaison

Gepostet in Gartenpraxis aktuell

Juckt es Ihnen auch schon in den Fingern? Der Garten ist derzeit zwar leicht eingeschneit aber hier und da spitzen schon die ersten Frühlingsboten heraus. Angestachelt von bunten Gartenkatalogen füllen sich Einkaufslisten, Wunschlisten und Listen mit neuen Gartenideen. Sie aufzuschreiben, tut richtig gut.

Noch besser ist es jedoch, das letzte Gartenjahr Revue passieren zu lassen. Was hat gut geklappt und was nicht. Und was habe ich persönlich daraus gelernt. Das ist doch der entscheidende Punkt bei alledem: Lernen vom täglichen Tun. Das hat sich auch Karin Lugerbauer gedacht und stellt aktuell in ihrem Blog zehn Dinge vor, die sie dieses Jahr im Garten besser machen möchte. Da sind so einige Punkte dabei, die ich ebenfalls schon länger beherzigen will. Nicht immer mit Erfolg. Deswegen steht in der neuen Gartensaison auch das bessere Protokollieren auf dem Plan – aus guten Gründen.

Mehr aufschreiben, weniger vergessen.

Ich bin inzwischen über fünfzig und merke zunehmend meine Vergesslichkeit. Im Alltag ist das kein Problem. Aber mal angenommen ich müsste resümieren, ob ich letztes Jahr im Herbst die Blumenzwiebeln beim Setzen gleich mit Dünger versorgt habe oder nicht, wird’s schon schwierig. Dabei wäre es gerade jetzt so wichtig, das zu wissen.


Wohin habe ich diese oder jene Tulpenzwiebeln gesteckt? Schon wieder so eine Frage, auf die ich auf die Schnelle nicht immer eine Antwort weiß. Dabei habe ich mir fest vorgenommen, in jedem Beet einer anderen Farbe den Vorzug zu geben. Doch zur Pflanzzeit im Herbst bin ich mir längst nicht mehr sicher, welche Farbe wo steht bzw. stehen sollte. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass im Laufe der Jahre meine drei wichtigsten Tulpenbeete allesamt kunterbunt bestückt sind. Das ist zwar auch schön, war aber nie so geplant.

Buntes Tulpenbeet

Buntes Tulpenbeet im Hang

Mehr planen aber dem Zufall dennoch genügend Platz einräumen.

Früher galt für mich: Egal was, egal wo, Hauptsache es grünt und blüht. Heute sehe ich das ein bisschen anders. Ich setze Pflanzen nicht mehr irgendwo hin, wo gerade Platz für sie ist, sondern plane und pflanze am liebsten Kombinationen. Am Rosengerüst im hinteren Garten und im Beet davor herrschen rosa, pinke und weiße Farbtöne vor. Vor der hellgelben Hauswand an der Südseite finden dafür kräftiger gefärbte Rosen und ihre Begleiter Platz.

Das heißt aber nicht, dass der Zufall keine Chance mehr hat. Im Gegenteil. Wenn dann plötzlich im weißen Beet eine einzelne orange Blüte erscheint, leuchtet diese umso mehr. Deswegen darf eine freche Ringelblume dort auch stehenbleiben, wenn sie es denn bis hin zum weißen Beet geschafft hat.

Gleiches gilt fürs westliche Stauden- und Rosenbeet, das eigentlich in Rosa, Pink und Aprikot blüht. Lila und weiße Alliumblüten dürfen und sollen dort trotzdem erscheinen. Was sie auch tun – jedes Jahr mehr.

Den Garten einfach einfacher gestalten.

Erklärtes Ziel meiner großen Umstrukturierung war es, den Garten einfacher zu gestalten. Schließlich werde ich nicht jünger und wie beschwerlich Gärtnern im Altern sein kann, erlebte ich zuletzt bei meiner Mutter. Sie wurde nur 79 und ihre letzten fünf Jahre genoss sie ihren Garten nur noch liegend vom Sofa aus. Wenn überhaupt.

Blumen, die ständig gehätschelt werden müssen, haben in meinem Garten keine Chance mehr. An meinem sonnigen Südhang müssen Pflanzen mit dem zurechtkommen, was vorhanden ist. Auch Trockenperioden müssen überstanden werden ohne dass ich zum Büttel der Gießkanne werde. Nichts gegen Gießen aber bitte nicht täglich bis zum Umfallen. Gut eingewachsene Rosen und Stauden überleben Trockenzeiten, wenn die Beete einmal wöchentlich durchdringend gegossen werden, muss das reichen. Kübelpflanzen davon abgesehen.

Rosa Diptam im Präriebeet

Rosa Diptam im Präriebeet

Den Garten nach oben hin vergrößern.

Das größte Drama meines Gartens ist: Er ist viel zu klein. Im Grunde gibt es nur ums Haus herum schmale Beete und hinten schließt sich eben eine große Wiese an. Es gibt keinen Platz für echte Gartenräume. Abgeschiedenheit und Privatsphäre verdanke ich der Ortsrandlage und weil das Grundstück tatsächlich weit weg vom Schuss liegt.

Die Grundstücksgrenze zur Straße hin ist aufgeschüttet und wird begrenzt durch eine Gartenmauer. Der anschließende Hanggarten ist zweifach terrassiert. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie exponiert und heiß es dort im Sommer ist. Deswegen kommen jetzt endlich Bäume ins Spiel. Im Herbst pflanzte ich zur Ergänzung der vorhandenen Blütenhecke aus Hibiskus, Strauchrose Frühlingsduft, Säulenzierapfel und Kerria eine Eberesche und eine Säulenkirsche und erhoffe mir davon im Laufe der Jahre mehr Schatten und Sichtschutz.

Rosa Wolken aus Zierapfelblüten

Rosa Wolken aus Zierapfelblüten

Ginge es nach mir, müsste es in meinem Garten noch weitere Bäume geben, schon wegen der Vögel. Doch wohin damit? In diesem Video werden in einem schmalen englischen Handtuchgarten gleich sechs Hochstammbäume in eine Reihe gesetzt. Zur Unterteilung des langen Gartens, wohlgemerkt. In England gibt’s vermutlich keine Grenzabstandsgesetze, die so etwas wie bei uns verbieten?


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