Alle lieben schöne Rosen, aber kaum treiben sie im Frühjahr aus, sitzen auch schon Blattläuse auf den Triebspitzen. Die Viecher können einem den Spaß an der Königin der Blumen verderben. Manche greifen sogar zur Giftspritze, um Läuse an Rosen loszuwerden. Halt, halt, es gibt viel bessere Methoden. Giftfrei, natürlich und sogar nützlich für die Umwelt. Bleiben Sie entspannt!

Romantische Austin-Rose Redoute mit zartrosa Blüten
Inhaltsverzeichnis
Wie kommen Läuse an Rosen?
Läuse überwintern als Ei. Gut getarnt, klein und unauffällig, harren sie irgendwo versteckt auf dem Rosenstock, in Ritzen oder im Boden und warten auf bessere, sprich wärmere Zeiten. Diese erste Läusegeneration heißt Fundatrix und sie sind die Mütter einer Läusekolonie. Diese Generation pflanzen sich ohne Sex fort, was praktisch, schnell und einfach ist. Keine Männer, kein Stress für die Laus. Im Frühling sehen wir somit lauter weibliche Läuse, die sich rasch entwickeln und fleißig vermehren.
Wird es in der Kolonie zu eng, entwickeln sich beflügelte Blattläuse. Sie fliegen los und suchen sich einen neuen Wirt, um ihre Eier abzulegen. Rosen gehören zu ihren Lieblingswirtshäusern, denn junge saftige Triebe sind genau das Richtige für Babyläuse. Neben Rosen befallen Blattläuse auch gerne junge Triebspitzen von Clematis, Dahlien, Hibiskus, Holunder oder Obstbäumen.
Wie verschenken Sie spontan tolle Rosen?
Sie verschenken gerne Rosen, aber der Garten gibt gerade noch keinen richtigen Rosenstrauß her? Es ist ja nicht immer Rosenzeit im Garten und überhaupt sind Gartenrosen nicht zu vergleichen mit Rote Rosen vom Floristen. Schnittrosen sind besondere Sorten. Darauf gezüchtet, lange Blütenstiele hervorzubringen und makellose Blüten. Oft werden sie in Afrika in großen Rosenplantagen gezogen und dann per Luftfracht zu uns gebracht.

Bunter Rosenstrauß aus dem eigenen Garten mit Kletterrose Ghislaine de Felingonde, Frauenmantel und einjährigem Rittersporn
Meine Gartenrosen punkten dagegen mit Duft und vielen Blüten an einem Stiel. Insbesondere Rosensorten mit offenen, ungefüllten Blüten sind bei Bienen und anderen Insekten sehr begehrt.
Wozu sind Blattläuse überhaupt nützlich?
Jede Laus hat ihren Platz im Ökosystem, zu dem auch ein Garten gehört. Kleine Singvögel, wie Meisen oder Rotschwänzchen lieben Läuse und füttern ihre Küken mit dieser proteinreichen Nahrung. Doch damit nicht genug: Es gibt etliche Nützlinge, die nur darauf warten, eine Läusekolonie zu entdecken und genüsslich zu vertilgen oder an ihren Nachwuchs zu verfüttern: Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen.

Gartenrotschwänzchen füttert ihr Küken gerne mit Blattläusen
Wie kommen Nützlinge in den Garten?
Das Wichtigste ist, kein Gift im Garten zu verwenden. Verzichten Sie auf Spritzmittel gegen saugende Insekten, aber auch auf andere Spritzmittel. Verwenden Sie auch kein Spülmittel oder andere „Hausmittel“. Diese Produkte schaden der Umwelt, dem Geldbeutel und sind kontraproduktiv. Spritzmittel unterscheiden nicht zwischen Nützling und Schädling. Sie killen einfach alle Insekten. Dadurch haben Sie nichts gewonnen, denn Blattläuse vermehren sich rasend schnell und bis sich erneut Nützlinge einstellen, dauert es immer ein bisschen.
Sie können Nützlinge wie Florfliegen- oder Marienkäferlarven auch im Internet bestellen. Gute Gärtner setzen sie gerne im Gewächshaus ein. Sie können das natürlich auch, sofern Sie ein Gewächshaus haben.
Gestalten Sie Ihren Garten vogelfreundlich. Meisen und andere kleine Singvögel sind mächtige Läusekiller. Nebenan erkläre ich, was Sie tun müssen, um Vögel das Jahr über sich „arbeiten“ zu lassen. Es ist ganz einfach und macht auch noch Spaß.
Welche guten Mittel wirken gegen Läuse an Rosen?
Es gibt natürlich Fälle, in denen man totunglücklich über Läuse an Rosen ist. Wenn Sie nicht warten können, bis Nützlinge oder Vögel den Job übernehmen, nehmen Sie einfach den Gartenschlauch zur Hand. Halten Sie eine Hand hinter den verlausten Rosentrieb und spritzen Sie die Läuse einfach mit Wasser ab.
Sie können die Viecher auch mit den Fingern abstreifen. Heruntergefallene Läuse kennen den Weg nicht zurück, denn sie sind ja oben an der Triebspitze aus dem Ei geschlüpft.
Wie bleiben Rosen ohne Läuse den ganzen Sommer über?
Fördern Sie Nützlinge und Vögel
Säen oder pflanzen Sie Kapuzinerkresse zwischen Rosen und anderen Blattlaus-Lieblinge wie Dahlien, Kirschbäume, Holunder, Clematis und anderen Hotspots. Läuse lieben dieses würzige, überaus nützliche und gesunde Kraut und siedeln sich bevorzugt an den Trieben der Kapuzinerkresse an. Das ist kein Fehler, sondern ein Vorteil – denn dafür verschonen Blattläuse alles andere.

Läuse an Rosen einfach vertreiben / bekämpfen mit Kapuzinerkresse
Läuse an Rosen werden in einem vielseitigen Garten nie zur Plage
Unterpflanzen Sie Rosen mit Stauden, Sommerblumen und Bodendeckern. Vielfalt schützt auch vor Läusen und macht den Garten attraktiv für alle.
Ändern Sie die Perspektive auf Läuse. Denken Sie nicht an Schädlinge, sondern betrachten Sie die Laus einfach als Lebendfutter und schon ist alles gut. Kein Stress, keine Kosten, kein Schaden für die Umwelt. Als Rosenfreundin wird Ihnen das sicher gefallen? Schreiben Sie gerne einen Kommentar, welche Erfahrung Sie mit Läusen an Rosen und anderen Pflanzen gemacht haben.
Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.




