Das Sonnenauge, bot. Heliopsis, begeistert alle. Warum? Weil sie den ganzen Sommer über blüht und auch bei Hitze damit nicht nachlässt. Das ist schon erstaunlich, denn viele andere Stauden und Sommerblumen stellten in den Hitzejahren 2018, 2020 und 2022 das Blühen ein oder bleiben ihrem normalen Wachstum weit zurück. Nicht so das großartige Sonnenauge. Die imposante Prachtstaude blüht unermüdlich von Juli bis Ende September, solange nur der Boden nahrhaft ist und auch während Hitzeperioden nicht völlig austrocknet.

Prachtstaude Sonnenauge | Video

Warum Heliopsis, das Sonnenauge pflanzen?

Heliopsis bilden imposante Blütenbüsche. Manche Sorten bleiben nur etwa 70 cm klein, andere knacken in guten Jahren sogar die 140 cm-Marke. Meine Heliopsis helianthoides var. Scabra ‚Venus‘ schafft gut 140 cm und sieht einfach wunderbar aus. Die Fernwirkung ihrer zahlreichen sonnengelben ungefüllten Blüten ist enorm. Das Sonnenauge setzt wie ein gigantischer Blumenstrauß weithin leuchtende, sonnige Akzente ins Blumenbeet.

Es gibt Sonnenaugen mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Eine gut sortierte Staudengärtnerei führt sicher verschiedene Sorten Heliopsis, fragen Sie und lassen Sie sich beraten. Oder fragen Sie eine Gartenfreundin im Herbst oder im Frühling nach einem Ableger. Auf diese Weise habe ich meine Pflanze auch bekommen, worüber ich mich jedes Jahr aufs Neue freue.

Welchen Standort braucht das Sonnenauge?

  • Gut genährter Gartenboden, gerne auch Lehmboden
  • Sonnige bis halbschattige Lage

Meiner Erfahrung nach wächst Heliopsis hervorragend in einem halbschattigen West- oder Ostbeet. In voller Südlage braucht die Staude, im Gegensatz dazu, wesentlich mehr Wasser.
In einem mageren, kiesigen Boden kümmert die Pflanze, blüht weniger und welkt vorzeitig, trotz regelmäßiger Wassergaben.

Wie wird die Staude gepflegt?

  • Schneiden Sie im Spätherbst, Winter oder im Vorfrühling alle Blütenstiele bodennah ab.
  • Düngen Sie einmal im März und ein zweites Mal Mitte Juni mit einem guten Staudendünger, Kompost oder mit Hornspänen. Verwenden Sie kein Blaukorn.
  • Schneiden Sie zeitnah und regelmäßig Verblühtes ab. Dadurch entwickeln sich den ganzen Sommer über zahlreiche neue Knospen und Blüten aus den Seitentrieben heraus.

Muss man das Sonnenauge stützen?

Das kommt auf Standort (windig, Hanglage) und die vorgenommene Düngung an. Ich lasse das Sonnenauge in ein quer liegendes, großes, dunkelgrünes Staudengitter aus Metall hineinwachsen. Das Gitter ist später unsichtbar. Ein ähnliches Gitter verwende ich auch für Hortensie Annabelle. Ein paar Mondstützen um die Staude herum gestellt, hält die starken Blütenstiele ebenfalls beisammen. Im Grunde genommen ist das Sonnenauge in ebenen Beeten jedoch sehr standfest und braucht dort auch keine Stützen.

Bekommt die Pflanze jedoch zu viel Stickstoff (z. B. durch Blaukorn), werden die Triebe weich und verlieren an Standfestigkeit. Düngen Sie daher besser mit einem ausgewogenen, guten Staudendünger oder mit Hornspänen. Achten Sie dabei unbedingt auf die Mengenangaben auf der Packung.

Wenn Sie haben, geben Sie im Herbst oder Frühling eine Schaufel Kompost auf den Wurzelbereich.

Geliebtes Sonnenauge, imposante Prachtstaude mit enormer Fernwirkung

Das Sonnenauge macht sich auch in der Vase gut und hält gute zwei Wochen

Welche Pflanzpartner begleiten Sonnenaugen?

In meinem „gelben Beet“ wachsen Rudbeckien / Gelber Sonnenhut in unmittelbarer Nachbarschaft und zu ihren Füßen breitet sich Lungenkraut aus. Die grasartigen Blätter einer Wiesen-Iris und Taglilien begleiten die Staude ebenso. Diese Stauden blühen früher und machen dann Platz für den imposanten Auftritt des Sonnenauges.
Staudensonnenblume Lemon Queen, Eisenhut (Vorsicht giftig), hoher Rittersporn oder weißer Phlox David sind ebenfalls gute Begleiter.

Verblüht das Sonnenauge, beginnen Herbstmargeriten zu blühen und danach noch Chrysanthemen. Es wird durchgeblüht, auch in einem halbschattigen Beet.

Sind Sonnenaugen insektenfreundlich?

Ja. Auf den Blüten tummeln sich Bienen, Hummeln und Schmetterlinge aller Art.

Geliebtes Sonnenauge, imposante Prachtstaude mit enormer Fernwirkung

Heilopsis und Patagonisches Eisenkraut / Verbenen und Blätter einer Zimmeresche in der Vase

Wie wird die Staude vermehrt?

Am besten teilen Sie die Staude im Herbst oder im Frühling. Die Pflanze wird dadurch auch verjüngt und bleibt vital.
Wenn Sie das Verblühte nicht entfernen, sät sich das Sonnenauge auch selber aus. Aber ob diese Kinder so schön wie ihre Mutter sind, steht auf einem anderen Blatt. Es gelten, wie immer, die Mendelschen Regeln der Vererbungslehre.

Ist das Sonnenauge winterhart?

Ja. Die Staude hält sogar Minusgrade bis unter – 34 Grad aus.

Funktionieren Sonnenaugen auch im Pflanzkübel?

Wenn, dann nur kleine Sorten und auch nur in sehr großen Pflanzkübeln. Ich würde davon abraten oder, wenn es denn sein muss, die Stauden in sehr große Maurerkübel setzen.

Sind Sonnenaugen Schnittblumen?

Ja, die Blütenstiele halten sich sehr lange in der Vase, zwei Wochen sind es bestimmt.

Entfernen Sie die unteren Blätter, bevor Sie die Blütenstiele ins Wasser stellen. Füllen Sie ab und zu frisches Wasser in die Vase oder tauschen Sie das Vasenwasser aus. Kleiner Aufwand, große Wirkung.
Schneiden Sie gerne oft und regelmäßig Blütenstiele für die Vase, dadurch wird die Pflanze angeregt, weitere Blüten auszubilden.

Geliebtes Sonnenauge, imposante Prachtstaude mit enormer Fernwirkung | Prachtstaude Sonnenauge blüht den ganzen Sommer und ist DER strahlende Höhepunkt in jedem Stauden- und Blumenbeet. Heliopsis macht kaum Mühe, aber grenzenlose Freude.

Heliopsis ‚Venus‘ hält sich gut zwei Wochen in der Vase, Eisenkraut leider nicht und wird daher früher entfernt. Auch ohne Eisenkraut bringt der kleine Blumenstrauß Sonne auf den Tisch.

 

Geliebtes Sonnenauge, imposante Prachtstaude mit enormer Fernwirkung | Prachtstaude Sonnenauge blüht den ganzen Sommer und ist DER strahlende Höhepunkt in jedem Stauden- und Blumenbeet. Heliopsis macht kaum Mühe, aber grenzenlose Freude.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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