Missouri-Nachtkerze. Unkomplizierte Expertin für trockene Plätze im Garten.

Gepostet in Pflanzenlieblinge

In jedem Garten gibt es Stellen, für die es scheinbar schwierig ist, die passenden Stauden zu finden. Heiße trockene Böschungen oder unter Gehölzen oder entlang von Beeten, die mit hässlichen Betonpflanzringen gefasst worden sind. Kurz: Dort wo es im Sommer so richtig heiß und trocken werden kann und dies für Wochen. Wenn Sie so einen Platz im Garten haben und noch kein passendes Gewächs dafür gefunden haben, sollten Sie die Missouri-Nachtkerze kennenlernen.

Von wegen Unkraut: Nachtkerzen sind begehrte Futterquellen für zahlreiche Nachtfalter.

Nachtkerzen (Oenothera) kennen Sie möglicherweise schon von brach liegenden Ackerrändern, in denen abends hohe Gewächse auffallend gelb blühen. Die wilden hohen Nachtkerzen werden hierzulande leider verkannt und sind als Unkraut verschrien, obwohl sie einen tollen Beitrag für Nachtschwärmer leisten. Denn wenn alle anderen Sommerblumen längst schon schlafen, öffnet die Nachtkerze ihre Bar und alle nachtaktiven Falter und andere Insekten sind herzlich willkommen. Auch das besonders hübsche Taubenschwänzchen fliegt abends zuverlässig zu dieser süßen Nektarquelle.

Niedrige Nachtkerzen zieren trockene Flächen und unterdrücken Unkraut

Das Besondere an der niedrigen Missouri-Nachtkerze ist: Sie bildet dichte, flache Polster aus bis zu ein Meter langen, rötlichen Sprossen, an denen rundherum hellgrüne spitze Blätter sitzen und bis zu zwölf Zentimeter große becherförmige Blüten mit auffallend großen Staubgefäßen. Insgesamt wird die Pflanze nicht höher als 20 Zentimeter. Pflanzt man sie in kleinen Gruppen mit drei bis fünf Exemplaren, entsteht schnell ein dichtes Polster, indem Unkraut kaum Chancen hat, zu gedeihen.

Mit etwas Fleißarbeit: Blüten bis in den Herbst


Die Nachtkerze blüht zuverlässig ab Juni und schneidet man das Verblühte regelmäßig ab, zieht sich die Blüte bis in den September hinein.

Im Herbst und Winter bleiben die Ranken der Nachtkerze einfach auf der Fläche liegen und dienen dann als natürlicher Winterschutz. Bei mir im Garten klappt das hervorragend unter flach wurzelnden Baumpfingstrosen am Hang, dort wo Hacken tabu ist. Im Vorfrühling schneidet man die Ranken an der Basis ab und kurze Zeit später erscheinen dann bereits die neuen Triebe und bedecken alles wieder mit ihrem frischen Grün.

In manchen Fachbüchern steht, die Nachtkerze sei anfällig für Mehltau und Schnecken. Ich kann beides nicht bestätigen. Was möglicherweise den sehr trockenen, nährstoffarmen Standorten geschuldet ist, mit denen die Nachtkerze in meinem Garten zurechtkommen muss – und das schon seit Jahren bestens schafft.

Es gibt auch weiße niedrige Nachtkerzen (Oenothera speciosa). Vor ihr hatte mich die Gärtnerei eindringlich gewarnt. Sie sei hübsch, würde jedoch im Steingarten schrecklich wuchern. Woran es liegt, kann ich nicht sagen, fest steht jedoch: Von den sechs gekauften Pflanzen hat gerade eine die letzten beiden Jahre überlebt. Gerade so. Die weiße (eigentlich zart rosa) Nachtkerze hat wesentlich kleinere Blüten und bildet keine langen Ranken, sondern niedrige Polster – worauf ich allerdings noch bis heute warte.

Missouri-Nachtkerze im Garten

Falls jemand eine wüchsige weiß-rosa niedrige Nachtkerze hat: Über einen Ableger würde ich mich riesig freuen.


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