Die Familie der Zierlauchgewächse mit ihren typischen Kugelblüten umfasst weltweit etwa 900 Arten. Unmöglich, sie alle beim Namen zu kennen und völlig unnötig, sie alle in den naturnahen Garten zu pflanzen. Je nach Gartengröße genügen doch bereits einige wenige Allium zwischen Stauden und Frühsommerblühern, um aufzufallen und Freude zu schenken. Die auffallenden Kugelblüten füllen die kleine Blühlücke nach den Tulpen und begleiten Pfingstrosen, bis dann die Königinnen des Gartens ihr Regiment übernehmen. Ganz nebenbei locken und nähren die kugelrunden Sternblüten Hummeln, Bienen und zahlreiche andere Insekten an. Sehr willkommene Attribute, auch im naturnahen Garten.

Wenig Anspruch, viel Ah! Darum lohnt sich Allium im Garten wirklich.

Allium beansprucht nur sehr wenig Platz im Blumenbeet und dies auch nur für einen eng gesetzten Zeitraum zwischen April und September, wobei die Hauptblütezeit zwischen Mai und Juni liegt. Danach zieht sich der Zierlauch komplett zurück. Die Blätter welken bei den meisten Sorten schon lange vor der Blüte, was ein gewisses Geschick beim Setzen der Blumenzwiebeln erforderlich macht. Setzen Sie Allium nie in die erste Reihe, sondern stets weiter nach hinten und zwischen Stauden, die im Frühsommer das welkene Laub zuverlässig kaschieren. Die Blätter von hohen Astern, Riesen-Rudbeckien, Stauden-Sonnenblumen, Echinacea Sonnenhut, Hostas bzw. Funkien oder auch größere Taglilien verdecken das Laub von Zierlauch sehr gut – ohne ihn zu bedrängen.

Blumenbild auf Leinwand: Des Zierlauchs Familienglück

Blumenbild auf Leinwand: Des Zierlauchs Familienglück

Es kommt nicht immer auf die Größe der Allium-Blüten an.

Im Handel ist die Auswahl an verschiedenen Allium-Zwiebeln im Herbst sehr groß. Man übertrumpft sich gerne mit der Größe der Kugelblüten, allen voran Riesenlauch wie Globemaster, Mount Everest oder Ambassador punkten mit enormer Blütengröße und stolzen Preisen. Die meisten, besonders großen Alliumblüten sind jedoch leider nur im ersten Jahr so groß, danach werden auch die Blütenköpfe der bekannten Giganten kleiner, dafür jedoch proportional mehr. So gezielt wie Blumenzwiebelzüchter schaffen es die wenigsten Hobbygärtner ihren Zierlauch zu düngen und zu pflegen. Im naturnahen Garten ist Größe ohnehin nicht entscheidend, sondern Vielfalt und eine möglichst lange Blütezeit. Die erreichen Sie, wenn Sie beim Kauf von Allium-Blumenzwiebeln auf die versetzte Blütezeit achten und sie dann zu den entsprechenden Pflanzen im Garten setzen. Zierlauch, der Rosen begleiten soll, sollte erst ab Juni blühen, wie beispielsweise der zierliche Paukenschläger-Allium. Dieser verbreitet sich übrigens im Garten rasend schnell. Behalten Sie ihn gut im Auge!

Klein aber sehr oho: Paukenschläger-Allium oder Trommelstock-Allium.

Klein aber sehr oho: Paukenschläger-Allium oder Trommelstock-Allium.

Alliumblüten abschneiden oder dranlassen?

Allium vermehrt sich schnell über Brutzwiebeln und auch über Samen. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie das zulassen und wenn ja, wo und wie genau.

  • Sie hätten gerne noch mehr Allium im Garten, möchten ihn aber ein wenig kontrollieren? Schneiden Sie reife Blütenstände ab und verteilen Sie ihn an Stellen, wo noch mehr Zierlauch wachsen soll.
  • Sie möchten Wildwuchs beim Zierlauch unterbinden? Schneiden Sie Zierlauchblüten und ihre Stengel direkt nach der Blüte bodentief ab.
  • Sie möchten mehr Kontrolle über Ihren Allium-Bestand? Graben Sie die Zwiebeln nach der Blüte aus, trennen Sie Tochterzwiebeln von der Mutterzwiebel und pflanzen Sie, direkt oder erst im Herbst, die Zwiebeln erneut ins Beet.

Wie und wann wird Allium gedüngt?

Wie alle Zwiebelgewächse so braucht auch Zierlauch Dünger. Dieser sollte den Pflanzen beim Austrieb rasch zur Verfügung stehen, sonst ist das Düngen vergebens. Allium kann Dünger ja nur verwerten (Stoffwechsel betreiben), solange er seine Blätter hat – und diese Zeit ist bei Zierlauch ausgesprochen kurz. Verwenden Sie am besten einen speziellen Blumenzwiebeldünger oder geben Sie ihm eine Kopfdüngung mit flüssigem Blumendünger.

Auch weißer Allium kann entzücken

Auch weißer Allium im Garten kann entzücken. Dieser steht vor einer Blütenhecke.

Zierlauch-Zwiebeln rausnehmen oder drinlassen?

Alliumzwiebeln mögen keinen fetten, nassen Boden und Staunässe schon gar nicht. Wenn Ihr Gartenboden so beschaffen ist, sollten Sie Allium nach der Blüte ausgraben und bis zum Herbst trocken, kühl und dunkel lagern. In gut drainierten Böden können Zierlauchzwiebeln in der Erde bleiben. Sie werden sicher hin und wieder bei der Gartenarbeit auf sie stoßen. Um dabei Verletzungen der Zwiebeln zu vermeiden, setzen Sie sie am besten noch ein bisschen tiefer, als eigentlich vorgesehen. Mindestens also dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Bei allzu fettem Boden setzen Sie die Blumenzwiebeln am besten in ein Bett aus einem Sand-Erde-Gemisch.

Sind Allium-Blumenzwiebel winterhart?

Ja, Zierlauch ist vollkommen winterhart und benötigt keinerlei Winterschutz. Mit einer Ausnahme: Spätfröste können im zeitigen Frühling bereits ausgetriebenen Zierlauch mit sichtbaren Blütenknospen gefährden. Die Zwiebel wird dabei jedoch nicht zerstört, nur auf die Blüte müssen Sie ein Jahr lang verzichten. Schützen Sie ausgetriebenen Allium vor Spätfrösten zur Not mit Vlies oder stülpen Sie einen Eimer/Blumentopf über die Blattrosette.

Weißer Kugel-Zierlauch begleitet Wieseniris im Hintergrund

Weißer Kugel-Zierlauch begleitet Wieseniris im Hintergrund

Wie finden Sie die besten Zierlauch für den Garten?

Wählen und pflanzen Sie Allium-Zwiebeln nach Höhe, Farbe und Blütezeit. Extrem große Blütenköpfe haben ihren Reiz, sind jedoch oft nicht von Dauer. Jahrelange Freude an Zierlauch in verschiedenen Farben (Weiß, klares Blau, Lila, Rosa und viele Farbtönen dazwischen) versprechen und halten auch normal große Allium-Sorten. Setzen Sie Allium bevorzugt in vollsonnige Standorte, er blüht zwar auch im Halbschatten, dort allerdings ein wenig später.

Weitere Allium-Blumenbilder in verschiedenen Sorten und Farben.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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