Camassia, botanisch Camassia leichtinii, auch Prärie-Lilie oder Prärie-Kerze genannt, ist eine Zwiebelblume. Sie gehört zu den Spargelgewächsen und stammt ursprünglich aus dem Westen von Nordamerika. C. quamash stand einst bei indigenen Ureinwohnern aka Indianern auf dem Speiseplan. Gartenfreunde kultivieren Prärie-Lilien jedoch nicht zum Verzehr. sondern wegen ihrer Schönheit und Eleganz.
Die weißen, rosa, himmelblauen oder azurblauen Kerzenblüten erscheinen, je nach Sorte und Standort ab Ende April bis Anfang Mai. Die einzelnen Blüten halten sich nur sehr kurz und blühen von unten nach oben rund um den Blütenstängel auf.
Inhaltsverzeichnis
Prärie-Lilie: Standort und Boden
Eigentlich ist ein sonniger bis halbschattiger Standort richtig. In der Sonne verblüht die Camassia allerdings sehr schnell, deswegen ist es besser, einen halbschattigen Standort zu wählen. Auch im Schatten blüht der Geophyt – nur etwas später und dafür länger.
Der Boden sollte nahrhaft und darf sogar lehmig sein. Sandboden geht auch, solange er im Frühjahr vom Austrieb bis zur Blüte feucht ist. Im Sommer darf der Boden durchaus austrocknen. Wie alle Zwiebelgewächse wird Staunässe nicht vertragen.

Sehenswerte Zwiebelblume mit eleganter Anmutung
Blütezeit
von Ende April bis Mitte Mai
Prärie-Lilien düngen?

Austrieb und Knospe einer weißen Präriekerze
In einem gemischten Staudenbeet brauchen diese Präriepflanzen keine extra Portion Dünger. Sie sind genügsam und kommen mit dem zurecht, was ohnehin vorhanden ist.
Bleibt Camassia nach der Blüte im Beet?
Ja, die Zwiebeln bleiben nach der Blüte einfach im Boden. Sie müssen nichts tun.
Was tun nach der Blüte?
Schneiden Sie den Blütenstängel bodennah ab, um die Samenbildung zu verhindern, sie gehen nur zu Lasten der Mutterpflanze. Lassen Sie die Blätter stehen, bis sie von alleine welken. Dann können auch sie weg.

Hellblaue Camassia blüht von unten nach oben auf
Camassia pflanzen und schön kombinieren
Prärie-Lilien lassen sich in einem naturnahen Garten wunderbar mit Stauden, Gräsern, Zierlauch / Allium, Gemswurz, Tulpen und Narzissen kombinieren. Man kann sie in kleinen Tuffs zu dritt setzen, oder, noch besser einzeln zwischen später blühenden Stauden wie Wieseniris, Storchschnabel, Hosta oder Frauenmantel. Das hat den Vorteil, dass diese die welkenden Blätter kaschieren.
- Pflanzabstand von Zwiebel zu Zwiebel oder zur nächsten Staude: 30 cm. Mehr Pflanzabstand ist besser, damit die Zwiebelblumen genügend Platz haben, sich an Ort und Stelle auszubreiten, ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen.
- Pflanztiefe 15 cm
- Pflanzzeit ist im Herbst von September bis November. Die Zwiebeln brauchen genügend Zeit, um vor den Winter einzuwurzeln und Fuß zu fassen.
Vorsicht: Die Zwiebeln sind ohne Schutzhülle und trocknen leicht aus. Pflanzen Sie sie direkt nach Erhalt.
Prärie-Lilien im Pflanzkübel?
Theoretisch wachsen und blühen Prärie-Lilien auch in einem großen Pflanzkübel ab 10 Liter mit guter Pflanzerde, die lehmhaltig / wasserspeichernd sein sollte. Allerdings ist die Blütezeit nur sehr kurz und deswegen lohnt sich der Aufwand nur in Kombination mit anderen Stauden oder Frühlingsblumen.
Zudem wird die Zwiebelblume nicht gerne umgetopft!

Die offenen Blüten sind ideal für Bienen und Hummeln.
Welche Sorten gibt es?
Im Handel sind Prärie-Lilien mit weißen, rosa, zart himmelblauen und azurblauen Blüten. Die Sorte C. quamash eignet sich hervorragend zum Verwildern im Naturgarten.
Sind Präriekerzen winterhart?
Ja, diese Zwiebelblume benötigt keinerlei Winterschutz, außer in extrem kalten Regionen und höheren Lagen. Dort reicht aber auch eine dicke Mulchdecke aus Laub und/oder Reisig.
Präriekerzen vermehren
Die Zwiebelgewächse vermehren sich durch Tochterzwiebeln und so entstehen mit den Jahren Tuffs mit mehreren Blütenstielen. Sie können die Mutterpflanze auch vorsichtig ausgraben, die Tochterzwiebeln abnehmen und woanders frisch pflanzen. Aber das gelingt nur in einem leichten Gartenboden, bei Lehmboden eher nicht.
Der richtige Zeitpunkt die Zwiebeln auszugraben ist im Juli.

Blaue Prärie-Lilie im Frühlingsgarten, im Hintergrund späte, mehrjährige Tulpen
Ist sie bienenfreundlich?
Ja, die offenen Blüten der Prärie-Lilie bieten Wildbienen und Hummeln reichlich Pollen und Nektar.
Schädlinge und Krankheiten?
Wühlmäuse: Sie bekämpfen die Nager durch Unruhe im Garten. Kinder, Hunde, Katzen oder fleißige Gärtner vertreiben die Nager.
Ansonsten sind die Präriepflanzen ausgesprochen zäh und gesund.
Es besteht keine Schneckengefahr!
Besonderheit
Manchmal brauchen Prärie-Lilien ein, zwei Jahre Zeit um sich an einem neuen Standort zu etablieren. Insbesondere wenn das Frühjahr sehr trocken ist bleibt die Blüte ganz oder teilweise aus. Bleiben Sie geduldig und lassen Sie sich im Folgejahr überraschen. Da ist sie ja wieder und blüht sogar!
Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.




