Christrosen, Schwarze Nieswurz oder botanisch Helleborus niger sind robuste, heimische Wildstauden, die jahrelang am selben Standort bleiben können – und auch sollten. So blühen sie von Jahr zu Jahr üppiger und begeistern durch schneeweiße Blüten, die sogar im Schnee blühen. Christrosen sind eng verwandt mit Lenzrosen, Helleborus orientalis. Diese blühen in vielen Farben und Blütenformen erst später, eben im Lenz.

Christrosen, magische schöne Winterblüher | Video

  • Christrosen sind immergrün und werden etwa 30 cm hoch und 45 cm breit.
  • Die Blütezeit erstreckt sich, je nach Sorte, ab November bis etwa März / April. Im Verblühen werden die Blüten erst ein bisschen rosa, danach vergrünen sie und bilden Balgfrüchte. Die Staude bleibt so über viele Wochen hinweg attraktiv und bereichert sowohl Garten, als auch Pflanzgefäße.
  • Die kräftigen, rauen Blätter sind etwa 20 cm lang, ledrig, dunkelgrün und zur Spitze hin gezähnt.

Christrosen pflanzen und pflegen

Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein, ohne pralle Mittagssonne im Sommer. Ein Platz zu Füßen von Laubgehölzen ist perfekt. Dort bekommen Helleborus im Winter Sonne und im Sommer Schatten.
Helleborus haben empfindliche Wurzeln. Jäten Sie daher aufkommendes Unkraut vorsichtig und selektiv.

  • Pflanzen Sie Helleborus gerne auf Baumscheiben, aber halten Sie etwas Abstand zum Baumstamm.
  • Je Quadratmeter benötigen Sie etwa 8 Pflanzen.

Christrosen gedeihen auch in Trögen oder Blumenkästen. Dort bleiben sie jedoch oft nicht sehr lange und können daher ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Wer Sie die Stauden als Dauerbepflanzung in einen Trog pflanzen möchten, setzen Sie am besten von Anfang an ebenso dauerhafte Begleitstauden und Frühlingszwiebeln dazu.

Der Boden sollte frisch, nährstoffreich, kalkhaltig, durchlässig, ohne Staunässe sein. Bis in den Juni brauchen Christrosen ausreichend Feuchtigkeit, danach kann der Boden trocken werden.

Christrosen sind bienenfreundlich

Helleborus niger bietet spät oder früh fliegenden Wildbienen Nektar und Pollen.

Pflanzzeit

Pflanzen Sie die Stauden im Herbst (September / Oktober) so haben sie vor dem Winter noch genügend Zeit Wurzeln zu schlagen. Blühend gekaufte Pflanzen aus der Gärtnerei sind oft vorgetrieben und deswegen anfangs noch nicht ausreichend winterhart. Warten Sie mit dem Auspflanzen bis der Gartenboden wieder frostfrei ist. Stellen Sie getopfte Christrosen derweil geschützt auf, beispielsweise am Haus, im Eingangsbereich zusammen mit Tannenzweigen und Zapfen in ein Pflanzgefäß.

Helleborus niger pflegen und düngen

Christrosen sind im Grunde recht pflegeleichte Stauden. Allerdings sollte man die Schwarzfleckenkrankheit, eine Pilzerkrankung, frühzeitig bekämpfen. Dazu entfernen Sie alle kranken, beschädigten Blätter und entsorgt diese im Hausmüll, nicht im Kompost damit sich der Pilz nicht weiter verbreitet.

  • Wer will schneidet im Herbst alle Blätter bodentief ab. So kommen die schneeweißen Blüten später besonders schön zur Geltung.
  • Düngen Sie, wenn überhaupt, nur sehr sparsam mit Bio-Staudendünger, Hornspänen oder geben Sie im Herbst etwas Kompost auf den Wurzelbereich. Wenn Sie düngen, dann direkt nach der Blüte und ein zweites Mal Mitte Juni, rund um Johannis (24.6.)
  • Verwenden Sie kein Blaukorn / mineralischen Dünger. Er enthält zu viel Stickstoff, der die Ausbreitung der Schwarzfleckenkrankheit fördert.

Nieswurz vermehren

Aussaat: Sie können reife Samen im Frühsommer säen.
Teilen des Wurzelstocks: Graben Sie dazu ältere Pflanzen im Herbst oder direkt nach der Blüte komplett aus und ziehen Sie die Wurzelstücke anschließend vorsichtig auseinander. Pflanzen Sie jedes Teilstück anschließend an einen neue, gut vorbereiteten neuen Platz.

Schneckenresistente Staude: Christrose / Schneerose im Garten

Helleborus niger blüht mitten im Winter

Sind Christrosen bienenfreundlich?

Ja, Helleborus niger bietet spät oder früh fliegenden Wildbienen Nektar und Pollen. Die offenen Blüten haben große Staubgefäße und sind sehr attraktiv für Insekten.

Ist die Christrose winterhart?

Ja, Helleborus niger ist eine heimische Staude und hierzulande absolut frosthart. Einmal etabliert benötigt sie keinerlei Winterschutz.

Nach sehr frostigen Nächten und Tagen lassen Christrosen manchmal traurig ihre Köpfe hängen. Keine Panik, nur abwarten! Sobald die Temperaturen wieder nach oben klettern, richten sie sich wieder auf und blühen weiter, als wäre nichts geschehen.

Warum heißt die Schwarze Nieswurz Helleborus niger, obwohl sie weiß blüht?

Die Bezeichnung „niger“ bezieht sich auf ihre schwarzen Wurzeln. Sie wurden früher gerieben und als „Heilkraut“ u. a. gegen „Geisteskrankheit“ verwendet und Schnupftabak untergemischt. Daher auch der Name Nieswurz.

Sind Hellebori giftig?

Ja, alle Hellebori gehören zu den Hahnenfußgewächsen und sind in allen Teilen stark giftig. Tragen Sie bei Pflegearbeiten immer Handschuhe!

Christrose blüht nicht? Drei Gründe:

  1. Falscher Standort: Helleborus brauchen einen halbschattigen bis schattigen Standort.
  2. Falscher oder zu viel Dünger: Die robusten Stauden brauchen nur wenig Dünger (Hornspäne oder Kompost).
  3. Falscher Boden: er sollte alkalisch, also kalkhaltig sein. Wenn der Boden sauer ist, streuen Sie Eierschalen rund um die Staude oder Gartenkalk.

Schöne Pflanzpartner:

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Christrosen wachsen langsam und sollten daher nicht neben wuchernden Stauden sitzen.

Zwiebelblumen wie:

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Zwerg-Iris. Frühlingsbotin im Miniaturformat

Fiona

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. Im Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus über 4 Jahrzehnten stellt Lieblingspflanzen & ihre Pflege vor. Außerdem: Lieblingsrezepte aus ihrer Landküche.