Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) vor Lavendel

Zarte weiße Blüten der Rispigen/Ästigen Graslilie, vor Lavendel

Die Graslilie (Anthericum) ist eine heimische Wildstaude und zugleich robuste Zukunfts-Staude, die gut in naturnah gestaltete Gärten passt, aber nicht nur dort. Überall wo es sonnig und der Boden trocken und vielleicht sogar steinig ist, fühlt sich die Graslilie sichtlich wohl. Sie wurzelt sehr tief und verträgt problemlos Hitze- und Trockenperioden. In meinem Garten gedeiht sie prächtig neben anderen pflegeleichten Sonnenanbetern wie Lavendel, Quendel, Wüstenaster, Oregano und Thymian und begleitet, abgeschottet in Betonpflanzsteinen mit Magerboden, Prachtstauden und Rosen im dahinter liegenden gemischten Staudenbeet.

Es gibt zwei Sorten Graslilien: die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum, siehe Bild, H 30-60 cm) und die unverzweigte Ährige Graslilie (Anthericum liliago), die zudem ein bisschen höher (H 40-70 cm) wird und dadurch etwas später blüht. Schön anzusehen sind beide im Arten. Ihre filigranen Sternblüten, die an Lilien erinnern, sind kaum zwei Zentimeter groß und wiegen sich elegant mit jedem Windhauch. Insgesamt wirkt die Staude wie horstiges blühendes Gras und könnte auf den ersten Blick für die kleine Schwester der Prachtkerze gehalten werden (Gaura lindheimeri), ist sie aber nicht. Die Graslilie blüht ab Mitte/Ende Mai bis September.

Wild – aber für Hobbygärtner leicht zu beherrschen

Graslilien säen sich gerne selbst aus aber nur, wenn man sie lässt oder gar das Ganze forciert, indem man die Fruchtstände stehenlässt. Auf diese Weise gewinnt man mit der Zeit weitere junge Graslilien, die man beizeiten (im kommenden Frühjahr) an die gewünschte Stelle verpflanzen sollte. Das Verpflanzen junger Pflanzen klappt sehr gut.

Leichter und zuverlässiger klappt die Vermehrung der Graslilien durch Teilung. Bester Zeitpunkt dafür ist der Herbst ab September oder das zeitige Frühjahr bis März. Ansonsten ist die Graslilie sehr pflegeleicht. Sie braucht ein bisschen Zeit, entwickelt sich dann aber zu einer reich blühenden, zauberhaft aussehenden Staude, die nicht aufdringlich wird, sondern einfach nur schön anzusehen ist.

Angesichts des Klimawandels gehört die Graslilie sicherlich zu den Gewinnerinnen, die sich in sonnigen, trockenen Gärten sehr gut behaupten und deshalb in den kommenden Jahren vermutlich noch viele Gartenfreunde finden wird. Wünschenswert wäre das.

Blumenbild Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

Zarte weiße Blüten der Rispigen / Ästigen Graslilie

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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