Wer hat an der Uhr gedreht? Gerade noch mit den Enkeln Blumen gemalt, schon klopft der echte Frühling an der Tür. Also Stifte weg und raus mit den Buben und mit mir. Die Sonne lockt, das Wetter ist ideal, Zeit den Garten aufzuräumen und fit für den Frühling machen – und mich auch. Also keine Müdigkeit vorschützen, sondern raus mit uns und richtig Frühling machen:

Frühling machen beginnt mit Schneiden, Aufräumen und Jäten.

Schneiden Sie verwelkte, dürre Stauden und Gräser jetzt bodentief ab. Sie haben ihre Aufgabe längst erfüllt, Insekten Winterschutz gewährt und gleichzeitig Vögel ernährt. Jetzt kommen sie ab und wenn Sie genau hinsehen, entdecken Sie an der Basis bereits frisches, neues Grün.
Seien Sie vorsichtig in Beeten, in denen Frühblüher wachsen. Viele Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und andere Frühlingsblumen sind längst schon ausgetrieben.

Lockern Sie den Boden mit einer schmalen Hacke. Arbeiten Sie dabei noch liegen gebliebenes Laub ins Erdreich. Was zu viel ist, wandert bei dieser Gelegenheit auf den Kompost.
Entfernen Sie Unkraut. Am besten selektiv mit einem Wurzelstecher.

Tipp: Nehmen Sie sich vor, zukünftig jedes Beet einmal wöchentlich vom Unkraut zu befreien und der Akt ist keiner mehr. Wirklich nicht.

Düngen. Erst die Zwiebelblumen, dann alles andere.

Ende Februar/Anfang März düngen Sie Blumenzwiebeln wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Überall wo ihr Grün zu sehen ist, streuen Sie ein wenig Dünger. Es gibt spezielle Blumenzwiebeldünger, Tomatendünger ist mindestens genauso gut. Verwenden Sie aber keine Hornspäne. Er wirkt zu langsam und hilft Blumenzwiebeln daher nicht schnell genug. Bei Regen und Schnee löst sich der Dünger schnell und ganz von alleine auf. Wenn nicht, arbeiten Sie ihn oberflächlich ein.

Frühling machen mit Hyazinthen. Sie bringen Farbe und Duft in den Frühlingsgarten

Hyazinthen bringen Farbe und Duft in den Frühlingsgarten

Mitte März, sobald die Stauden ausgetrieben sind, düngen Sie alle Stauden, Rosen, Büsche, Gehölze und junge Bäume. Wenn Sie haben, verteilen Sie jetzt Kompost auf Beete und Baumscheiben. Wenn nicht, oder falls der Kompost nicht für alles reicht: Streuen Sie hochwertigen organischen Staudendünger oder Hornspäne und für Rosen speziellen Rosendünger. Lohnt sich die kleine Mehrausgabe im Vergleich zu Blaukorn? Ja, ich meine schon. Für die Natur auf jeden Fall.

Hortensien schneiden und düngen

Hortensien werden, je nach Art unterschiedlich geschnitten.

  • Schneiden Sie Ballhortensie Annabell auf etwa 10 Zentimeter über den Boden zurück.
  • Rispenhortensien wie Vanilla Fraise oder Ghost werden ebenfalls stark zurück geschnitten: Schneiden Sie das Gehölz auf zwei Augen über der Basis zurück.
  • Entfernen Sie bei Kletterhortensien Verblühtes knapp unterhalb der verwelkten Blüte und oberhalb der darunter liegenden Blattknospe.
  • Schneiden Sie Bauernhortensien ebenso. Also nur das Verblühte oben abschneiden.
  • Ausnahme: Endless-Summer-Hortensien. Sie blühen sowohl am diesjährigen Holz, als auch am letztjährigen Holz wie die Bauernhortensien. Sie können (nicht müssen) daher diese speziellen Hortensien im März bodentief abschneiden. Gleiches gilt auch für Hortensie Forever & Ever.

Nachdem die Hortensien geschnitten sind, düngen Sie mit speziellem Hortensien- oder Rhododendrondünger.

Rosen schneiden und düngen

Ende März, oder dann, wenn bei Ihnen die Forsythien blühen, schneiden Sie die Rosen. Wie, das erkläre ich im Blog bereits an dieser Stelle. Auch der Winterschutz an den Rosen kann jetzt weg, ziehen Sie die angehäufelte Erde um die Rosen einfach wieder glatt und düngen Sie.
Jetzt ist auch noch die Zeit, wurzelnackte Rosen zu pflanzen. Sie sind preiswerter als Containerrosen und wachsen im Grunde genauso schnell an, wie diese.

Stauden pflanzen, teilen und versetzen

Sobald Stauden ausgetrieben sind, können Sie zu große gewordene oder blühfaule Exemplare teilen und versetzen.
Sie haben Lücken im Beet entdeckt? Jetzt ist auch die ideale Pflanzzeit für Stauden.

Sommerblumen auf der Fensterbank vorziehen

Dahlien aus Samen vorziehen Dachgarten mit Jungpflanze

Aus Samen gezogene Dahlien wachsen rasch und bilden bis zum Herbst auch Knollen.

Der März ist der wichtigste Monat, um Sommerblumen (und Gemüsepflanzen) vorzuziehen. Warum? Weil jetzt Licht und Temperatur weitaus besser sind, als noch im Februar. Säen Sie im Haus, was Ihnen Freude macht: Löwenmäulchen, Dahlien, Sommerastern, Wunderblumen, Wicken, Zinnien etc. pp. Die Auswahl bei seriösen Saatguthändlern ist riesengroß. Lassen Sie sich inspirieren.

Mohnblumen und direkt draußen säen

Gefüllter Pfingstrosenmohn

Gefüllter Pfingstrosenmohn erhält sich im Garten durch Selbstaussaat. Einmal säen, jahrelang Freude und Überraschungen.

Im März ist auch die beste Zeit, um Kalifornischen Goldmohn, Pfingstrosenmohn, Klatschmohn, Seidenmohn oder auch Islandmohn direkt ins Beet zu säen. Warten Sie eine Regenperiode ab, dann müssen Sie nicht gießen, um das empfindliche Saatgut feucht zu halten. Kälte und Schnee schaden nicht.

Sommer schon im Frühling machen: Knollenblumen vortreiben

Topfen Sie die Knollen von Begonien, Canna/Indisches Blumenrohr und Dahlien in frische Blumenerde. Bis sie treiben, brauchen die Knollenpflanzen kein Licht, sondern nur Zeit. Die Blumentöpfe dürfen also irgendwo stehen, auch draußen – solange es nicht friert. Schneller treiben sie natürlich im Haus oder im Gewächshaus.

Erdbeerpflanzen ausputzen und düngen

Sie haben Erdbeeren im Garten oder Pflanzkübel? Schneiden Sie jetzt das alte Laub ab, lockern Sie die Erde auf, entfernen Sie Unkraut und düngen Sie mit speziellem Beerendünger.

Blaubeeren düngen

Blaubeeren im Garten und Pflanzkübel

Blaubeeren/Heidelbeen wachsen prima im Garten und noch besser im Pflanzkübel

Gleiches gilt für Blaubeeren bzw. Kultur-Heidelbeeren. Sie wachsen toll im Pflanzkübel, brauchen kaum Pflege, nur im März und nach der Ernte einmal Dünger. Bitte verwenden Sie auch hier ausschließlich kalkfreien Blaubeer-, Heidelbeer- oder Rhododendrondünger.

Bekämpfen Sie Schnecken schon im Frühling

Noch ein wichtiger Tipp für den Fall, Ihr Garten wird von Schnecken heimgesucht. Wenn Sie Schnecken schon im März bekämpfen, können sich diese erst gar nicht so richtig breit machen und vermehren. Streuen Sie daher jetzt biologisches Schneckenkorn auf Eisenbasis, der schadet nur den Schnecken, und keinen anderen Tieren. Streuen Sie die Körner sehr dünn aber überall im Garten. Sie sehen die jungen Schnecken (vermutlich) nicht, aber sie sind schon da und freuen sich schon auf frisches, zartes Grün. So wie Sie und ich. Lassen Sie sich durch Schnecken Ihren Spaß am Gärtnern nicht vermiesen, sondern handeln Sie schon jetzt im März.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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