Der Herbst ist da und mit ihm die Frage, wie jetzt der Garten winterfest wird. Die gute Nachricht ist, mit dem Gräser- und Staudenschnitt können Sie bis ins zeitige Frühjahr warten. Wenn dann im Februar die Blüte der Kornelkirsche beginnt und erste Zwiebelblumen erscheinen, ist noch immer Zeit genug zum Gräser-und Staudenschnitt.

Warum viele Stauden auch im Winter den Garten bereichern.

Der ökologische Wert eines unaufgeräumten Gartens kennt viele Aspekte. So suchen und finden Vögel in den Fruchtständen abgeblühter Stauden noch wochenlang reichlich Nahrung. Auch Insekten brauchen Schutz zum Überwintern und finden ihn in Stauden und Gräsern mit hohlen Stängeln. Das sind natürlich gewachsene Insektenhotels, die jetzt überall kostenlos freie Zimmer anbieten. Sie müssen es nur zulassen. Igel und andere kleine Tiere finden unter Hecken, liegen gebliebenem Laub und zwischen hohen Stauden geschützte Räume zum Überwintern.
Wenn Sie also Insekten, Vögeln und andere Tieren im Winter helfen wollen, suchen Sie sich andere Arbeiten im Garten und lassen sie Stauden und Gräser einfach noch eine Weile stehen.

Jungpflanzen gedeihen besser, wenn der Garten winterfest aber nicht kahl geschnitten ist.

Wer Stauden zu früh abschneidet, bringt sich selbst um den schönsten Lohn: Jungpflanzen. Denn nicht nur Stauden vermehren sich durch Samen, auch ein- und zweijährige Sommerblumen. Wenn Sie also mühe- und kostenlos neue Pflanzen im Garten haben möchten, lassen Sie die Natur gerade im Winter ungestört ihren Job machen. Spätestens im Frühling können Sie mit geschultem Blick im Garten allerlei Jungpflanzen entdecken wie beispielsweise von Stockrosen, Spornblumen, gelben und roten Sonnenhut, Sonnenbraut, Staudensonnenhut, Löwenmäulchen, Gaura lindheimeri, Schmuckkörbchen, Phlox, Wunderblumen, Ringelblumen, Mohn, Kapuzinerkresse, Kalifornischer Goldmohn, Wicken, Steinkraut und viele Blumen mehr. Wäre doch schade, auf diese kostenlose Blumenpracht zu verzichten. Alles was Sie tun müssen, ist abzuwarten, rechtzeitig vor dem Hacken die Sämlinge erkennen und sie ggf. an ihre endgültigen Plätze im Beet zu verpflanzen.

Jungpflanze Echinacea purpurea

Jeder Sonnenhut fängt mal klein an. Jungpflanze Sonnenhut Magnus Superior

Reizvolle Fotomotive im frostigen Staudengarten.

Ein völlig leer geräumtes Blumen- und Staudenbeet ist im Winter ein trauriger Anblick. Ganz anders ein Beet, in dem noch Gräser oder Stauden stehen. Überzuckert von Frost, glitzernd in der Morgensonne, liefern sie zahlreiche, wunderschöne Fotomotive. Es lohnt sich, für sie raus in den Garten und auf Fotosafari zu gehen.

Dahlien müssen jetzt ins Winterquartier.

Nach dem ersten Frost müssen auch die Dahlien raus aus dem Beet und in ein frostfreies Winterquartier. Verwenden Sie eine Grabegabel zum Aushebeln der Knollen, dadurch verringert sich die Verletzungsgefahr. Schneiden Sie die Stängel etwa 15 cm oberhalb der Knolle ab. Die Stiele bleiben an der Knolle. Lassen Sie die Dahlienknollen vor dem Einräumen noch ein paar Tage an einer geschützten Stelle gut abtrocknen. Anschließend kommen sie in ein dunkles Winterquartier und sollten dort regelmäßig auf Schimmelbefall oder Fäulnis kontrolliert werden.

Blumenbild Geflammte Dahlie im Novembergarten

Geflammte Dahlie im Novembergarten

Pflanzen Sie im Herbst und bevor der Winter kommt.

Auch wenn der Staudenschnitt in einem naturnahem Garten weitgehend ausfällt, gibt es jetzt noch reichlich zu tun. Der Herbst ist ein idealer Zeitpunkt, um Stauden, wurzelnackte Rosen und Gehölze zu pflanzen, zu teilen oder zu versetzen. Warten Sie damit nicht bis zum Frühling. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt: Der Frühling wird immer kürzer, trockener und heißer. Frisch Gepflanztes verdurstet schnell wenn Sie mit dem Gießen nicht mehr hinterher kommen. Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie pflanzen. Gutes Angießen nicht vergessen!

Tipp: Gießen Sie frisch gepflanzte Stauden und Gehölze an frostfreien Tagen. Im Winter ist die Gefahr für Pflanzen zu vertrocknen größer als zu erfrieren.

Setzen Sie viele Blumenzwiebeln für einen bunten Frühling

Was jetzt noch fehlt, damit Ihr Garten im Frühling bunt und fröhlich zu neuem Leben erwacht, sind Blumenzwiebeln aller Art. Setzen Sie kleine und große Narzissen bevorzugt in den Hintergrund vor Hecken und / oder zwischen Hostas. Dort können sie gut Verwildern, sich vermehren und ihr Laub verwelkt später ungestört unter den großblättrigen Hostas.

Narzissen zum Verwildern

Kleine Narzissen dürfen im Garten gerne auch verwildern.

Bereiten Sie das Beet für Tulpen und andere Blumenzwiebeln gründlich vor. Entfernen Sie noch einmal Unkraut und streuen Sie schon jetzt Blumenzwiebeldünger, Hornspäne oder Staudendünger rund um die gesteckten Blumenzwiebeln. Es sei denn, Sie möchten erst im Frühling, sobald sich das erste Grün der Tulpen zeigt, düngen. Auch dies ist eine Möglichkeit, Blumenzwiebeln gut und richtig mit allen Nährstoffen für eine prächtige Blüte zu versorgen. Die Herbstdüngung hat allerdings den Vorteil, dass die Blumenzwiebeln über einen längeren Zeitraum hinweg davon profitieren. Sie wurzeln besser, während im Frühling die Zeit zwischen Austrieb und Blüte wetterbedingt häufig zu kurz ist.

Zum Schluss hilft Ihnen vielleicht noch diese praktische To-Do-Liste, Ihren Garten winterfest zu machen. Dabei geht es dann um praktische und wichtige Details vom Entleeren der Wasserleitung bis zum Reinholen frostempfindlicher Geräte.

Weitere Blumenbilder mit bunten Frühlingsblumen

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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